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Schulhunde

 

Weitere Lehrkräfte am SJG: unsere Schulhündinnen Amy, Umba und Momo

Die Erkenntnis, dass Tiere auf den Menschen positive Wirkungen ausüben, ihre Emotionen und ihr Verhalten positiv beeinflussen und einen Beitrag zur Erhaltung oder Wiedererlangung ihrer seelischen und körperlichen Gesundheit leisten können, ist nicht neu, sondern bereits seit der Antike bekannt. Seit den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts gibt es vermehrt Bemühungen, diese Wirkung der Tiere wissenschaftlich zu erforschen und ihren Einsatz zum Wohle des Menschen zu professionalisieren. Die Hundegestützte Pädagogik in der Schule (HuPäSch) ist ein Teilbereich der Tiergestützten Intervention (TGI), die von der IAHAIO international anerkannt folgendermaßen definiert wird: „Eine tiergestützte Intervention ist eine zielgerichtete und strukturierte Intervention, die bewusst Tiere in Gesundheitsfürsorge, Pädagogik und Sozialer Arbeit einbezieht und integriert, um therapeutische Verbesserungen bei Menschen zu erreichen. Der Begriff der tiergestützten Intervention umfasst Tiergestützte Therapie (TGT), Tiergestützte Pädagogik (TGP) und unter bestimmten Voraussetzungen auch Tiergestützte Aktivitäten (TGA).“ (zitiert in: Wohlfarth / Mutschler 2016).

Die Hundegestützte Pädagogik umschreibt den Einsatz von speziell ausgebildeten Hunden im Schulunterricht, um die Lernatmosphäre, das Sozialverhalten und den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu verbessern. Die für den Schulhundeeinsatz ausgebildete Lehrperson nutzt im Rahmen eines pädagogischen Grundkonzepts Chancen im Lernprozess, die durch die positive Wirkung der Tiere entstehen. Es gibt viele Studien, die die allgemeine positive Wirkung von Hunden auf Menschen belegen und deren Ergebnisse auf die Schule übertragen werden können (vgl. Agsten 2009, S. 116ff.; Beetz 2013, S. 52ff.). So motiviert die Anwesenheit eines Hundes SchülerInnen, die Schule lieber zu besuchen und lässt den Unterricht und das Lernen für die SchülerInnen angenehmer und effektiver sein, was die Schulzufriedenheit bei SchülerInnen und Lehrenden positiv beeinflusst. Der Hund aktiviert durch seinen hohen Aufforderungscharakter geistig und körperlich, und die positiv emotionalisierten Lernerfahrungen sorgen dafür, dass das Erlernte länger im Gedächtnis bleibt.

Hunde wirken auf Menschen, die ein positives Verhältnis zu ihnen haben, stressmindernd. Es gibt verschiedene Studien, die zeigen, dass der Kontakt zu einem Hund heilsame neurophysiologische Vorgänge auslöst. So wird aufgrund der hierbei stattfindenden Ausschüttung von Oxytocin der Blutdruck des Menschen gesenkt und auch der Cortisolspiegel zeigt geringere Werte. In diesem Zusammenhang gibt es Beobachtungen, dass in der Anwesenheit eines Hundes speziell die Redeangst von SchülerInnen in Unterrichts- und Prüfungssituationen nachlässt und damit das Selbstvertrauen zunimmt (vgl. Agsten 2009, S.119f.).

Hunde haben auch vielfältige positive Wirkungen auf soziale, emotionale und kommunikative Kompetenzen von SchülerInnen (vgl. Vernooij / Schneider 2013, S.121ff.). Besonders die Empathiefähigkeit, aber auch die nonverbale Kommunikationsfähigkeit werden gefördert. Verantwortung, Authentizität und Integrität werden durch den Umgang mit dem Hund im Kontakt mit Mitschülern und Lehrpersonen eingeübt und tragen so zu positiven sozialen Beziehungen in der Schule bei. Diese wenigen Beispiele im Überblick machen deutlich, welches Potential in der Anwesenheit von Hunden in der Schule liegt, das auf vielfältige Weise genutzt werden kann.