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Auf den Besinnungstagen der Klassen 7 ging es darum, Gemeinschaft zu erfahren und Vertrauen zueinander sowie zu Gott wachsen zu lassen. Im Haus Wasserburg, einer Jugendbildungsstätte des Pallottiner-Ordens in Vallendar bei Koblenz, verlebten die Klassen Tage mit vielen Spielen und Gesprächen. Die Klassen 6 fuhren nach Manderscheid in der Eifel. Und die Sowi-Kurse aus der Q2 statteten Brüssel einen Besuch ab. 

Auch bei den Aktivitäten der Sechstklässlerinnen und Sechstklässler  – zum Beispiel bei einem Bauernhofbesuch – erlebten die Kinder Zusammenhalt. Konflikte zu lösen, gehörte genauso dazu wie gemeinsam Spaß zu haben. Der Regen in der Eifel konnte ihnen nicht viel anhaben – auch dann ziehen die Mädchen und Jungen an einem Strang!

Der Besuch des Europaparlamentes in Brüssel stellte für die Sowi-Kurse eine Erweiterung ihres politischen Horizontes dar: Wie wichtig ein vereintes Europa für den Frieden ist, sollte beim Besuch der EU-Stadt deutlich werden.

 

 

Es war Sommer, es war warm, der Himmel war blau – diese Atmosphäre passte so gar nicht zu dem, was sie in Auschwitz erwartete. 25 Schülerinnen der Jahrgangsstufe Q2 besuchten im Rahmen ihrer Besinnungstage Ende letzten Schuljahres das Konzentrationslager Auschwitz und die Stadt Krakau. Auf einem Informationsabend schilderten sie jetzt ihre Eindrücke dieser Reise.

Die Worte des Außenministers Heiko Maas, der eine Woche später das KZ besuchte, fanden sie treffend: Auschwitz sei die Hölle auf Erden gewesen. Zunächst habe das Lager gar nicht so tragisch wie in Erzählungen gewirkt, eher unwirklich, wie eine verlassene Stadt, so die Schüler. Als sie die Gaskammer gesehen hätten, habe sich dieser Eindruck jedoch gewandelt. „Diese Berge von Schuhen haben uns gezeigt, dass hinter jedem Gegenstand ein Mensch steckt. Vorher waren das alles nur Zahlen für uns“, berichtete Konrad Hering. Matteo Reimer ergänzte: „Dass von so etwas Leichtem wie einem Haar eine Tonne zusammenkommen kann, ist eine unglaubliche Vorstellung.“

Julia Sürtenich stellte den Zuhörern das Lager Birkenau vor: „Acht Menschen in einem Bett, Latrinen ohne Wasser, Gemälde von Kindern – eigentlich ist das alles unvorstellbar.“

Von dem Gespräch mit dem 97-jährigen Karol Tendera erzählten die Jugendlichen besonders viel. Der ehemalige Häftling schilderte ihnen das Leben im KZ: wie Menschen vom Boden essen mussten, erschossen wurden, weil sie eine Sportübung nicht machen konnten, wie jeder immer Hunger hatte. „Man lebt dort nicht mehr“, habe Tendera ihnen gesagt. Matteo konnte nachvollziehen, dass dies zum Verlust des Glaubens geführt hat. „Wenn man das durchgemacht hat, kann man nicht mehr an einen Gott glauben.“ Ursula Frey-Kess, die gemeinsam mit Ralf Nelles die Gruppe begleitet hatte, war es wichtig, mit den Schülerinnen und Schülern in Krakau, wo sie ihre Unterkunft hatten, über Gedanken und Zweifel zu sprechen – und das Gespräch über die Erfahrungen in die Schule zu tragen.

Erstmalig fanden in diesem Jahr die Tage religiöser Orientierung bereits in Stufe 7 statt. Kurz vor den Osterferien waren die Mädchen vier Tage lang in Vallendar, während die Jungen in der Steinbachtalsperre die Zeit gemeinsam verbrachten. Neben religiösen Angeboten war die Fahrt eine gute Gelegenheit für die Klassenlehrer mit ihren Schülerinnen und Schülern außerhalb des Unterrichts Zeit zu verbringen. 

Die Schülerinnen und Schüler haben von Teamern der Häuser Impulse erhalten, über sich selbst und den Umgang mit Klassenkameradinnen und Klassenkameraden nachzudenken. Was ist wichtig für die Gemeinschaft, welchen Platz habe ich darin, was zeichnet uns als Klasse und mich als Menschen aus?

Verantwortung für die Gestaltung des Lebens zu übernehmen war ein wesentlicher Teil dieser Fahrt, bei der aber auch viel gespielt und die Klassengemeinschaft gestärkt wurde.

Das überwiegend positive Feedback der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zeigt, dass die Besinnungstage zu Beginn der Mittelstufe eine Bereicherung darstellen. Die Planung für die kommenden Jahrgänge wird kritische Anregungen aufnehmen, so dass sie sich dem Statement eines Schülers in diesem Jahr anschließen können: „Ich fand die Besinnungstage witzig, cool, angenehm, besinnlich, beruhigend und schön.“ 

Voller Eindrücke sind die Schüler der Jahrgangsstufe 12 (Q2) aus Oswiecim in Polen zurückgekehrt, wo sie während ihres fünftägigen Aufenthaltes die Genkstätten des KZ-Grauens im Stammlager Auschwitz und dem Vernichtungslager Birkenau besucht und sich ausführlich mit dem unfassbaren Geschehen in der deutschen Geschichte befasst haben. Höhepunkt war die Begegnung mit dem 91-jährigen KZ-Überlebenden Professor Waclaw Dlugoborsky. Die Schüler berichten am Dientag, 21. März, 19.30 Uhr, im Mariensaal des Erzbischöflchen St. Joseph-Gymnasiums über ihre eindrucksvolle "Reise in eine traurige Vergangenheit".