Springe zum Inhalt

Tischtennisschläger, Bälle, Gummitwist, Federballschläger: zur Gestaltung der Bewegten Pause auf dem Schulhof verfügen die Klassen 5 bis 7 als erweitertes Angebot über Spielekisten, in denen solche Dinge gesammelt sind, sehr zur Freude der Schülerinnen und Schüler, die rege davon Gebrauch machen.

Sie bedienen sich aus den Boxen und sind dafür verantwortlich, anschließend auch alles wieder zurückzulegen. Immer wieder landen Bälle in Dornbüschen oder auf den Dächern oder Material der einen Klasse findet sich in einer anderen wieder. „Aber das regeln die Mädchen und Jungen alles – manchmal mit Unterstützung der Lehrkräfte“, erklärt Nicole Schmidt, die mit Franziska Gniewkowski und Katharina Lang die Kisten für die Schule angeschafft hat. Jede Klasse hat Paten bestimmt, die den Inhalt der Kiste überwacht.

Zu schön für den Sperrmüll: Aus alten Holzstühlen fertigte ein Kurs im Projektunterricht neue Sitzgelegenheiten. Die Schülerinnen und Schüler bemalten mit Kerstin Clasen und Claudia Cronenberg die Möbel mit selbst entworfenen Motiven.

Zunächst musste das Holz abgeschliffen werden, dann übertrugen die Mädchen und Jungen ihre Motive mit Hilfe von Folien auf die Stühle und gingen dann mit Farbe ans Werk. In den Sommerferien wird Hausmeister Andreas Gawenda die Holzmöbel auf dem Schulhof so positionieren, dass sie nicht weglaufen. „Aus Alt mach Neu“ lautete das Projekt, bei dem die Achtklässlerinnen und Achtklässler begeistert und kreativ mitarbeiteten.

Die Baumaßnahmen schreiten voran, bislang ist alles im Zeitplan. Derzeit wird der Bereich ausgekoffert, auf dem der neue Verbindungsbau entstehen soll. Anschließend wird die Bodenplatte gegossen und der Rohbau fertiggestellt, so dass der Winter kommen darf. In den Wintermonaten steht dann der Innenausbau an.

Wie aktiv sind unsere Bienen? Eine Gruppe des Forschenden Lernens beobachtete ein eigenes Bienenvolk: Welcher Pollen wird eingetragen? Wieviel Honig entsteht? Wieviel Brut gibt es? Wie sieht der Schwänzeltanz aus und wann folgen die Bienen der Vortänzerin? Jede Woche sind die Schülerinnen und Schüler mit Imker Hartmut Neumann, Beirat für den Bereich Jugend- u. Schulimkerei Rheinbach, zusammengekommen und forschten unter seiner Anleitung. Michael Czerwinski, Imker aus Todenfeld, besitzt und kümmert sich um die Bienenstöcke im ans SJG grenzenden Park und hat die Einrichtung unseres ersten eigenen Bienenstocks betreut.

Zum Schuljahresende verfügen die Mädchen und Jungen über ein profundes Wissen, das sie beim Präsentationsabend des Forschenden Lernens vorstellten und künftig an weitere Schülerinnen und Schüler in einer Bienen-AG weitergeben. Sie wissen um die hohe Bedeutung der Insekten und wissen fachmännisch mit dem fleißigen Volk umzugehen.

Das SJG bekommt einen Schulgarten! Die Stadt hat uns einen Gartenbereich im Park hinter der Schule zugesagt, den wir frei gestalten können. Helmut Gaßmann, Koordinator Naturwissenschaften, plant, mit einer Gruppe aus dem Forschenden Lernen ein Konzept dafür zu entwickeln. Vom Wissenschaftsladen Bonn, mit dem unsere Schule seit vielen Jahren zusammenarbeitet, kommt die Anregung, den Boden gemeinsam mit Wissenschaftlern zu untersuchen und davon ausgehend zu planen.

Einige Schüler und Schülerinnen, die sich im Forschenden Lernen mit Bienen beschäftigt haben, wollen gerne an und in einem Schulgarten arbeiten und dafür sorgen, dass Bienen ausreichend Nahrung finden. „Wie wir das am besten angehen, dafür ist der Austausch mit Wissenschaftlern – auch Studierenden – der Hochschule hilfreich“, so Helmut Gaßmann. „Der Wissenschaftsladen als Vermittler unterstützt uns dankenswerter Weise dabei.“

„Analog ist das neue Bio“, erklärte Dr. Matthias Burchardt, Universität Köln, bei seinem Vortrag unserer neuen Veranstaltungsreihe „SJG Forum“. Er sprach über „Die Schattenseiten der Digitalisierung“ und diskutierte mit Eltern, Schülern und Lehrern über Tablet und Tafel –„wir benötigen beides“ – Totalitarismus und Überwachungsproblematik und die hohe Bedeutung von Menschlichkeit in der Schule.

Daher spricht er sich dafür aus, mit den neuen Medien behutsam umzugehen. Zwar sei es wichtig, die Schüler fit für die digitale Welt zu machen, sie müssten aber üben, sich eine andere Welt vorzustellen, das gehe nur analog. „Wir sollten das Wohlergehen unserer Kinder nicht aus unserer Hand geben und Algorithmen überlassen“, ist er sich sicher. Ihm geht es darum, die Entwicklung nicht einfach passieren zu lassen, sondern sie mitzugestalten, damit Gutes daraus werde. „Wir werden manipuliert“, so Burchardt, dessen müssten wir uns bewusst sein. So würden im Design bewusst suchtindizierende Strategien angewandt. Daher sei er dankbar für die Ruhe an Schulen, an denen es ein komplettes Handyverbot gebe.

Zu den gesundheitlichen Folgen zitierte er die BLICK-Studie der Kinder- und Jugendärzte, die auf den Rückzug des Lesens, eine Hemmung der Sprachentwicklung, Sucht, Aufmerksamkeitsstärkung, Stress und Kopfschmerzen als Folgen von verstärktem Medienkonsum verweis.

Ein weiterer Aspekt seien die Datensicherheit und das Problem der Erpressbarkeit. „Digitalisierung ist ein politisches und ökonomisches Phänomen“, so der Akademische Rat Burchardt. Dem stellte er das Menschenbild der Aufklärung gegenüber. Der Mensch als Vernunftwesen sie nicht das Objekt von Geschehnissen und Machthabern, sondern Urheber der Geschichte. „Er kann gestalten und selbst entscheiden, für das Gute oder das Böse.“

Im Zeitalter der Digitalisierung bräuchten wir die Pädagogik, damit Menschen mit ihrer Vernunft kreativ umgingen, statt sich „in Faulheit zurückzuziehen und die Dinge geschehen zu lassen“.

 

Britta Deppe vom Elisabeth-Hospiz in Lohmar war zu Gast am SJG. Die Schülerinnen der Klassen 8b und 8c hatten zugunsten des Hospizes gebacken und übergaben nun eine Spende von rund 200 Euro an Britta Deppe, die den Schülerinnen dankte und von dem Haus in Lohmar erzählte.

Die Stimmung in dem Haus sei gut – dass es ein besonderer Ort ist, wurde den Mädchen beim Zuhören schnell klar. Und auch die Fotos, die Britta Deppe ihnen zeigte, vermittelten Geborgenheit und Ruhe. Der Umgang mit den todkranken Menschen und mit dem Tod, das Leben im Haus und das Miteinander im Hospiz ließ viele Fragen der Schülerinnen aufkommen, die in der Runde beantwortet wurden. „Tränen gehören bei uns dazu; aber das Hospiz ist auch ein Ort zum Leben“, so Britta Deppe. Dass dieses Leben von Wertschätzung geprägt ist, wurde in der Runde deutlich. „Es geht bei uns darum, in jedem Moment ganz da zu sein“ – ein für die Gruppe beeindruckender Satz.

In diesem Jahr fand unsere Musikfestival erstmals Open Air statt. Auf der Wiese zur Stadtparkseite breiteten die Zuhörerinnen und Zuhörer ihre Picknickdecken aus und lauschten dem Musikprogramm auf der Bühne oder hielten zwischendurch ein Schwätzchen. Alle Ensembles des SJG gestalteten einen bunten Abend in legerer Atmosphäre.

Der Jungenchor der Unterstufe eröffnete das Konzert mit „Applaus, Applaus“, gefolgt vom Mädchenchor der Klassen 5 und 6, der das Finale des Musicals „Ein Engel?“ zum Besten gab. Die Bigband spielte ein Potburri aus Queen, Abba und Swing und sorgte für das Festival-Feeling.

Musiklehrer Michael Küßner dirigierte das Junior-Orchester und das „sul ponticello“-Orchester zum letzten Mal. Er wurde vom Orchesterrat herzlich in die Pensionierung verabschiedet und sang selbst „I did it my way“, um der Schulgemeinschaft Ade zu sagen. Auch das Orchester hatte Abba im Gepäck.

Ein gemeinsamer Chor aus Schülern und Lehrern sang „Don’t stop me now“, die Lehrerband trat u.a. mit „Walking on Sunshine“ auf und die Abiband animierte in wechselnder Besetzung zum Mitsingen oder Taschenlampen-Winken. Als Solistinnen standen Emma Mauss, Lena Melder, beide 6b, Jeanne Edimo Dicka, 5c und Jennifer Rühling, Q1, auf der Stadtpark-Bühne. Hut ab vor so viel Courage und ihrem wunderbaren Gesang. Applaus für alle Akteure!