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III.3. Besinnungstage – mit anderen und für sich

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 nehmen an Besinnungstagen, Tagen religiöser Orientierung, teil. In diesem Alter stellen sie sich verstärkt die Frage nach ihrer Identität, sie nehmen Abschied vom Kinderglauben und suchen nach Antworten auf Sinnfragen. Diese Tage verbringen die Mädchenklassen gemeinsam in einem Tagungshaus – derzeit in der Bildungsstätte der Pallottiner in Vallendar, dem Haus Wasserburg – und die Jungenklassen gemeinsam in einem anderem Tagungshaus oder zu einem anderen Zeitpunkt ebenfalls in Vallendar.

Diese Tage, die zeitnah zu den Osterferien stattfinden, dienen auch der Stärkung der Klassengemeinschaft. Die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer begleiten ihre Klasse, sind aber nicht bei den Arbeitseinheiten mit den von den Häusern vermittelten TeamerInnen und ReferentInnen anwesend. Sie erleben ihre Klasse bei Freizeitaktivitäten und beim gemeinsamen Essen; dabei erhalten sie neue Einblicke in die Klassenstruktur. Die Gespräche, die Teamspiele und die kreativen Aufgaben sind von den Häusern bewusst so konzipiert, dass Lehrpersonen nicht daran teilnehmen. Auf diese Weise wird ein geschützter, bewertungsfreier Raum für die Mädchen und die Jungen geschaffen. Ein Gottesdienst vor Ort, der die Themen der Tage aufnimmt, rundet die Zeit in der Bildungsstätte ab.

Auch für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 werden Besinnungstage veranstaltet. Dabei kann zwischen unterschiedlichen Angeboten gewählt werden. Alle Fahrten finden gleichzeitig in der vorletzten Woche vor den Sommerferien statt:

Eine Gruppe ist beim Jugendtreffen in Taizé, Burgund, zu Gast, begleitet von Lehrkräften und älteren Schülerinnen und Schülern, die die Bibelgruppen dort leiten. Das Besuchen der Andachten der Brüder von Taizé gehört selbstverständlich genauso dazu wie die Beteiligung an der Arbeit dort – beispielsweise putzen, Essen ausgeben, die Kirche vorbereiten.

Eine weitere Gruppe fährt nach Krakau und Auschwitz. Der Besuch des Konzentrationslagers und die Auseinandersetzung mit der Geschichte und, damit verbunden, der Theodizeefrage stehen dabei im Vordergrund. Außerdem erhält die Gruppe Einblicke in das jüdische Leben in Krakau.

Im Don-Bosco-Haus in Jünkerath werden ebenfalls Besinnungstage angeboten, dabei unterstützen uns Referenten des Hauses. Sie gestalten unterschiedliche Kurse, unter denen die Jugendlichen vorher gewählt haben, beispielsweise zum Umgang mit persönlichen Grenzen, meditative Angebote oder politische Diskussionen. Hinzu kommen Angebote, mit Kunst- oder Musiklehrerinnen oder -lehrern künstlerisch oder musikalisch zu arbeiten.

Ein Stück des Jakobsweges legt eine Pilgergruppe zurück, in den vergangenen Jahren ist sie in Rheinbach aufgebrochen. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei eine Art der Fortbewegung, der Welterfahrung und der Gotteserfahrung kennen, die ihnen in ihrem Alltag fremd ist. Dieses Angebot wird von Lehrkräften begleitet.

In den nächsten Jahren können je nach Stufengröße und Wünschen der Schülerinnen und Schüler weitere Angebote hinzukommen.

Die Schülerinnen und Schüler sollen in diesen Tagen die Möglichkeit haben, sich mit sich selbst, mit ihrer Umwelt und mit Gott auseinanderzusetzen – in einer anderen Umgebung als der gewohnten, in neuen Konstellationen und an besonderen Orten. Sie gehen der Frage nach, was für sie wirklich wichtig ist, wie sie ihr Leben gegenwärtig gestalten und künftig gestalten wollen. Sie lernen Menschen kennen, die über ihren Glauben sprechen, sie erfahren Impulse und sie feiern Gottesdienste. Ihre Erlebnisse fließen ins Schulleben ein, beispielsweise in Vorträgen über Auschwitz oder in Taizé-Andachten.