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Kieran Didi, Abitur 2018

Biochemie in Heidelberg

Nach meinem Abitur 2018 stand für mich vor dem Studium erst einmal die Biologie-Olympiade an: Ein Schulwettbewerb, den ich nur weiterempfehlen kann! Man trifft unglaublich spannende und inspirierende Leute, lernt sehr viel und kann wenn es gut läuft sogar zum internationalen Wettbewerb fahren wie ich nach Teheran (Iran).

Im Oktober begann ich dann mein Biochemie-Studium in Heidelberg. Für Heidelberg hatte ich mich sowohl aufgrund der herausragenden Universität als auch wegen der Struktur des Studienganges entschieden: Es werden nur 25 Plätze vergeben, was ein ideales Lernumfeld schafft, und der Fokus des Studiums liegt in der Chemie, was mir sehr entgegenkam.

Im Studium muss man sich am Anfang erst einmal an die ganz neue Arbeitslast gewöhnen: Während ich in der Schule um 13 Uhr nach Hause gehen konnte, dauert jetzt mein Labor täglich bis 18 Uhr; danach müssen noch Übungszettel gerechnet werden, Protokolle geschrieben werden und so weiter. Wenn man jedoch einmal hineingefunden hat, macht das Studium unglaublich viel Spaß; durch die langen Uni-Tage lernt man seine Kommilitonen sehr gut kennen, vertreibt sich zusammen die Zeit und fühlt sich sehr schnell wie zu Hause.

Ein naturwissenschaftliches Studium kann ich jedem empfehlen, der sich gerne für neue Zusammenhänge begeistert und auch mal gerne länger an einer Sache knobelt.

Heidelberg als Studienort kann ich wirklich unabhängig vom Studienfach jedem empfehlen: Die Uni hat sehr viel im Angebot und die Stadt mit ihren mehr als 30.000 Studenten ist einfach ein sehr cooler Ort.  Außerdem ist die Vernetzung zwischen Universität und zahlreichen Forschungsinstituten wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum oder mehreren Einrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft besonders.

Neben der Uni gibt es so viel entdecken und zu erleben, ob es Rudern auf dem Neckar ist, der jedes Semester stattfindende Fußball-Unicup oder der ein oder andere Ausflug mit Studienkollegen.

Ich hoffe, ich konnte mit meinem Bericht etwas weiterhelfen und wünsche euch allen viel Erfolg bei der Studiums- oder Berufswahl!

Laura Zimmermann, Abitur 2018

Politikwissenschaft, Soziologie und Medienwissenschaft in Bonn
„Was wird man denn damit? Bestimmt Bundeskanzlerin!“: einer meiner Lieblingssprüche, die ich mit der Zeit nach meiner Studiengangwahl in Verbindung bringe, denn seit Oktober 2018 studiere ich Politikwissenschaft, Soziologie und Medienwissenschaft an der Universität Bonn. Natürlich ist diese Entscheidung keine leichte: Man hat verschiedene Interessen und Leidenschaften auf der einen und Berufsperspektiven und Studiengänge auf der anderen Seite. Beide Seiten scheinen nicht immer leicht miteinander vereinbar, dennoch kann ich aus eigener Erfahrung sagen: Nicht aufgeben, der Weg ist das Ziel!

Schon während der Qualifikationsphase habe ich mir Gedanken über meine weitere Bildungslaufbahn gemacht und es war für mich von Anfang an klar, studieren zu wollen. Bei der Frage nach dem Studieninhalt habe ich mich über die Internetauftritte der einzelnen Unis über das Studienangebot informiert, aber auch der Studienführer der ZEIT hat mir einen guten Überblick über unterschiedliche Fachrichtungen und spezifische Studiengänge gegeben. Da ich das Rheinland schätze, war es für mich von Anfang an klar, in NRW und damit in der Nähe meines Wohnorts zu bleiben. Dass ich mich letztendlich für ein Studium an der Universität Bonn entschieden habe, hätte ich zu Beginn nicht erwartet, dennoch hat mich die Studiengangkombination dort sehr überzeugt.

Bei der finalen Entscheidung haben mich meine Fächerinteressen an der Schule entscheidend beeinflusst. So habe ich im Abitur Französisch und Sozialwissenschaften (SoWi) als Leistungskurs (LK) belegt und zu Beginn nach etwas gesucht, das beide Interessen miteinander verbindet. Nach einer genaueren Recherche habe ich meine anfänglichen Lehramtspläne aufgegeben und mich dazu entschieden, mich auf den sozialwissenschaftlichen Bereich zu fokussieren. Da ich im SoWi LK die Themenfelder Politik und Soziologie schon immer spannend fand, kam der entsprechende Studiengang mit dem Namen „Politik und Gesellschaft“ in Bonn gelegen. Da mich das Fach Deutsch und journalistisches Schreiben im Allgemeinen ebenfalls immer interessiert haben, schien die Kombination mit Medienwissenschaft eine Sinnvolle. Rückblickend kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war, meine Wahl ganz nach meinen Interessen auszurichten, denn es gibt nichts Schöneres als, etwas zu machen wofür man sich begeistern kann. Also zweiter Tipp: Lass dich nicht einschüchtern und geh deinen Weg, auch wenn deine favorisierten Studiengänge nicht so weit verbreitet sind wie Medizin, Jura oder BWL.

Ebenfalls bin ich mit meiner Entscheidung zufrieden, an der Universität Bonn zu studieren. Im geisteswissenschaftlichen Bereich ist es dort so geregelt, dass man zwei Studiengänge miteinander kombinieren muss und man so einen breiteren Zugang zu unterschiedlichen Fachdisziplinen erhält. In meinem Falle erhalte ich trotz Zweifachbachelor neben meinen Studienfächern Einblicke in die Kommunikationswissenschaft und Filmwissenschaft, was als Fluch und Segen gelten kann. Wenn man sich viele Berufswege offenhalten und sich während des Studiums durch Praktika ein Berufsprofil erstellen möchte, ist man mit solch einem Studium gut beraten. Wer aber gerne eine kurze und knappe Antwort auf die Frage: „Und was wird man denn damit?“ geben will, sollte sich eventuell nach einem anderen Studiengang umsehen.

 

Miriam Schaefer, Abitur 2018

Abiturfächer: Mathematik, Sozialwissenschaften, Deutsch, Physik

Triales Studium: Ausbildung zur Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik, Meisterin und Bachelor im Handwerksmanagement – ein großer Plan für viereinhalb Jahre.

Einige werden sich jetzt erstmal fragen, wie man als Mädchen dazu kommt, in einem handwerklichen Beruf – oder vor allem einer Männerdomäne – eine Ausbildung zu machen. Die Nähe zum Handwerk liegt an meinen familiären Hintergründen, schon seit Generationen sind wir im Handwerk beschäftigt, oder genauer gesagt, bin ich die dritte Generation im Elektrohandwerk. Ich habe also schon immer irgendwie zu Hause beim Heimwerken geholfen, sodass ich in der 10. Klasse beschloss, mein erstes Praktikum in einem mittelständischen Familienbetrieb für Elektroanlagen zu machen. Schon dieses Praktikum hat mich sehr begeistert, da es in den verschiedenen Abteilungen sehr abwechslungsreich und interessant war. Von der Installationen neuer Gebäude über Erweiterungen in alten Beständen bis hin zu Wartungen der verschiedenen Anlagen durfte ich den Monteuren stets zur Hand gehen.

Die Branche der Elektrotechnik ist sehr weit gefächert, deswegen entschied ich mich in der 11. Klasse zu weiteren Praktika in verschiedenen Industriebetrieben, um auch mal andere Seiten kennen zu lernen. In diesen Industriebetrieben habe ich die notwendigen Anschlüsse an Maschinen und Geräten nach einer Einweisung montieren und verdrahten dürfen und bei der Instandhaltung der jeweiligen Maschinen geholfen.

Ich habe außerdem über ein reines Studium in der Elektronik nachgedacht und mich informiert, vor allem weil ich es als Frau im Handwerk nicht einfach haben würde. Allerdings war die Vorstellung täglich nur in der Uni oder FH zu sitzen und irgendetwas zu ergründen nicht wirklich reizend. Mich juckte es in den Fingern, sodass ich mich entschied etwas Praktisches zu machen.

Nach einigen Überlegungen und Recherchen, wie eine Ausbildung im Anschluss an das Abitur aussehen könnte, bin ich durch eine Ausbildungsmesse auf das Triale Studium aufmerksam geworden. Dieser Studiengang wurde vor einigen Jahren von der FHM Köln und der HWK Köln eingerichtet und zielt darauf ab, Führungskräfte im Handwerk auszubilden.

Man könnte sagen, diese Ausbildung bzw. dieses Studium passt wie die Faust aufs Auge. Es verknüpft das Handwerk mit dem Kaufmännischen oder dem Management. Also genau meine Interessen und das, was mir Spaß macht. Die Vision, mit diesen Abschlüssen und dem Spaß am Organisieren im Handwerk zu arbeiten, ist für mich besonders verlockend und motivierend.

In der Ausbildung erlerne ich die Planung und Installation von Gebäuden: in der Berufsschule die Theorie, in dem Ausbildungsbetrieb das Praktische. Die Ausbildung habe ich durch mein Abitur von dreieinhalb auf zweieinhalb Jahre verkürzen können. Im parallel laufenden Studium habe ich im ersten Jahr die Prüfung zur Kauffrau (dritter Teil des Meisters) bestanden. In den kommenden eineinhalb Jahren mache ich parallel die Betriebswirtin. Nach diesen zweieinhalb Jahren Ausbildung, also nachdem ich die Gesellenprüfung abgelegt habe und die Abschlüsse der Kauffrau und der Betriebswirtin in der Tasche habe, fängt der Meisterlehrgang in Vollzeit an, wo ich die übrigen drei Teile ablegen werde. Im Anschluss daran beginnt das Vollzeitstudium im Handwerksmanagement.

Meine Ausbildung mache ich in dem Betrieb, in dem ich mein erstes Praktikum absolviert habe. Von den Mitarbeitern werde ich stets akzeptiert und gefördert. Natürlich gibt es einige Situationen, in denen ich merke, dass ich körperlich an meine Grenzen komme, aber oft hilft mir mein Ehrgeiz, und wenn nicht, helfen mir die Kollegen. Außerdem bietet der Beruf der Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik so viele Möglichkeiten zur Weiterbildung, dass nicht nur immer das körperliche Können sondern gerade in der Zeit der Digitalisierung weitere Anforderungen gestellt werden.

Denjenigen, die noch nicht so ganz wissen, was sie machen wollen, kann ich nur raten ein Praktikum zu machen, und traut euch in verschiedensten Branchen Eindrücke zu sammeln.

Vor elf Jahren machte Kerstin Siegburg bei uns ihr Abitur, jetzt lebt sie in Schweden und schreibt: „Swim Away“ heißt der erste Teil einer Trilogie für jugendliche Leser. In Zusammenarbeit mit damaligen Mitschülerinnen hat sie den Roman, in dem es um eine Triathletin geht, veröffentlicht. Friederike Schmengler gestaltete das Cover, Anne Siebels arbeitete als Lektorin und Christina Sulejmanovic, geb. Pfahl sowie Laura Schöneck hatten als erste Testleserinnen noch den ein oder anderen Verbesserungsvorschlag.

In ihrem ersten Roman geht es um eine Triathletin, die ehrgeizig und diszipliniert trainiert. Aurelie hat Talent und Biss, aber sie fragt sich, ob der Sport alles ist im Leben. Beim Nachwuchscup Norddeutschland kommen ihr Zweifel: Wie weit darf sie gehen, um die Beste zu sein?

Vom Schreiben träumt Kiki Sieg, wie sie sich als Autorin nennt, schon lange. Aber zunächst machte sie eine Ausbildung zur Medienkauffrau und arbeitete in einer Buchhandlung. Während ihrer Schulzeit war sie als Triathletin sehr erfolgreich. Die Leistungsorientierung, die sie in ihrem Buch beschreibt, kennt sie aus eigener Erfahrung. Der Glaube, etwas schaffen zu können, hat ihr auch bei ihrer ersten Veröffentlichung geholfen – was ihre eigene Arbeit angeht, aber auch die ihrer Freundinnen. Ihr Ziel ist es, künftig vom Schreiben leben zu können.

Ihr Buch ist als eBook oder über die Buchhandlung in gedruckter Form erhältlich. „Mittlerweile benötigt man keinen Verlag, um ein Buch zu veröffentlichen“, erklärt die so genannte Self-Publisherin. Allerdings müsse sie sich daher auch selbst um das Marketing kümmern. Wichtigster Grundsatz: Ein Roman allein reicht nicht. Aber Teil zwei und drei der Trilogie sind in Arbeit.

Ein Exemplar des Romans ist nach den Sommerferien im Medienzentrum ausleihbar.

Sina Schwinn, Abitur 2018: Psychologie und Neurowissenschaften, Ohio State University


Bereits in der EF habe ich angefangen mögliche Zukunftspläne zu gestalten und mich über die breite Auswahl der Studiengänge heutzutage zu informieren. Vor allem hat mich aber die Lage der verschiedenen Universitäten interessiert, weshalb mir später auch der Gedanke kam, im Ausland zu studieren. Mein Traum war es in Amerika zu studieren, jedoch fiel mir bei weiterer Recherche der im Vergleich zu Deutschland sehr hohe Kostenaufwand ins Auge, weshalb ich anfing mich über mögliche Stipendien zu informieren. Sportstipendien machen einen sehr hohen Anteil der zu vergebenen Stipendien in den USA aus, was mir sehr entgegen kam. Seit ich klein bin, spiele ich Feldhockey und habe in der Q1 und Q2 in Köln schon auf Bundesliganiveau gespielt.

Mit Hilfe einer Organisation wurde ich an Feldhockeytrainer an amerikanischen Universitäten vermittelt. Der Vermittlungsprozess beanspruchte viel Zeit und Aufwand, da ich neben der Schule und dem Training Papiere ausfüllen, ein Highlight-Video zusammenstellen, den TOEFL-Test, sowie den SAT-Test absolvieren und mit wöchentlichen Skype-Gesprächen mit den Trainern in Kontakt treten musste. 

Nach ungefähr einem Jahr habe ich die verschiedenen Anfragen aus Amerika auf drei Universitäten für mich selber auf Grund von persönlichen Präferenzen reduziert. Ich bekam von allen drei Universitäten die Möglichkeit, vor Ort den Campus anzugucken, die Trainer persönlich kennen zu lernen, die Trainingsmöglichkeiten zu sehen, sowie die akademischen Möglichkeiten detaillierter erklärt zu bekommen. Nach Betrachten aller für mich relevanten Faktoren habe ich mich dazu entschlossen, mein Studium an der Ohio State University anzufangen. Außerdem habe ich mich mit Hilfe der „Academic Advisor“ vor Ort dazu entschieden meinen Bachelor in Psychologie mit Neurowissenschaften als Nebenfach zu beginnen. 

Anders als in Deutschland dauert das Bachelor Studium in Amerika vier Jahre, wovon viele aber das erste Jahr nutzen sich mehrere Studiengänge etwas genauer anzugucken, da man sich erst später für eines entscheiden muss. Diese Möglichkeit nimmt den Druck bei der Studiumswahl gleich nach dem Abitur etwas heraus und bietet dir mehr Freiheiten an, in alle deine Interessen etwas hinein zu schnuppern. 

An dem Studium in Amerika gefällt, mir vor allem das Campus-Leben. Die ersten zwei Jahre des Studiums ist man verpflichtet auf dem Campus zu leben, was es einem erheblich vereinfacht den Campus und neue Menschen kennen zu lernen, mit der Kultur vertraut zu werden, und vieles weitere. Amerikanische Universitäten bieten außerdem eine enorme Anzahl von möglichen Aktivitäten auf und um den Campus herum an. So hatte ich zum Beispiel die Möglichkeit den Samstagvormittag in einem 105.000 Zuschauer-großem Footballstadion zu verbringen oder Donnerstagabend zu den Basketballspielen der Universität zu gehen. 

Akademisch gesehen gibt es auch ein paar Unterscheide, die ich in Amerika sehr schätze. In jedem Fach schreibe ich pro Semester drei bis vier Klausuren. Dazu kommt noch, dass in den meisten Fächern wöchentlich auch noch kleinere Tests durchgeführt werden, und man wöchentlich vorgeschriebene Hausaufgaben mit einer Deadline online einreichen muss. Alles wird benotet und fließt in die Gesamtnote für das Fach mit ein, was dazu führt, dass man den in den Vorlesungen durchgenommenen Stoff für sich selber nochmal anschaut und vertieft und sich während des Semesters nicht schleifen lässt. Des Weiteren gefällt mir an meinem Studium in Amerika, dass ich mir die Fächer, die ich für Psychologie und Neurowissenschaften benötige, selber aus einem breit gefächerten Angebot aussuchen und entscheiden kann in welchem Semester ich sie belegen will.

Allgemein kann ich jedem nur empfehlen ein Studium in den USA zu beginnen. Die Menschen sind total aufgeschlossen und man hat die Möglichkeit eine neue Kultur ganz anders kennen zu lernen. Außerdem sind gerade die Fächer Psychologie und Neurowissenschaften in den USA etwas fortgeschrittener und man hat ebenso die Möglichkeit sich an den zahlreichen Forschungen von der Universität zu beteiligen. 

Moritz Kreuzberg, Abitur 2018: Tischler/Schreiner

Abiurfächer: Mathe, Erdkunde, Englisch, Deutsch

Ich bin Moritz und habe mich anders als einige andere Abiturienten aus meinem Jahrgang gegen das Studieren entschieden. Schon früh stand für mich fest, dass ich nach der Schule einen praktischen Beruf im Handwerk erlernen wollte, so dass ich schon während der 11. Klasse meine Lehrstelle so gut wie sicher hatte.

Wieso ich praktisch arbeiten wollte und wie es dazu kam, dass ich jetzt letztendlich Schreiner werden wollte?

Ich habe mehrere Praktika in verschiedenen Berufen gemacht, wie zum Beispiel in einer Grundschule oder auch mehrere bei Schreinereien.

Für mich hat es immer die größte Rolle gespielt einen Beruf zu wählen, der mir Spaß macht, mir liegt und bei dem ich weiß, dass ich diesen Beruf wirklich auch noch in der Zukunft machen möchte. Mir war es auch immer egal, ob das jetzt ein Beruf ist, in dem man nicht unbedingt das große Geld macht, die Hauptsache war, wie gesagt, der Spaß an der Arbeit.

Ich persönlich kann auch nur sagen, dass es nach jetzt knapp einem Jahr in der Lehre, die für mich eh schon nur zwei Jahre geht, genau die richtige Wahl war. Für jemanden, der sich schon früh für Holzarbeiten begeistern konnte, ist es der perfekte Job. Man lernt sehr viele verschiedene Verwendungszwecke des Holzes kennen, baut beeindruckende Dinge und vor allem hat man auch viel mit anderen Handwerksberufen zu tun, wie zum Beispiel Metallbau, wenn man mal ein Gestell aus Metall für eine Kommode fertigt. Auch die einzelnen Arbeiten mit Holz sind sehr unterschiedlich. So baut man mal einige Wochen lang eine ganz klassische rustikale Treppe im Betrieb und die Wochen danach fallen andere Arbeiten an wie ein Büroschrank oder einfach nur Reparaturen von Möbelstücken oder Fenstern etc.

Ich persönlich muss auch dazu sagen, dass ich in einem kleinen Betrieb arbeite und wir keine richtige Spezialisierung auf eine bestimmte Bauart haben, so dass man eine sehr große Abwechslung bei den einzelnen Arbeiten hat und nicht jeden Tag die gleichen Arbeiten erledigt. Dies ist für das Erlernen des Berufes optimal, da man so sehr vielseitig und flexibel auf das spätere Berufsleben nach der Lehre vorbereitet wird.

Jedem, der sich für handwerkliche Arbeiten interessiert, kann ich nur empfehlen mal ein Praktikum in einer Schreinerei zu machen, um sich mal den Arbeitsalltag eines Schreiners anzugucken und mitzuerleben. Oder wie die ganzen Geräte wie Formatkreissäge, Hobelmaschinen, Fräsen oder Schleifmaschinen eingesetzt werden, so dass am Ende aus einem ursprünglich rohen (unbearbeiteten) Stück Holz bzw. Baumstamm Möbel oder ähnliches entstehen.

Was mir besonders gut an meinem Beruf gefällt ist, dass man nicht nur seine Arbeit sieht, die man in seinem Job aufwendet, sondern auch am Ende ein Produkt hat, das dem Kunden gefällt und man so auch Anerkennung bekommt für die geleistete Arbeit.

Ich persönlich finde es schade, dass heutzutage viele Abiturienten denken, sie müssten studieren. Nicht nur durch die Eltern, sondern auch durch die Schule wird oft ein solches Bild vorausgesetzt.

Meiner Meinung nach jedoch sollte man einfach seine Träumen, Wünschen und Zielen nachgehen und sich nicht dazu gezwungen fühlen zu studieren, wenn man es eigentlich nicht will. Denn auch mit einer Ausbildung kann man sehr viel in seinem Leben erreichen und eine erfolgreiche Karriere machen.

Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen ein wenig helfen einen kleinen Einblick in meine Berufswahl zu bekommen. Vielleicht konnte ich auch das ein oder andere Interesse für den Beruf als Tischler wecken.

Fabio Erken, Abitur 2018 : Freiwilliges Soziales Jahr an einer Förderschule

Nach meinem Abitur 2018 am SJG wusste ich immer noch nicht, was ich studieren wollte, also habe ich etwas gesucht, um sinnvoll Zeit zu überbrücken und mir dessen bewusst zu werden. Ich stand zwischen den Alternativen eines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ), einer normalen Arbeit und ein Jahr nichts zu tun und zu genießen. Das habe ich jedoch schnell wieder verworfen, da mir das doch schon sehr langweilig vorkommt und ich mir eine gute finanzielle Basis für mein geplantes Studium schaffen wollte. Außerdem macht sich sowas sehr schlecht im CV.

Schlussendlich habe ich mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden, da ich mir davon viele Einblicke versprochen habe. Relativ schnell war für mich klar, dass ich dieses, wenn möglich, an einer Förderschule ableisten wollte, da meine Mutter Lehrerin an einer solchen ist und ich somit schon früh Kontakt zu behinderten Menschen hatte. Über das Internet habe ich schnell in Erfahrung gebracht, welche Förderschulen es in der Nähe meines Wohnortes gibt und welche mich ansprechen. Dort bin ich auch auf die Irena-Sendler-Schule in Euenheim gestoßen, mit der ich auch direkt telefonisch einen Hospitationstag ausgemacht habe, um diese kennen zu lernen. Die Schule gefiel mir an diesem Tag ziemlich gut, sodass ich andere Hospitationstage an anderen Schulen für unnötig hielt und mich dort auch direkt beworben habe. Zu der Schule muss man sagen, dass sie offiziell den Fokus auf körperlich, motorische Behinderungen legt, was mich zu Beginn gefreut hat, da ich dachte, dass es bestimmt einfacher ist mit lediglich motorisch behinderten Schülern (z. B. Rollstuhlfahrer, Spastik,etc.) umzugehen als mit stark geistig behinderten Kindern. So kam ich auch dazu, mir zuerst diese Schule anzugucken. So kam ich also zu meinem FSJ an der Irena-Sendler-Schule in Euenheim.

Am ersten Tag wurden alle FSJler erstmals einander vorgestellt, wir waren zu Beginn insgesamt fünf Jungs und zwei Mädchen. Ebenso konnten wir Präferenzbereiche angeben, welche Altersgruppen wir am liebsten Betreuen würden (Unter-, Mittel-, Abschlussstufe), was zu einer Erstausrichtung unserer Arbeitspläne diente. Nach einer Anlaufzeit von ein paar Wochen, in der wir eingearbeitet wurden, bestanden meine Aufgaben größtenteils darin, einen geistig behinderten Jungen zu betreuen, der Pflege und zu einem geringem Teil der Unterstützung in der Klasse. Zu dem pflegerischem Aspekt muss ich sagen, dass es viel einfacher ist, als man es sich vorstellt, mal eine Windel zu wechseln oder Kinder auf den Toilettensitz zu heben, zumal man von den Krankenschwestern gut eingearbeitet wurde. Die einzige Sache, die mich anfangs etwas gestört hat, war die Aufgabe, den Jungen zu betreuen (nennen wir ihn hier doch einfach Tom), da er wirklich sehr anstrengend war. Sobald ich nach Hause gekommen bin, bin ich meistens ins Bett gefallen, weil ich so erschöpft war, da er einen einfach ausgelaugt hat. Tom hat ein spezielles Syndrom, welches bei Jungen mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 250.000 auftritt. Bei Mädchen immerhin bei 1 zu 50.000. Somit habe ich bei der Betreuung von Tom wohl echt im Lotto gewonnen. Tom kann nicht reden, lediglich lautieren und kann, wenn er Lust hat, mit unterstützenden Gebärden arbeiten. Aber auch nur wenn er Lust hat. Das machte es zu Beginn ziemlich schwer ihn zu verstehen, da ich die Gebärden auch noch nicht kannte.

Ebenso hat Tom bestimmte Ticks, wie zum Beispiel, dass er Männern in den Schritt fasst und Frauen an der Haaren zieht, und zwar mit ganzer Kraft. Wie man sich vielleicht vorstellen kann, ist das nicht so angenehm. Er leidet ebenfalls unter leichtem Muskelschwund, weshalb er mit 14 nicht so stark ist wie gleichaltrige, so ist er ungefähr so stark wie ein Zehnjähriger. Er spielt gerne Fußball und liebt Ballons. Mit der Zeit habe ich eine Bindung zu Tom aufgebaut, ich wurde seine engste Bezugsperson. So hörte er auf mich, wo er auf andere Personen nicht hört, und seine Ticks hat er mittlerweile gar nicht mehr, wenn ich ihn betreue. Trotzdem war es zu Beginn ein holpriger Start mit ihm, wobei ich immer sehr froh war diese Erfahrung mit ihm machen zu dürfen, auch wenn es manchmal sehr anstrengend war. Tom hat jedoch auch Aktionen gebracht, auf die ich hier nicht näher eingehen will, da sie für Außenstehende dezent verstörend wirken. Nach einem Monat hat Tom jedoch endlich zwei Schulbegleiter bekommen, wodurch ich dort ziemlich entlastet wurde und ich neue Aufgaben bekommen habe. Neben den bisherigen Aufgaben hatte ich nun noch Küchendienst (Essen verteilen und ausliefern) und habe noch mehr in den Klassen oder bei verschiedenen AGs unterstützt. So war ich zum Beispiel in der Fußball AG und durfte dort mit den Jugendlichen kicken.

Ebenso mussten wir während des FSJ Pflichtseminare absolvieren, die unerwarteterweise ziemlich spaßig waren. Dort wurden verschiedene Themen behandelt und in der Freizeit hat man mit der neuen Gruppe, welche man dort erst neu kennen lernte, viel Spaß gehabt. An so einem Seminar würde ich jederzeit freiwillig wieder teilnehmen.

Während des FSJ wurde mir außerdem klar, dass ich Medizin studieren möchte, was mit einem Abi-Schnitt von 2,1 extrem schwer ist. Also habe ich entschlossen mich insgesamt fünf Monate auf den Medizintest vorzubereiten und sechsmal die Woche zwei bis drei Stunden zu lernen. Dass ich dies auf Dauer durchgehalten habe, ist schon ein kleiner Erfolg, mal sehen ob es gereicht hat, denn das Ergebnis erhalte ich erst im nächsten Monat.

Abschließend, damit der Text auch nicht viel zu lang wird, kann ich sagen, dass mir das FSJ viel Spaß gemacht hat und ich auf jeden Fall eine neue Sicht auf solche Dinge bekommen habe. Außerdem wurde ich durch das FSJ und den Kontakt zu vielen unterschiedlichen Menschen viel offener und auch selbstbewusster, da man viel Kontakt zu anderen Menschen hat. Ich gehe nun deutlich mehr auf fremde Leute zu, was ich vorher nicht getan hätte, und komme auch deutlich schneller ins Gespräch mit ihnen.

Das FSJ würde ich jedem empfehlen der einen Einblick in einen sozialen Beruf haben möchte, keine Studienpläne hat oder einfach nur Zeit überbrücken möchte.

Jan Zajonz, Abitur  2018: Medien und Management in München

Abiturfächer: Biologie, Englisch, Deutsch, Sozialwissenschaften

Die Entscheidung, dass ich eines Tages als Offizier bei der Marine anfangen würde, fiel wohl schon sehr früh in meiner Jugend. Damals habe ich die Vorteile, die dieser Beruf mit sich bringt, natürlich nicht aus dem gleichen Blickwinkel gesehen wie heute. Als Jugendlicher hörte ich Geschichten von Soldateneltern aus dem eigenen Freundeskreis und es gab keinen anderen Beruf, der so abwechslungsreich und abenteuerlich wirkte wie der des Soldaten. Als ich mich dann später mit einem möglichen Studiengang, der meinen Interessen entspricht, auseinandergesetzt habe, stolperte ich wieder über die Bundeswehr, die seit einigen Jahren über 35 Studiengänge an bundeswehreigenen Universitäten (München und Hamburg) anbietet. Bei weiterer Recherche fand ich damals heraus, dass ein Studium unmittelbar mit einer anschließenden Stelle als Offizier verbunden ist und den Vorteil bietet, während des Studiums besoldet zu werden, was für mich ansprechender klang als zu versuchen mich mit BAföG zu verschulden oder mich von Minijobs von meinem Studium ablenken zu lassen. Nach einem dreitägigen Auswahlverfahren, bei dem vor allem Mathe, Deutsch oder physikalisches Verständnis aber auch das jeweilige Sozialverhalten in einer Gruppendiskussion oder die körperliche, sportliche Leistungsfähigkeit geprüft wurden, bekam ich meine Offizierseignung und darf Medien und Management in München studieren. Da ich vor der Einstellung zum Offiziersanwärter bereits neun Monate als Freiwillig Wehrdienstleistender gedient habe, weiß ich, dass der Beruf genauso abwechslungsreich ist, wie ich es mir vorgestellt hatte, und ich kann den Beruf nur jedem empfehlen, der sich nicht im typischen Bürojob und den gleichen vier Wänden jeden Tag sieht, sondern rausgehen und die Welt entdecken will.

Nils Haage, Abitur am St. Joseph-Gymnasium Rheinbach 2018

Abiturfächer: Erdkunde, Biologie, Mathe, Englisch

„Mit dem Abitur stehen dir alle Türen offen“– dieser Satz mag zwar vielleicht nicht zu 100 Prozent stimmen, aber mit dem Abitur wurden mir dennoch so viele Türen geöffnet, dass ich lange Zeit nicht genau wusste, was ich denn nun tatsächlich nach der Schule machen sollte.

Da ich mich schon lange für Videoaufnahmen, Videoschnitt, Fotografie sowie Musik und Audiodesign interessierte, machte ich bereits während meiner Schulzeit ein Praktikum beim bayrischen Rundfunk. Tatsächlich waren meine Erfahrungen in diesem Praktikum so positiv, dass ich mich dazu entschloss, Bewerbungen an Fernsehsender und Rundfunkhäuser für eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton zu schreiben. Es dauerte nicht lang, bis ich die ersten Einladungen zu Einstellungstests erhielt. So stand also neben dem Lernen für die Schule auch das Lernen für die Einstellungstests auf meinem Programm. Ich fuhr für Einstellungstests nach Berlin und Frankfurt, es standen noch mehr Städte aus, allerdings änderte ich meine Pläne nach einer Informationsveranstaltung, bei der ich mich mit einem Vertreter aus der Medienbranche unterhielt.

Ein weiteres großes Interesse von mir lag schon immer im Basteln und Bauen. Daher entstand nun der Plan, etwas in Richtung Maschinenbau zu studieren. Da sich das Feld der Ingenieur-Studiengänge dann doch um einiges weiter auffächerte, als ich es annahm, stand ich nun erneut vor einer Anzahl von Möglichkeiten. Durch meine Leidenschaft zum Rennsport und schnellen Autos entschloss ich mich dann allerdings recht schnell für den Studiengang Fahrzeugtechnik. Auf diese Weise ist es mir möglich, mein Interesse für Design und das Ingenieurwesen zu verknüpfen und in der Karosseriekonstruktion sowohl technisch versiert als auch optisch ansprechend zu entwickeln.

Nun galt es „nur noch“ die passende Universität oder Hochschule zu finden. So wurden weitere Stunden vor dem Computer verbracht und erneut in der Familie besprochen, welcher Standort, welche Vorteile hat, wie schnell man wieder Zuhause wäre und ob es gute Bus- und Bahnverbindungen nach Hause gab. Letztlich entschloss ich mich für Süddeutschland, was nicht zuletzt an meiner Faszination für Sportwagen aus dem Stuttgarter Raum lag.

Meine Bewerbung um einen Studienplatz der Fahrzeugtechnik an der Hochschule Esslingen war erfolgreich. So ging es bald darauf zum Tag der offenen Tür nach Esslingen, um sich zu versichern, dass die guten Rezensionen, die man im Internet fand, auch nicht aus der Luft gegriffen waren. Überzeugt von Dozenten, Laboren, Studenten und der Stadt Esslingen an sich ging es zurück nach Hause. Nun galt es das verpflichtende Vorpraktikum für den Wunschstudiengang zu absolvieren.

So ging es für mich bereits zwei Tage nach meinem Abiball zur Arbeit in einen metallverarbeitenden Betrieb in Bonn. Dort absolvierte ich acht der zwölf vorgeschriebenen Wochen meines Vorpraktikums und lernte den grundlegenden Umgang mit Werkzeugen, Maschinen und Werkstoffen. Da ich zwischen ABI-Ball und Semesterbeginn keine zwölf Wochen Zeit hatte und schließlich auch noch umziehen musste, werde ich die restlichen vier Wochen zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff nehmen.

Jetzt wohne ich in einer WG, von der aus ich die Presswerke von Daimler sehe, keine 15 Minuten von Stuttgart-Zuffenhausen und 45 Minuten von Weissach entfernt. Ich wohne gemeinsam mit acht anderen Studenten in einer Wohnung des Studentenwohnheims und habe so schnell eine Menge neue Leute kennengelernt.

Während ich in der Schulzeit noch lachte, als es hieß: „Mathe wird man im Leben immer brauchen“, merkte ich innerhalb von einer Vorlesungswoche, dass in diesem Spruch wohl doch um einiges mehr Wahrheit steckte, als gedacht. So bin ich Pythagoras, Ableitungen und Integration mit dem Abitur nicht losgeworden, sondern fange jetzt erst so richtig damit an. Ein Ingenieursstudiengang ist eben kein Zuckerschlecken und so heißt es dann auch mal Nachtschichten einlegen, wenn Laborberichte fristgerecht fertiggestellt, Konstruktionsskizzen angefertigt, CAD-Modelle erstellt oder Programme geschrieben werden müssen und im Prinzip dreht sich dabei alles um Mathematik. Aber wer es glaubt oder nicht, wenn man einen praktischen Zusammenhang hat, und weiß, wofür man es braucht, kann Mathe tatsächlich Spaß machen. So jubelt man schon mal um 21:30 Uhr in den Computerräumen der Hochschule und feiert sich und sein Team, wenn nach mehreren Stunden das geschriebene Programm zum ersten Mal fehlerfrei durchläuft und einem Rechnungsergebnisse oder Simulationsdaten liefert.

Bisher habe ich noch zu keiner Sekunde an meiner Entscheidung für diesen Studiengang gezweifelt und habe bisher nicht nur viel Neues dazu gelernt, sondern auch neue Menschen getroffen, die die Begeisterung für Autos, Motoren und Geschwindigkeit mit mir teilen.

Philosophy & Economics in Bayreuth

Felix Schmitz, Abitur 2018

Abiturfächer: Sozialwissenschaften, Mathematik, Chemie und Englisch

Nach meinem Auslandsjahr in der EF packte mich das Interesse, herauszufinden, was ich mit meiner Zukunft anstellen könnte. So begann ich bereits in der Q1 mich nach Studiengängen umzuschauen, die sich mit Wirtschaftswissenschaften beschäftigen.

Hierbei war mir besonders die Relation von Dozent*innen zu Student*innen wichtig, um weiterhin ein enges und familiäres Lernumfeld für mich zu wahren. Besonders hilfreich auf meiner Suche nach Studienorten mit akzeptablen Zahlen war der „Studienführer“ der Zeitung „Die Zeit“.

Ein reines „Lernstudium“ reizte mich nicht wirklich. Ich wollte ein Umfeld und einen Studiengang finden, in dem nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern in dem unterschiedliche Meinungen zu einer kritischen Auseinandersetzung auffordern. Durch mein Studium wollte ich mich selbst entdecken und begreifen. Das habe ich in der Philosophie gefunden.

So besuchte ich im Sommersemester 2017 nicht nur die Uni Bayreuth, sondern auch die KU Eichstätt-Ingolstadt, um mir vor Ort an Besuchertagen die unterschiedlichen Möglichkeiten anzusehen. Im Laufe des Frühlings war ich dann mehrfach in Bayreuth zu Besuch. Hier gefiel mir besonders an dem Studiengang Philosophy & Economics die Gemeinschaft der Studenten*innen, der einfache Kontakt zu Dozent*innen und das Erlebnis einer Campus-Universität. Der Studiengang ist in Bayreuth kein Einzelfall. Hier werden mehrere Studiengänge aus der Kombination von mindestens zwei Fachgebieten angeboten. Neben Philosophy & Economics, das ich nun seit dem Wintersemester 2018/19 studiere, gibt es Bachelor-Studiengänge wie Sportökonomie, Gesundheitsökonomie, Internationationale Wirtschaft und Entwicklung, Geoökologie – Umweltwissenschaften, einen deutsch-spanischen Doppelabschluss in den Rechtswissenschaften und viele weitere Angebote.

Zu meinem Studium gehören Einführungsveranstaltungen sowohl in die Philosophie als auch in die Volkswirtschaftslehre. In den folgenden Semestern sind nicht nur vertiefende Veranstaltungen dieser beiden Disziplinen Pflicht. Es gibt einen Verzahnungsbereich, der schon auf einer langen Tradition beruht. Jeweils im Sommersemester findet z. B. die „Wittgenstein-Lecture“ statt, die sich jährlich einem anderen Thema widmet, oder es wird z. B. eine Veranstaltung „Grundlagen des Entscheidens“ angeboten, die sich mit dem Prozess der Entscheidungsfindung bzw. seinen Mechanismen beschäftigt. Außerdem ist mein Studium stark durch Seminare in allen drei Bereichen, Philosophie, VWL und Verzahnung, geprägt, sodass auf individuelle Bedürfnisse und Meinungen zu Fragestellungen eingegangen werden kann. Diese Seminare haben mir in meinem Studium bisher auch die meiste Freude bereitet, da ich so die Möglichkeit habe, Schwerpunkte zu belegen, die mich interessieren.

Bei Philosophy & Economics wird Engagement besonders großgeschrieben. So bekommen jedes Jahr die neuen „Ersties“ die Möglichkeit, innerhalb eines Jahres die „bayreuther dialoge“ auf die Beine zu stellen, eine Zukunftskonferenz zu Ökonomie, Politik und Gesellschaft. Dabei sind mir einmal mehr die Einzigartigkeit und die riesigen Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung aufgefallen.

Neben dem Studiengang und den individuellen Möglichkeiten, die damit einhergehen, hat mich besonders das Feeling einer Campus-Universität gepackt – sei es der kurze Weg zur nächsten Veranstaltung oder das entspannte Zusammensitzen im Rondell in der Freizeit. Für mich sind dies Dinge, die ich nicht mehr missen möchte. Auch die Stadt selbst ist durch das studentische Leben stark geprägt.

Bayreuth ist für mich bereits zu einer zweiten Heimat geworden. Es sind die Menschen, die wie ich, in einer neuen Stadt, mit einem neuen Studium angefangen haben, die mein Erlebnis hier so einzigartig machen. Daher solltest auch du keine Angst davor haben, deinen Weg draußen in der Welt zu finden. Denn du wirst nie allein sein und es werden immer Menschen in der gleichen Situation stecken.