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An unserem Patronatsfest erinnern wir uns an unseren Namensgeber: Der heilige Joseph hat Verantwortung für seine Familie übernommen. In diesem Jahr lautet das Thema: Verantwortung für den Frieden. Nach einem Wortgottesdienst auf dem Schulhof prozessierte die Schulgemeinschaft (nahezu) schweigend Richtung Felder und brachte mit blauer Kleidung ihre Solidarität mit der Ukraine zum Ausdruck. Wieder zurück auf dem Schulgelände, bildeten wir mit Osterglocken in der Hand ein Kreuz.

Schweigen ist Teil unserer Hochachtung vor Gott. Durch Schweigen können wir unser Ohr nach innen öffnen. „Bei Gott allein wird ruhig meine Seele, von ihm kommt mir Rettung“, steht in Ps 62,2 geschrieben. In dem Vertrauen, dass Gott bei uns ist und uns etwas zu sagen hat, wie wir  uns für den Frieden, seinen Frieden einsetzen können, haben wir uns auf den Weg gemacht. Weitere Aktionen werden folgen – zum Beispiel ein Spendenlauf im Mai.

Mit dem Kreuzzeichen aus Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern setzten wir unser Gebet für den Frieden fort und sind uns als kirchliche Gemeinschaft unserer Verantwortung körperlich bewusst geworden. Wir sind Leib Christi, wir stehen für den Frieden ein und wir bewegen uns.

Danke an Schulseelsorger Pfarrer Daniel Sluminsky, ans Orchester, das die Veranstaltung musikalisch begleitet hat, und an alle Helferinnen und Helfer!

Als Kind wollte er Batman werden, doch dann wurde er Priester: Seit Mai ist Pfarrer Daniel Sluminsky unser neuer Schulseelsorger. Die Schulgemeinschaft begrüßte ihn am Mittwoch, 2. Juni, mit einem feierlichen Gottesdienst in seinem Amt. Stellvertretend waren einige Sechstklässler, die SV, die Fachlehrerinnen und Fachlehrer für Religion und der Lehrerrat in unserer Kapelle versammelt. Schulleiter Michael Bornemann überbrachte ein Grußwort von Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke, Hauptabteilungsleiterin Schule am Erzbistum Köln, die coronabedingt nicht anwesend sein konnte. Gudrun Schlösser, Pfarrerin der evangelischen Gnadenkirche, sprach Daniel Sluminisky einen Segen zu. Für die musikalische Untermalung des Gottesdienstes sorgten Annemarie Herkenhoff und Thomas Löffler mit einem Ensemble aus Schülerinnen, Schülern und Lehrern. ...weiterlesen "„Ihr seid das Salz“ – Einführung unseres Schulseelsorgers"

„Ich werde meinen Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und Töchter werden Propheten sein, eure Alten werden Träume haben und eure jungen Männer haben Visionen.“ (Joel 3,1)

Heute Träume zu haben, heute von Visionen zu sprechen, ist etwas, was schnell belächelt oder als unnütz beiseitegeschoben wird. Der ehemalige Bundeskanzler, Helmut Schmidt (1974-1982), soll sogar gesagt haben: „Wer Visionen hat, der gehört in Behandlung und nicht in die Politik!“ Und der Ausdruck „Träumer“ ist sicher nicht als Kompliment gemeint. Man soll realistisch sein, geerdet und vernünftig und sich nicht in Phantastereien verlieren.

Umso mehr ermutigt gerade der oben zitierte Text, genau diese Haltung des rein immanenten und rationalen Denkens zu hinterfragen. Ja, der Prophet ermutigt, Träume und Visionen zu haben, denn beides sind Folgen des empfangenen Geistes Gottes.

Joel spricht diese Verheißung Gottes in seiner Predigt an zu einer Zeit, als Dürre und Heuschrecken das Land Israel und seine Bewohner plagen. Sie sollen nicht die Probleme wegträumen! Oder sich mit Utopien abgeben, die vollkommen an der Wirklichkeit vorbeigehen. Nein! Sie sollen erst einmal vertrauen, dass Gott sie hört und sie aus der Situation herausführen wird. Dieser Klage stellt er dann die Verheißung Gottes entgegen, der kommen wird und an seinem Tag seinen Geist ausgießen wird, damit dann Träume und Visionen normal sind.

Was Joel noch als Zukunftsvision und Verheißung verkündete, das feiern wir nun als bereits geschehen und dass es immer wieder geschehen wird: Das Ausgießen des Geistes Gottes am Pfingstfest über die Jüngerinnen und Jünger. Gott macht sie zu seinen Kindern und zu Zeugen seines Sohnes! Zeugen dessen, der stärker ist als der Tod!

Aber nicht nur damals kam der Heilige Geist auf die Menschen herab, auch heute kommt er auf uns hernieder! Jeder und jede Einzelne von uns ist Tempel, ist Heimat dieses Heiligen Geistes, der uns hoffen, glauben, träumen und lieben lässt! Ja, er lässt uns träumen! Vielleicht kommt er nicht auf jeden von uns als Flammenzunge herunter oder als Taube! Und er schleudert auch nicht unsere Probleme, die wir haben, einfach weg.

Aber er öffnet unsere Sinne für all die Chancen und Möglichkeiten, die wir nun haben. Ja, die ersten Schritte zu einer Normalität werden wieder sichtbar, und er lässt uns hoffen, dass wir bald wieder normal miteinander Umgang pflegen können. Also alles wieder so wie vorher? Das kann es nicht sein, denn Corona hat uns gezeigt, wie zerbrechlich und gleichzeitig wie wichtig die Gemeinschaft für uns Menschen ist. Und um diese nun wieder neu zu entdecken und aufzubauen, braucht es den Heiligen Geist, der jedem von uns viele verschiedene Eingebungen, Ideen und Möglichkeiten schenkt.

Die jetzt kommende Zeit nach Corona braucht eure Träume und Visionen!
Das gewähre euch der Heilige Geist an diesem Pfingstfest.

Daniel Sluminsky
Schulseelsorger      

Die Schulleitung schließt sich diesem Pfingstgruß an und wünscht der Schulgemeinde ermutigende Feiertage!

Das Bild stammt vom Josephstag, an dem sich Schülerinnen und Schüler mit dem Thema „Träume nach Corona“ kreativ auseinandergesetzt haben.

Zum Abschluss des Schultages am 19. März wurde der Gottesdienst zum Patrozinium aus der Kapelle im Livestream zu den Schülerinnen und Schülern in die Klassen- und Kursräumen bzw. nach Hause übertragen. Wir danken Tristan Sperber, ehemaliger VPK-Schüler, und seinem Team für die technische Unterstützung, dem Pastoralteam und den Musikern Annemarie Herkenhoff, Thomas Löffler und Andreas Wiedemann für die Planung und Gestaltung. Und Pastor Daniel Sluminsky, dass er diesen Gottesdienst mit uns gefeiert hat.

Kristina Gast und Alexander Thönnes organisieren am SJG jetzt die schulpastorale Arbeit. Im Mai beginnen die beiden Lehrkräfte ihre Weiterbildung beim Erzbistum, die bis August 2022 läuft. Darin sind Schulliturgie, Schulseelsorge und Organisation wichtige Bausteine. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern werden sie begleitend ein Projekt entwickeln und mit der Weiterbildungsgruppe besprechen – Ideen dazu gibt es schon. Mit der Organisation der Roratemesse, des Aschermittwoch-Gottesdienstes und dem Gottesdienst zum Josephstag sind die beiden schon tätig geworden, unterstützt von einem Team, das in die Vorbereitungen involviert war.

Das soll auch in Zukunft so sein: „Jede und jeder ist willkommen, uns zu unterstützen, wir sind offen für Ideen“, so Alexander Thönnes. „Wir verstehen uns als Organisatoren und wollen strukturiert Projekte am SJG angehen“, ergänzt Kristina Gast. So vermitteln und überlegen sie Gottesdienste, dabei arbeiten sie eng mit Jugendseelsorger Daniel Sluminsky zusammen. Gemeinsam neue Gottesdienstformen zu erproben, aber auch Messen anbieten zu können, ist ihnen ein großes Anliegen. Schulleiter Michael Bornemann hat sie mit der neuen Aufgabe betraut, die Fäden in Sachen pastorale Arbeit zusammenzuführen: „Wir freuen uns auf neue Ideen, Impulse und Projekte.“ Auch die Ökumene soll weiter gepflegt werden.

 

 

Interview mit Daniel Sluminsky, Kreisjugendseelsorger   

Wie war Ihr erster Eindruck am SJG?

Das war eine sehr offene Begegnung. Ich habe eine Begeisterung trotz aller Widrigkeiten erlebt: „Wir machen was!“. Diese Begeisterungsfähigkeit gefällt mir sehr.

Was ist ihr wichtigstes Anliegen in der Schulseelsorge?

Ich möchte Kontakt zu Schülerinnen und Schülern haben. Ich möchte junge Leute mit dem Glauben in Kontakt bringen und ihnen zeigen: Glaube kann tragen und im Dunklen Licht geben. Für meine Primiz, also meine erste Messe nach der Priesterweihe, hatte ich mir den Vers „Bindet ihn los, bringt ihn her, der Herr braucht ihn“ (vgl. Lk 19, 31) ausgesucht. Das bezieht sich auf den Esel, mit dem Jesus in Jerusalem eingezogen ist. Auf mich übertragen heißt das: Ich möchte Jesus zu den Leuten bringen. Im positiven Sinne darf ich mich da auch als stur verstehen.

Stoßen Sie dabei also auch auf Widerstände?

Es ist nicht immer leicht, den Kontakt herzustellen. In der öffentlichen Meinung gilt man als Priester nicht automatisch als Sympathieträger.

Aber die Verkündigung liegt ihnen offensichtlich am Herzen. Wie erreichen Sie die jungen Menschen?

Das Evangelium kommt auf zwei Beinen entgegen, hat Papst Johannes Paul einmal gesagt. Es geht darum, Glaube sichtbar zu leben. Das versuche ich. Ich bringe Jugendliche zum Beispiel zum Night Fever in Köln oder Bonn und erlebe mit ihnen, was Stille ist. Diese Ruhe brauchen wir für die persönliche Begegnung mit Gott. In Bad Münstereifel habe ich erlebt, wie Jugendliche das Spirituelle erfahren, wenn sie sich einfach irgendeinen Platz in der Kirche aussuchen dürfen, Live-Musik hören und still werden. Sie erfahren: Ich muss nichts machen, ich werde beschenkt.

Sehen Sie eine Verzahnung Ihrer Arbeit mit dem Religionsunterricht?

Glaube ist nicht nur irrational, zu glauben ist auch etwas Vernünftiges. Um dieses Glaubenswissen geht es im Religionsunterricht. Ich provoziere gern und gebe Denkanstöße.

Was ist Ihr Wunsch für die gemeinsame Arbeit am SJG?

Dass sich jede und jeder im Pastoralteam oder weitere Kolleginnen und Kollegen kreativ einbringen, so dass wir gemeinsam etwas für die Schülerinnen und Schüler auf die Beine stellen.

 

Kreisjugendseelsorger Daniel Sluminsky ist seit diesem Halbjahr bei uns tätig. Gemeinsam mit dem Pastoralteam bereitet er Gottesdienste und Messen vor und steht zum Gespräch für die Schulgemeinde zur Verfügung. In der Regel ist er dienstags bei uns anzutreffen – in der Regel in der Kapelle.

Sluminsky hat in Bochum und München studiert, wurde 2015 zum Priester geweiht und war danach Kaplan in Bad Münstereifel. Seit September 2020 ist er Kreisjugendseelsorger.

 

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