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Lehre statt Studium: Faszination Holz

Moritz Kreuzberg, Abitur 2018: Tischler/Schreiner

Abiurfächer: Mathe, Erdkunde, Englisch, Deutsch

Ich bin Moritz und habe mich anders als einige andere Abiturienten aus meinem Jahrgang gegen das Studieren entschieden. Schon früh stand für mich fest, dass ich nach der Schule einen praktischen Beruf im Handwerk erlernen wollte, so dass ich schon während der 11. Klasse meine Lehrstelle so gut wie sicher hatte.

Wieso ich praktisch arbeiten wollte und wie es dazu kam, dass ich jetzt letztendlich Schreiner werden wollte?

Ich habe mehrere Praktika in verschiedenen Berufen gemacht, wie zum Beispiel in einer Grundschule oder auch mehrere bei Schreinereien.

Für mich hat es immer die größte Rolle gespielt einen Beruf zu wählen, der mir Spaß macht, mir liegt und bei dem ich weiß, dass ich diesen Beruf wirklich auch noch in der Zukunft machen möchte. Mir war es auch immer egal, ob das jetzt ein Beruf ist, in dem man nicht unbedingt das große Geld macht, die Hauptsache war, wie gesagt, der Spaß an der Arbeit.

Ich persönlich kann auch nur sagen, dass es nach jetzt knapp einem Jahr in der Lehre, die für mich eh schon nur zwei Jahre geht, genau die richtige Wahl war. Für jemanden, der sich schon früh für Holzarbeiten begeistern konnte, ist es der perfekte Job. Man lernt sehr viele verschiedene Verwendungszwecke des Holzes kennen, baut beeindruckende Dinge und vor allem hat man auch viel mit anderen Handwerksberufen zu tun, wie zum Beispiel Metallbau, wenn man mal ein Gestell aus Metall für eine Kommode fertigt. Auch die einzelnen Arbeiten mit Holz sind sehr unterschiedlich. So baut man mal einige Wochen lang eine ganz klassische rustikale Treppe im Betrieb und die Wochen danach fallen andere Arbeiten an wie ein Büroschrank oder einfach nur Reparaturen von Möbelstücken oder Fenstern etc.

Ich persönlich muss auch dazu sagen, dass ich in einem kleinen Betrieb arbeite und wir keine richtige Spezialisierung auf eine bestimmte Bauart haben, so dass man eine sehr große Abwechslung bei den einzelnen Arbeiten hat und nicht jeden Tag die gleichen Arbeiten erledigt. Dies ist für das Erlernen des Berufes optimal, da man so sehr vielseitig und flexibel auf das spätere Berufsleben nach der Lehre vorbereitet wird.

Jedem, der sich für handwerkliche Arbeiten interessiert, kann ich nur empfehlen mal ein Praktikum in einer Schreinerei zu machen, um sich mal den Arbeitsalltag eines Schreiners anzugucken und mitzuerleben. Oder wie die ganzen Geräte wie Formatkreissäge, Hobelmaschinen, Fräsen oder Schleifmaschinen eingesetzt werden, so dass am Ende aus einem ursprünglich rohen (unbearbeiteten) Stück Holz bzw. Baumstamm Möbel oder ähnliches entstehen.

Was mir besonders gut an meinem Beruf gefällt ist, dass man nicht nur seine Arbeit sieht, die man in seinem Job aufwendet, sondern auch am Ende ein Produkt hat, das dem Kunden gefällt und man so auch Anerkennung bekommt für die geleistete Arbeit.

Ich persönlich finde es schade, dass heutzutage viele Abiturienten denken, sie müssten studieren. Nicht nur durch die Eltern, sondern auch durch die Schule wird oft ein solches Bild vorausgesetzt.

Meiner Meinung nach jedoch sollte man einfach seine Träumen, Wünschen und Zielen nachgehen und sich nicht dazu gezwungen fühlen zu studieren, wenn man es eigentlich nicht will. Denn auch mit einer Ausbildung kann man sehr viel in seinem Leben erreichen und eine erfolgreiche Karriere machen.

Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen ein wenig helfen einen kleinen Einblick in meine Berufswahl zu bekommen. Vielleicht konnte ich auch das ein oder andere Interesse für den Beruf als Tischler wecken.