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Sina Schwinn, Abitur 2018: Psychologie und Neurowissenschaften, Ohio State University


Bereits in der EF habe ich angefangen mögliche Zukunftspläne zu gestalten und mich über die breite Auswahl der Studiengänge heutzutage zu informieren. Vor allem hat mich aber die Lage der verschiedenen Universitäten interessiert, weshalb mir später auch der Gedanke kam, im Ausland zu studieren. Mein Traum war es in Amerika zu studieren, jedoch fiel mir bei weiterer Recherche der im Vergleich zu Deutschland sehr hohe Kostenaufwand ins Auge, weshalb ich anfing mich über mögliche Stipendien zu informieren. Sportstipendien machen einen sehr hohen Anteil der zu vergebenen Stipendien in den USA aus, was mir sehr entgegen kam. Seit ich klein bin, spiele ich Feldhockey und habe in der Q1 und Q2 in Köln schon auf Bundesliganiveau gespielt.

Mit Hilfe einer Organisation wurde ich an Feldhockeytrainer an amerikanischen Universitäten vermittelt. Der Vermittlungsprozess beanspruchte viel Zeit und Aufwand, da ich neben der Schule und dem Training Papiere ausfüllen, ein Highlight-Video zusammenstellen, den TOEFL-Test, sowie den SAT-Test absolvieren und mit wöchentlichen Skype-Gesprächen mit den Trainern in Kontakt treten musste. 

Nach ungefähr einem Jahr habe ich die verschiedenen Anfragen aus Amerika auf drei Universitäten für mich selber auf Grund von persönlichen Präferenzen reduziert. Ich bekam von allen drei Universitäten die Möglichkeit, vor Ort den Campus anzugucken, die Trainer persönlich kennen zu lernen, die Trainingsmöglichkeiten zu sehen, sowie die akademischen Möglichkeiten detaillierter erklärt zu bekommen. Nach Betrachten aller für mich relevanten Faktoren habe ich mich dazu entschlossen, mein Studium an der Ohio State University anzufangen. Außerdem habe ich mich mit Hilfe der „Academic Advisor“ vor Ort dazu entschieden meinen Bachelor in Psychologie mit Neurowissenschaften als Nebenfach zu beginnen. 

Anders als in Deutschland dauert das Bachelor Studium in Amerika vier Jahre, wovon viele aber das erste Jahr nutzen sich mehrere Studiengänge etwas genauer anzugucken, da man sich erst später für eines entscheiden muss. Diese Möglichkeit nimmt den Druck bei der Studiumswahl gleich nach dem Abitur etwas heraus und bietet dir mehr Freiheiten an, in alle deine Interessen etwas hinein zu schnuppern. 

An dem Studium in Amerika gefällt, mir vor allem das Campus-Leben. Die ersten zwei Jahre des Studiums ist man verpflichtet auf dem Campus zu leben, was es einem erheblich vereinfacht den Campus und neue Menschen kennen zu lernen, mit der Kultur vertraut zu werden, und vieles weitere. Amerikanische Universitäten bieten außerdem eine enorme Anzahl von möglichen Aktivitäten auf und um den Campus herum an. So hatte ich zum Beispiel die Möglichkeit den Samstagvormittag in einem 105.000 Zuschauer-großem Footballstadion zu verbringen oder Donnerstagabend zu den Basketballspielen der Universität zu gehen. 

Akademisch gesehen gibt es auch ein paar Unterscheide, die ich in Amerika sehr schätze. In jedem Fach schreibe ich pro Semester drei bis vier Klausuren. Dazu kommt noch, dass in den meisten Fächern wöchentlich auch noch kleinere Tests durchgeführt werden, und man wöchentlich vorgeschriebene Hausaufgaben mit einer Deadline online einreichen muss. Alles wird benotet und fließt in die Gesamtnote für das Fach mit ein, was dazu führt, dass man den in den Vorlesungen durchgenommenen Stoff für sich selber nochmal anschaut und vertieft und sich während des Semesters nicht schleifen lässt. Des Weiteren gefällt mir an meinem Studium in Amerika, dass ich mir die Fächer, die ich für Psychologie und Neurowissenschaften benötige, selber aus einem breit gefächerten Angebot aussuchen und entscheiden kann in welchem Semester ich sie belegen will.

Allgemein kann ich jedem nur empfehlen ein Studium in den USA zu beginnen. Die Menschen sind total aufgeschlossen und man hat die Möglichkeit eine neue Kultur ganz anders kennen zu lernen. Außerdem sind gerade die Fächer Psychologie und Neurowissenschaften in den USA etwas fortgeschrittener und man hat ebenso die Möglichkeit sich an den zahlreichen Forschungen von der Universität zu beteiligen. 

Moritz Kreuzberg, Abitur 2018: Tischler/Schreiner

Abiurfächer: Mathe, Erdkunde, Englisch, Deutsch

Ich bin Moritz und habe mich anders als einige andere Abiturienten aus meinem Jahrgang gegen das Studieren entschieden. Schon früh stand für mich fest, dass ich nach der Schule einen praktischen Beruf im Handwerk erlernen wollte, so dass ich schon während der 11. Klasse meine Lehrstelle so gut wie sicher hatte.

Wieso ich praktisch arbeiten wollte und wie es dazu kam, dass ich jetzt letztendlich Schreiner werden wollte?

Ich habe mehrere Praktika in verschiedenen Berufen gemacht, wie zum Beispiel in einer Grundschule oder auch mehrere bei Schreinereien.

Für mich hat es immer die größte Rolle gespielt einen Beruf zu wählen, der mir Spaß macht, mir liegt und bei dem ich weiß, dass ich diesen Beruf wirklich auch noch in der Zukunft machen möchte. Mir war es auch immer egal, ob das jetzt ein Beruf ist, in dem man nicht unbedingt das große Geld macht, die Hauptsache war, wie gesagt, der Spaß an der Arbeit.

Ich persönlich kann auch nur sagen, dass es nach jetzt knapp einem Jahr in der Lehre, die für mich eh schon nur zwei Jahre geht, genau die richtige Wahl war. Für jemanden, der sich schon früh für Holzarbeiten begeistern konnte, ist es der perfekte Job. Man lernt sehr viele verschiedene Verwendungszwecke des Holzes kennen, baut beeindruckende Dinge und vor allem hat man auch viel mit anderen Handwerksberufen zu tun, wie zum Beispiel Metallbau, wenn man mal ein Gestell aus Metall für eine Kommode fertigt. Auch die einzelnen Arbeiten mit Holz sind sehr unterschiedlich. So baut man mal einige Wochen lang eine ganz klassische rustikale Treppe im Betrieb und die Wochen danach fallen andere Arbeiten an wie ein Büroschrank oder einfach nur Reparaturen von Möbelstücken oder Fenstern etc.

Ich persönlich muss auch dazu sagen, dass ich in einem kleinen Betrieb arbeite und wir keine richtige Spezialisierung auf eine bestimmte Bauart haben, so dass man eine sehr große Abwechslung bei den einzelnen Arbeiten hat und nicht jeden Tag die gleichen Arbeiten erledigt. Dies ist für das Erlernen des Berufes optimal, da man so sehr vielseitig und flexibel auf das spätere Berufsleben nach der Lehre vorbereitet wird.

Jedem, der sich für handwerkliche Arbeiten interessiert, kann ich nur empfehlen mal ein Praktikum in einer Schreinerei zu machen, um sich mal den Arbeitsalltag eines Schreiners anzugucken und mitzuerleben. Oder wie die ganzen Geräte wie Formatkreissäge, Hobelmaschinen, Fräsen oder Schleifmaschinen eingesetzt werden, so dass am Ende aus einem ursprünglich rohen (unbearbeiteten) Stück Holz bzw. Baumstamm Möbel oder ähnliches entstehen.

Was mir besonders gut an meinem Beruf gefällt ist, dass man nicht nur seine Arbeit sieht, die man in seinem Job aufwendet, sondern auch am Ende ein Produkt hat, das dem Kunden gefällt und man so auch Anerkennung bekommt für die geleistete Arbeit.

Ich persönlich finde es schade, dass heutzutage viele Abiturienten denken, sie müssten studieren. Nicht nur durch die Eltern, sondern auch durch die Schule wird oft ein solches Bild vorausgesetzt.

Meiner Meinung nach jedoch sollte man einfach seine Träumen, Wünschen und Zielen nachgehen und sich nicht dazu gezwungen fühlen zu studieren, wenn man es eigentlich nicht will. Denn auch mit einer Ausbildung kann man sehr viel in seinem Leben erreichen und eine erfolgreiche Karriere machen.

Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen ein wenig helfen einen kleinen Einblick in meine Berufswahl zu bekommen. Vielleicht konnte ich auch das ein oder andere Interesse für den Beruf als Tischler wecken.