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„Es hagelte Likes“ – Annette Mierswa hat sich in ihrem Roman „Instagirl“ damit auseinandergesetzt, wie Jugendliche sich in sozialen Netzwerken in Szene setzen, und eine spannende Geschichte um Isi und Kim erzählt. Vor unseren 8. Klassen las die Hamburger Autorin im Rahmen des Lesefestival Käpt’n Book daraus.

Wo ist der beste Platz für ein „Best Friends Forever“-Foto? Kims Idee stößt bei Isi auf Widerstand, dennoch lässt sie sich mitreißen. Das gefährliche Setting sorgte für Stille im Studio, gespannt warteten die Schülerinnen und Schüler darauf zu hören, ob die beiden Figuren heil aus dem Gleisbett herauskommen.

Anette Mierswas Roman beschäftigt sich mit der Bedeutung von Followern und echten Freundinnen und Freunden in der Klassengemeinschaft, mit Zugehörigkeitsgefühl und der Rolle von Aussehen und Styling. Auch in ihre anderen Romane bot sie kleine Einblicke und weckte das Interesse des Publikums.

 

Eine rätselhafte Veranstaltung: Der Kinderbuch-Autor Frank Becker war zu Gast am SJG und las vor Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 5 aus seinem Roman „Cora und die Botschaft der Könige“.

Cora, die 11-jährige Protagonistin, und ihre Freunde Anna und Carlo lieben Krimis und Rätsel. In Frank Beckers neuestem Roman, der in einem Kloster spielt, geht es um ein altes Kloster, das dem Untergang geweiht ist. Als Bruder Thaddäus in den Klostermauern ein verstecktes Buch findet, ahnt er noch nichts von dem Rätsel, das der alte Mönch Dominikus der Nachwelt vor über dreihundert Jahren hinterlassen hat. Cora und ihre Freunde sind alarmiert und setzen alles daran, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Werden sie es noch rechtzeitig schaffen, die Botschaft der Könige zu entschlüsseln?

In einer spannenden Lesung, in der Frank Becker sich immer wieder mit den Schülerinnen und Schülern austauschte und diese zum Miträtseln anregte, kamen sie der Botschaft der Könige näher. Aber das Ende soll natürlich nicht verraten werden…

Im Anschluss hatten die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, Frank Becker ihre vielen Fragen zum Buch und zu seinem Werdegang als Autor zu stellen. Diese reichten von den Lieblingssportarten und seiner persönlichen Lebenssituation über Fragen, wie man ein Buch vermarktet und was es einbringt, bis hin zu der Frage, wie er dazu gekommen sei, Kinderbuchautor zu werden, welche alle ausführlich beantwortet wurden und sogar noch zu einem Gedichtvortrag führten.  

Barbara Haas

In Sachen Kinder- und Jugendbücher bezeichnet er sich als „Newcomer“, sei er doch eigentlich Drehbuchautor: Martin Muser hat dennoch großen Erfolg mit seinen Büchern „Kannawoniwasein!“ Auch die Schülerinnen und Schüler aus der Jahrgangsstufe 5, die ihm bei seiner Lesung in der Aula zuhören durften, waren fasziniert. Im Rahmen des Lesefestivals Käpt’n Book war er bei uns zu Gast; die Katholische Bücherei hatte den Kontakt hergestellt.

„Eltern können echt komisch sein“, stellt Finn fest. Die Hauptfigur aus „Kannawoniwasein!“ darf allein nach Berlin fahren, dabei hat er seine Eltern früher immer als sehr ängstlich erlebt. Aber nach ihrer Trennung ist eben so manches anders. Die Zugfahrt entpuppt sich zu einem großen Abenteuer, denn ihm wird sein Rucksack geklaut und der Schaffner ist nicht damit einverstanden, dass Finn allein unterwegs ist. In Oranienburg übergibt er den Jungen der Polizei.

Das passt Finn natürlich gar nicht. Zunächst erlebt er, dass Buttermilch auf die Uniform eines Polizisten tropft – „wie ein schmelzender Schneemann“ sieht dieser aus und ruft „Kannawoniwasein!“ Dass der Ausruf die berlinerische Aussprache von „Das kann doch wohl nicht wahr sein!“ ist, hatten die Mädchen und Jungen schon zu Beginn der Lesung festgestellt. Finn will also weg, gemeinsam mit Jolla, die wie er nach Berlin „in die Zitty“ will, taucht er in einem Müllcontainer unter. Eine eklige Szene, wie die Zuhörerinnen und Zuhörer einhellig fanden – aber eben auch nötig, damit Finn entkommen kann. Muser verrat das Ende des ersten Buches: Finn kommt heil in Berlin und findet auch seinen Rucksack wieder.

Wie lang er an dem Buch geschrieben habe, lautete eine Frage in der kurzen Fragerunde zum Schluss der Lesung. Und was sind die Schritte, bis ein Buch erscheint? Ganz wichtig auch die Frage: „Was verdienen Sie an einem Buch?“ Dass es nur 80 Cent seien, sorgte für großes Erstaunen im Publikum. „Naja, aber von dem gelben Buch habe ich auch über 20.000 Stück verkauft“, so Muser.

Petra Göb, Leiterin des Medienzentrums, verwies auf den Lesepreis, den Muser kürzlich erhalten hat, und dankte ihm für die amüsante Lesung. Sie freute sich auch über die vielen interessanten Fragen der Mädchen und Jungen. Wer mehr über Finn und Jolla wissen will, kann sich die Bücher ausleihen – sie sind im Medienzentrum vorhanden.

„Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil“ – die Jungs, über die Stefan Gemmel in seinem Roman „Befreiungsschlag“ schreibt, sind zu Straftätern geworden. Sie haben zugeschlagen, einige mehrfach, und werden vom Gericht zu einem Anti-Gewalt-Training bestellt, denn sie wiesen eine „klare schädliche Neigung“ auf. Was für sie zunächst reine Pflichterfüllung ist, gewinnt mehr und mehr an persönlicher Bedeutung. Hier werden sie ernst genommen, der Trainer interessiert sich für sie, hier lernen sie Struktur und erkennen, welche Regeln ihnen guttun. Jugendbuchautor Stefan Gemmel hat ein Jahr lang solch ein Training besucht und anschließend einen Roman verfasst. Daraus las er vor Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9. ...weiterlesen "„Befreiungsschlag“: Lesung von Stefan Gemmel"

„Die Menschen flossen wie Treibgut einfach weiter“: In Daniel Höras Roman „Das Schicksal der Sterne“ geht es um Flucht und Vertreibung. Über die Erlebnisse der Hauptcharaktere und seinen Werdegang als Autor sprach der Jugendbuchautor mit Schülerinnen und Schülern der Klassen 9. Im Rahmen des Lesefestivals „Käpt’n Book“ war er an unsere Schule gekommen.

Karl ist 15, als er aus seiner Heimat Waldenburg vertrieben wird. Er sieht Tote am Wegesrand, nimmt wahr, wenn es einmal nicht nach Verwesung riecht, stiehlt einer Sterbenden das Brot aus den Händen und hört, wie seine Mutter immer wieder nach der vermissten Tochter ruft.

Adib ist 15, als er aus Afghanistan flieht. Er weicht Minen aus, sucht in Mülltonnen nach Essen und sieht zu, dass er auf den vielen Etappen nach Berlin immer im Verborgenen bleibt. „In ihrer Not hatten sie nichts zu verschenken, am wenigsten Mitgefühl“, heißt es über die Gruppe, mit der Adib flieht, in dem Roman. In Berlin angekommen, trifft er Karl. Beide hatten auf der Flucht ihre Geschwister verloren und schreckliche Dinge erlebt – das verbindet sie.

Daniel Höra lernte auf einer Lesung in Berlin einen afghanischen Jungen kennen, der ihn zu dem Buch inspiriert hat. Dessen Geschichte verknüpfte er mit seiner Familiengeschichte, so dass viele Erlebnisse in den Roman eingeflossen sind, „aber verfremdet und verdichtet“, so Höra. Die Schülerinnen und Schüler zeigten großes Interesse daran, wie Höra als Schriftsteller arbeitet und wie er zu seinem Beruf gekommen ist. „Meine Ausbildung zum Schriftsteller hat 16 Jahre gedauert“, berichtete er ihnen. Schon mit 13 habe er gewusst, dass er gern Bücher schreiben möchte, „denn das kann ich: schreiben“, allerdings musste er erst einige Lebenserfahrung gesammelt haben. Mittlerweile könne er gut davon leben und sich auch keinen anderen Beruf vorstellen. Nur mit den Kommaregeln tue er sich schwer, da halte er es mit der künstlerischen Freiheit. Dieses Argument könnten die Mädchen und Jungen auch in der Schule vorbringen, so Höra; wahrscheinlich aber doch ohne Erfolg. Woher er all seine Ideen nehme, wollten die Jugendlichen wissen. „Ich betrachte das eigene Leben als Steinbruch“, so seine Antwort. Er zeigte sich gewiss, dass ihm noch genug für viele neue Bücher einfalle.

Wie schlimm, wie furchtbar, wie unerträglich muss es gewesen sein? Judith Stapf hat sich diese Fragen immer wieder gestellt, wenn sie mit dem KZ-Überlebenden Jerzy Gross gesprochen hatte. Sie las aus „Spiel mir das Lied vom Leben. Judith und der Junge von Schindlers Liste“ vor unseren Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9. In diesem Buch schildert Angela Krummen die Begegnung zwischen der damals elfjährigen Rheinbacher Geigerin Judith und Jerzy Gross, alias Michael Emge, der seine Erlebnisse als Häftling erzählt. Christoph Ahrweiler, Inhaber der Buchhandlung Kayser, hat mit der Musikerin die Lesung vorbereitet und gestaltet. Schülerinnen und Schüler der Q1, die im letzten Schuljahr in Auschwitz waren, kamen mit ihr auf der Aula-Bühne ins Gespräch ...weiterlesen "Das Lied vom Leben: Judith Stapf spielt und liest am SJG"

„Survival – Verloren am Amazonas“ ist der Titel des Jugendbuchs, aus dem unsere fünften Klassen am 1. Oktober 2018 einige Passagen hören durften. Die Veranstaltung fand im Rahmen des Lesefestes „Käpt’n Book“ statt.

Autor Andreas Schlüter las in der SJG-Aula aus dem ersten Band der Dschungel-Abenteuer: Nach einer Bruchlandung kommt der 13-jährige Mike langsam zum Bewusstsein. Wo ist er? Gemeinsam mit seiner kleinen Schwester Ellly sowie seinen Freunden Matheus und Gabriel erkundet er den Dschungel im wilden Amazonasgebiet mit seinen Schlangen, Raubkatzen und Naturgewalten.

Damit sich die Jungen und Mädchen vorstellen konnten, wie es dort aussieht, zeigte Andreas Schlüter ihnen Bilder aus dem Dschungel. Sie ließen sich von ihm gedanklich in diese Welt versetzen und fieberten mit der Hauptfigur.

Die Gelegenheit, einen Autor nach seiner Arbeit zu fragen, ließen sich die Schülerinnen und Schüler nicht entgehen. Und auch um ein Autogramm fragten sie – mit Erfolg. Jetzt warten sie gespannt, ob es nach dem zweiten Teil, „Survival – Der Schatten des Jaguars“, einen dritten Teil geben wird.

Sie freue sich an dieser „superhübschen Schule“, wie sie betonte, lesen zu dürfen: Ulla Scheler besuchte uns am 8. März 2018 und las vor Acht- und Neuntklässlern sowie einigen Schülern aus der EF aus ihren Romanen „Und wenn die Welt verbrennt“ und „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“. Sie war einer Einladung des SJG und der Buchhandlung Kayser gern gefolgt.

Die Jugendbuchautorin, die das Schreiben als Halbtagstätigkeit neben ihrem Informatikstudium versteht, holte die Zuhörinnen und Zuhörer in die Liebesgeschichte zwischen den Figuren Alisa und Felix. Dabei geht es um Angst, Einsamkeit, Verständnis und die Vergangenheit, die Alisa immer wieder einholt. Sätze wie „Die Anwesenheit von Menschen verhindert nicht die Einsamkeit“ oder „Flüssiges Bedauern schwappt in meinem Bauch hin und her“ oder „Die Einsamkeit ist jetzt nur noch wie ein Bluterguss und ich geben acht, dass ich mich beim Schlafen nicht auf die schmerzende Stelle drehe“ schafften Aufmerksamkeit.

Rund drei Jahre hat Ulla Scheler an dem Roman geschrieben, ihr erstes veröffentlichtes Buch, „Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen“, begann sie, als sie 16 war. Sie berichtete den Schülerinnen und Schülern, wie sie auf der Buchmesse einen Literaturagenten fand, erklärte, was ein Exposé ist und woher sie sich die Inspiration holt: „Ich lese ziemlich viel.“ Manchmal seien es auch Liedzeilen, die sie ansprächen. Zu „Und wenn die Welt verbrennt“ erzählt sie von einer Situation in Mexiko: Vor dem Haus der Künstlerin Frida Kahlo habe sie beobachtet, wie die wartenden Besucher vor dem Museumslogo Selfies gemacht hätten: Aus einer gelangweilten Stimmung heraus hätten sie fürs Bild ein glückliches Gesicht aufgesetzt und wären dann wieder gelangweilt gewesen. „Die wenigsten Leute schauen richtig“, meint sie. Das habe sie beschäftigt und zum Schreiben angeregt.

Rudolf Herfurtner las am 8. Oktober im Medienzentrum im Rahmen des Käpt'n Book Festivals aus seinem Roman „Magdalena Himmelstürmerin“. Schülerinnen aus der 7c und Schüler aus der 7d ließen sich von ihm in die Lutherzeit versetzen: Magdalena wird nach dem Tod ihres Vaters und ihres Bruders zu ihrer Tante Elsbeth nach Wittenberg geschickt. Ihre Mutter hat ihr Geld für Ablassbriefe ausgegeben statt für einen Arzt und muss Magdalenas Zuhause verkaufen. Wie Magdalena nach Wittenberg gelangt, erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer aus der Lesung des Romanbeginns.

Zuvor führte der freie Autor kurz in seine Arbeit ein: Jeden Tag begibt er sich in sein Schreibbüro, um zu recherchieren und zu schreiben. Karl Valentins Worte seien ihm dabei stets ihm Ohr: „Es ist alles schon gesagt, aber nicht von allen.“ Dass er überhaupt zum Schreiben gekommen sei, führt er auf den Schmerz in seiner Jugendzeit zurück. Seine Eltern starben, als er 16 war. Die persönliche Ansprache und die eindrucksvolle Schilderung der Zeit vor 500 Jahren zeichneten die Lesung, die von der Öffentlichen Bücherei St. Martin vermittelt worden war,  aus.

 

Er hat 18 Millionen Bücher verkauft. Er hat Shakespeares "Der Kaufmann von Venedig" in Venedig mit Al Pacino und Jeremy Irons gedreht. Und er erhält nach dem ihm 2016 verliehenen britischen Diamond Dagger des Verbandes der britischen Krimischriftsteller  nun am 18. Oktober im St. Joseph-Gymnasium den Preis der ersten Rheinbacher Krimiwoche – den Rheinbacher Glasdolch. Die Rede ist von Peter James, Krimiautor und Hollywood-Produzent aus Brighton oder London, je nachdem, wo er gerade wohnt, wenn er nicht in den USA unterwegs ist. Seine ...weiterlesen "Rheinbacher Glasdolch für Bestsellerautor Peter James"