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I.7. Net-Piloten

Das Internet durchdringt den Alltag von jedem von uns. Studien zufolge sind neun von zehn Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 18 Jahren täglich online, wobei Jugendliche durchschnittlich 208 Minuten pro Tag im Netz verbringen, was etwa vier Schulstunden entspricht (Quelle: Die Zeit, 2021).

Während die überwiegende Anzahl von Jugendlichen einen unproblematischen Gebrauch pflegt, kommt es bei anderen zu Verhaltensproblemen, zur Abhängigkeit von Internet, sozialen Netzwerken oder Computerspielen. Dabei kann nicht an einer festen Stundenzahl festgemacht werden, ob ein Medienmissbrauch stattfindet. Zu den Indikatoren für eine Suchterkrankung gehören sozialer Rückzug, schlechte Konzentration oder Entzugserscheinungen. Durch die Vernachlässigung anderer wichtiger Lebensaufgaben entstehen erhebliche Probleme.

„Die aktuelle Drogenaffinitätsstudie der BZgA zeigt, dass 5,8% der 12- bis 17-Jährigen eine computerspiel- und internetbezogene Störung haben, zum Beispiel ein süchtiges Verhalten.“ Dabei liegt der Anteil von Mädchen mit 7,1 % höher als bei den gleichaltrigen Jungen mit 4,5% (Net-Piloten Schulungsmanual, S. 37). Seit 2018 erkennt die WHO Computerspiel- und Internetsucht als Krankheit an (gaming disorder).

Vor diesem Hintergrund wurde am SJG das Net-Piloten-Projekt installiert. Verantwortlich dafür sind die als Multiplikatoren ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen.

Zielsetzung des Net-Piloten-Projektes ist es, das eigene Medienkonsumverhalten zu reflektieren und zu einem verantwortungsvollen Umgang zu führen, wobei keine Verteuflung intendiert wird.

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 werden in einer viertägigen Schulung zu „Peers“ ausgebildet. Diese führen sofort im Anschluss daran Workshops in allen Klassen der Jahrgangsstufe 6 durch. In der Ausbildung sowie in den Workshops geht es um die Faszination moderner Medien, die grundlegenden Gefahren des Internets, insbesondere aber um die Gefahr der Medienabhängigkeit. Hierbei orientieren wir uns an der klassischen Suchtprävention (z.B. „Suchttreppe“).

Die Wissensvermittlung wird durch erlebnispädagogische Elemente, Präsentationen, Diskussionen und intensive Übungen in den Netpiloten-Schulungen ergänzt. Hier geht es um Motivation und Identifikation der SchülerInnen mit ihrer Rolle als Net-Piloten. Diese Rolle übernehmen sie dann erstmals in den Workshops für die 6er, stehen aber auch für das laufende Schuljahr als AnsprechpartnerInnen für alle SchülerInnen zur Verfügung. Sie führen beispielsweise Projekttage durch, halten Unterrichtsstunden oder gestalten Elternabende zu Themen wie „Facebook“, „Cybermobbing“, „Sexting“, „Handy-Nutzung“ oder „Computerspiele“, um diese präventiv im schulischen Alltag aufzubereiten.