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„Kontroversen um Adenauer“ – Vortrag und Diskussion

Vortragender sitzt vor Projektionsfläche mit Adenauer-Karikatur
Datum:
17. Sept. 2026
Von:
Berit Keiser
Schülerinnen und Schüler im Saal mit Blick auf den Vortragenden und die Leinwand

Unter dem Thema „Kontroversen um Adenauer“ fand am Montag, den 14. September 2026 ein Vortrag mit anschließender Diskussion für die Jahrgangsstufen Q1 und Q2 statt. Frau Kirfel hat ihn aus Anlass des 150. Geburtstags von Konrad Adenauer im Rahmen des SJG-Forums in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung organisiert hatte. Sie konnte zusammen mit Herrn Bornemann und Frau Gast den Historiker, Buchautor, TV-Journalist und Leitenden Redakteur des Geschichtskanals WELT/N24 Sven-Felix Kellerhoff aus Berlin am SJG begrüßen.
Der Schwerpunkt seiner Präsentation lag auf der Zeit nach 1945. Kellerhoff beschäftigte sich mit den Debatten über den Umgang mit der NS-Vergangenheit und stellte die Frage, ob ein anderer Umgang damit möglich gewesen wäre. Hierbei griff er besonders den Fall Globke auf. Adenauer ernannte Hans Globke, der eine eindeutige NS-Karriere vorzuweisen hatte und maßgeblich an Verordnungen zur Deportation von Jüdinnen und Juden beteiligt war, später im Rahmen der Entnazifizierung aber als „unbelastet“ eingestuft wurde,  1953 zum Chef des Bundeskanzleramtes und machte ihn so zu  seinem engsten Vertrauten. Globke ist das prominenteste Beispiel für die Kontinuität der Verwaltungseliten zwischen dem NS-Staat und der frühen Bundesrepublik Deutschland. Hierzu in die Kritik geraten, antwortete Konrad Adenauer: „Man schüttet kein schmutziges Wasser weg, solange man kein sauberes hat.“  

Gruppenbild vor Projektion zum Vortrag

Kellerhoff referierte über die Ausrichtung der Außenpolitik Westdeutschlands pro West und contra Ost. Dabei nahm er besonders folgende Fragen in den Blick: Musste die Politik der Westbindung um den Preis der Aufgabe einer baldigen Wiedervereinigung wirklich sein? Und wie genau sah Adenauers Ostpolitik aus?  Bei seiner berühmten Reise nach Moskau 1955 ließ sich Adenauer nicht von der sowjetischen Führung einschüchtern, äußerte frei seine politische Meinung und bestand sogar darauf, am Sonntag an einem katholischen Gottesdienst teilzunehmen. Bei dieser Reise erwirkte er die Freilassung von 10.000 deutschen Kriegsgefangenen im Austausch für offizielle diplomatische Beziehungen mit Russland, was ihm in Deutschland große Anerkennung einbrachte. Als weiteren Schwerpunkt behandelte Kellerhoff die Auseinandersetzung mit der „Restaurationsthese“ in den 1950er Jahren.
Kellerhoff präsentierte seine Inhalte anschaulich, lebendig und interaktiv. Immer wieder bezog er die Schülerinnen und Schüler ein. Der Präsentation folgte eine engagierte Diskussion.
Frau Kirfel freut sich über die gute und kooperative Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung! Insgesamt ein interresanter und gelungener Vormittag!

Barbara Kirfel