Springe zum Inhalt

I.6. Streitschlichtung – Selig, die Frieden stiften…

In der Streitschlichtung besteht für die Teilnehmenden die Möglichkeit, in einem geschützten Raum ihre Konflikte selbst zu lösen, sie stehen miteinander auf einer Stufe. Es ist ein demokratisches Verfahren, weil die Teilnehmer miteinander als Experten der Konfliktlösung oder als Streitende gemeinsam nach einer verträglichen Lösung suchen, die zum Ziel hat, nach dem Streit einander in die Augen schauen zu können.

Das Konzept der Streitschlichtung basiert auf den Grundlagen der Mediation, der Vermittlung in einem Konflikt. Hierbei wird der Konflikt, und das ist das Wesentliche, von den Konfliktpartnern selbst mit Hilfe eines Vermittlers gelöst. Die „Kontrahenten“ sind somit für die Lösung des Konfliktes selbst zuständig – sie suchen im Gespräch/Rollenspiel gemeinsam mit dem Schlichter / der Schlichterin einen Weg, einen Konsens, der den Streit beendet.

Ziele in der Schule sind

  1. Stärkung der Sozialkompetenz der Schüler/innen – dies gilt sowohl für die nach Lösungen suchenden Streitenden als auch für die Streitschlichter/innen.
  2. Entlastung von Lehrer/innen, häufig landen Konflikte im Schulalltag bei den Klas­senlehrern/innen und verfolgen sie, ohne dass eine geeignete Lösung gefunden wird.
  3. Entlastung der Eltern, da sie wissen, dass ihre Kinder Streitsituationen meistern und weder als Sieger noch als Verlierer nach Hause kommen, sondern die Möglichkeit der Versöhnung/Vermittlung erhalten.
  4. Erlernen einer anderen Streitkultur, die den Schülerinnen und Schülern über die Schule hinaus hilft, mit Konfliktsituationen besser umzugehen.

Im Schulalltag sind die Klassenlehrer und Klassenlehrerinnen der 5. Klassen sowie die ausgebildeten Mediatorinnen und Mediatoren aus dem Kollegium in besonderer Weise verantwortlich.

Streitschlichtung sollte in den 5. Klassen eingeübt und dann im Laufe des Schullebens institutionalisiert werden, entweder durch die Inanspruchnahme der Schlichtung oder aber durch die selbstständige Lösung von Konflikten.

Konkret bedeutet dies:

  1. Soziales Training in den Klassen 5 im Klassenverband (Klassenlehrer/in oder Religi­onslehrer/in): Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, mit Konflikten umzugehen, und begreifen, dass in der gemeinsamen, dauerhaften Lösung des Konfliktes ein großer Gewinn für alle Beteiligten steckt.
  2. Ausbildung und Begleitung der Streitschlichter: Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 werden von den Mediatoren geworben, ausgewählt, auf ihre Aufgabe innerhalb einer AG vorbereitet und beginnen nach dieser Ausbildung mit den ersten Schlichtungen. Sie werden während dieser Zeit von den Mediatoren begleitet und haben weiterhin regelmäßige Treffen.

Die Streitschlichter /innen stehen jeweils in den großen Pausen zu Gesprächen in ihrem Raum zur Verfügung.