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In Begleitung ihrer beiden Klassenlehrer Johannes Wagner (im Bild: Mitte) und Bernhard Vogt spürte die Klasse 9d im Bonner Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland den „Folgen von Nationalsozialismus und Holocaust bis heute“ nach. Das Museum hatte für den Thementag ein Arbeitsheft konzipiert, das Schülergruppen zu verschiedenen Informationspunkten auf den drei Ebenen der Daueraustellung dirigierte, wo sie auf Experten trafen, mit deren Hilfe die Exponate zur Beantwortung der Fragen und zur Lösung der Arbeitsaufträge ausgewertet werden konnten.

[Not a valid template]So konnten die Schülergruppen von der Verfolgung und Ermordung jüdischer Mitbürger durch die Nationalsozialisten, über die strafrechtliche Verfolgung der Nazi-Verbrechen im Nachkriegsdeutschland und der Frage der Wiedergutmachung bis zum Wiedererstarken rechten Gedankenguts in der heutigen Bundesrepublik die Wirkungen historischer Ereignisse auf ihre eigenes Leben nachvollziehen.

Ganz nebenbei führte dabei ein von Geschichtslehrer Johannes Wagner erstelltes Arbeitsprogramm zu einem interessanten Überblick über deutsche Geschichte nach 1945.

„An diesem Tag im Haus der Geschichte haben wir uns interaktiv vorrangig mit dem Thema Nationalsozialismus beschäftigt. Bei diesem Ausflug hat jeder viel mitgenommen. Ich kann das Haus der Geschichte nur empfehlen, zumal das in der Schule Gelernte dort noch einmal besonders gefestigt werden kann“, berichtet David Werdin, Schüler der Klasse 9d.

Nachdem wir uns im Geschichtsunterricht bereits seit einigen Wochen mit der NS-Zeit beschäftigt hatten, konnten wir mit unserer Exkursion zum ELDE-Haus nach Köln den Teilaspekt der nationalsozialistischen Terrorherrschaft eindrucksvoll vertiefen.

Das ELDE-Haus diente in den Jahren 1933 bis 1945 der Gestapo (der Geheimen Staatspolizei) als Hauptquartier für den Gau Köln, zu dem auch Rheinbach gehörte. Die oberen Etagen wurden von der Verwaltung und für Verhöre genutzt, die Keller dienten als Gefängniszellen, und im Hof fanden sogar Hinrichtungen statt.

Zur Vorbereitung der Exkursion hatten wir uns im Unterricht mit dem Schicksal von Gussie Adenauer beschäftigt, der Frau des früheren Kölner Oberbürgermeisters und späteren Bundeskanzlers. Nachdem ihr Mann aus der Internierung hatte fliehen können, wurde Gussie Adenauer im ELDE-Haus verhört und anschließend in Brauweiler inhaftiert, wo sie unter dem Eindruck des Verhörs einen Selbstmordversuch unternahm.

Wir fanden das schon schlimm genug, aber nach dem Besuch der Ausstellung, vor allem der Gefängniszellen im Keller, wurde uns klar, dass viele andere Menschen dort noch viel Schlimmeres durchmachen mussten: zunächst politische Gegner des NS-Regimes und, gegen Ende des Krieges, auch viele sogenannte "Fremdarbeiter".

Wir wurden in zwei Gruppen durch das Haus geführt, zuerst durch die oberen Etagen und dann, als Abschluss, in den Keller, Den beiden jungen Frauen, die uns durch die Ausstellung führten, merkte man an, dass es ihnen ein Herzensanliegen war, uns zu vermitteln, wie schlimm und grausam die NS-Herrschaft für diejenigen war, die - aus Sicht der Nazis - nicht zur Volksgemeinschaft dazugehörten.

Die Eindrücke, die wir bei dieser Exkursion gewonnen haben, werden wir so bald nicht vergessen.

Der Eintritt in dieses NS-Dokumentationszentrum in der Nähe des Hauptbahnhofs ist für Schülerinnen und Schüler übrigens frei. Wir empfehlem jedem, das ELDE-Haus einmal zu besuchen!

Lothar Bleeker und Julia Hüffel

Voller Eindrücke sind die Schüler der Jahrgangsstufe 12 (Q2) aus Oswiecim in Polen zurückgekehrt, wo sie während ihres fünftägigen Aufenthaltes die Genkstätten des KZ-Grauens im Stammlager Auschwitz und dem Vernichtungslager Birkenau besucht und sich ausführlich mit dem unfassbaren Geschehen in der deutschen Geschichte befasst haben. Höhepunkt war die Begegnung mit dem 91-jährigen KZ-Überlebenden Professor Waclaw Dlugoborsky. Die Schüler berichten am Dientag, 21. März, 19.30 Uhr, im Mariensaal des Erzbischöflchen St. Joseph-Gymnasiums über ihre eindrucksvolle "Reise in eine traurige Vergangenheit".