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Lesung: „Magdalena Himmelstürmerin“

Rudolf Herfurtner las am 8. Oktober im Medienzentrum im Rahmen des Käpt’n Book Festivals aus seinem Roman „Magdalena Himmelstürmerin“. Schülerinnen aus der 7c und Schüler aus der 7d ließen sich von ihm in die Lutherzeit versetzen: Magdalena wird nach dem Tod ihres Vaters und ihres Bruders zu ihrer Tante Elsbeth nach Wittenberg geschickt. Ihre Mutter hat ihr Geld für Ablassbriefe ausgegeben statt für einen Arzt und muss Magdalenas Zuhause verkaufen. Wie Magdalena nach Wittenberg gelangt, erfuhren die Zuhörerinnen und Zuhörer aus der Lesung des Romanbeginns.

Zuvor führte der freie Autor kurz in seine Arbeit ein: Jeden Tag begibt er sich in sein Schreibbüro, um zu recherchieren und zu schreiben. Karl Valentins Worte seien ihm dabei stets ihm Ohr: „Es ist alles schon gesagt, aber nicht von allen.“ Dass er überhaupt zum Schreiben gekommen sei, führt er auf den Schmerz in seiner Jugendzeit zurück. Seine Eltern starben, als er 16 war. Die persönliche Ansprache und die eindrucksvolle Schilderung der Zeit vor 500 Jahren zeichneten die Lesung, die von der Öffentlichen Bücherei St. Martin vermittelt worden war,  aus.

 

Rheinbacher Glasdolch für Bestsellerautor Peter James

Er hat 18 Millionen Bücher verkauft. Er hat Shakespeares „Der Kaufmann von Venedig“ in Venedig mit Al Pacino und Jeremy Irons gedreht. Und er erhält nach dem ihm 2016 verliehenen britischen Diamond Dagger des Verbandes der britischen Krimischriftsteller  nun am 18. Oktober im St. Joseph-Gymnasium den Preis der ersten Rheinbacher Krimiwoche – den Rheinbacher Glasdolch. Die Rede ist von Peter James, Krimiautor und Hollywood-Produzent aus Brighton oder London, je nachdem, wo er gerade wohnt, wenn er nicht in den USA unterwegs ist. Seine Weiterlesen

Zweisprachige Lesung

„Bestimmt wird alles gut“ – mit dieser Hoffnung endet das gleichnamige Buch von Kirsten Boie, aus dem Schauspieler Ferdi Özten am 5. April 2017 vor unseren Sechstklässlern las. Sein syrischer Freund Fayez Alallaf, Student in Siegburg, trug einige Passagen auf Arabisch vor. Petra Göb, Leiterin des Medienzentrums, hatte die Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung „Zuhause kann überall sein“ organisiert.

Der Beschreibung der Flucht einer syrischen Familie aus Kindersicht lauschten die Zuhörer gebannt. Den Wunsch des Vaters: „Ich möchte ein friedliches Leben für meine Kinder“ konnten die Zuhörer gut nachvollziehen. Sie fragten nach den Motiven der Schleuser und teilten ihre Erfahrungen mit fremden Sprachen. Fayez Alallaf stellte sich den Fragen des Publikums zu seiner Flucht und seiner Familie, die noch in Syrien lebt.

Die Idee zur Lesung stammt von „Rheinbach liest“; der Verein hatte wiederum den Kontakt zu Edith Dietzler-Isenberg hergestellt, die das Projekt mit den beiden Vorlesern angestoßen und schon viele Lesungen organisiert hat. Sie ist Lehrerin an der Katholischen Grundschule in Niederkassel.

Lesung mit Anja Tuckermann

tuckermann-anjaDie Berliner Autorin Anja Tuckermann kam im Rahmen des Käpt’n Book Lesefests ans St. Joseph-Gymnasium: Am Montag, 14. November 2016 las sie in der Aula aus ihrem Roman „Mano. Der Junge, der nicht wusste, wo er war“. Drei Klassen der Jahrgangsstufe 9 hörten ihr gebannt zu.

Mano, ein Sinto-Junge und der Titelheld aus Anja Tuckermanns Roman, flieht nach drei Jahren in Konzentrationslagern aus der Gefangenschaft. „Du bist nicht deutsch. Du bist jetzt Franzose“, wird ihm gesagt – so soll er überleben. Er gelangt in eine Pflegefamilie, lernt Französisch und findet Freunde. Da Mano seinen richtigen Namen nicht nennt, ist es schwierig, seine ursprünglichen Eltern zu finden. Hinzu kommen seine Schwierigkeiten, das Erlebte zu verarbeiten – immer wieder fällt er durch Gewalt auf.

Anja Tuckermann erzählte den Jugendlichen von ihren Recherchen zu dem Jugendbuch und berichtete ihnen von Manos Wunsch, seine Geschichte zu veröffentlichen, ihm aber bei dem Versuch zu erzählen die Worte im Halse stecken blieben. Sie erklärte, wie sie begann, Manos Verhaltensweisen zu verstehen – beispielsweise, dass Mano seinen Teller immer festhielt, weil er im KZ darauf achten musste, dass niemand seinen Napf stahl und er daher keine Suppe erhalten hätte. Die Fragen der Schülerinnen und Schüler beantwortete Anja Tuckermann ausführlich – auch fürs persönliche Gespräch stand sie nach der Lesung noch zur Verfügung.

Stefanie de Velasco liest aus „Tigermilch“

Lesung de Valesco 1Inmitten ihrer weiblichen Zuhörerschar fühlte sich Stefanie de Velasco sichtlich wohl. Die Autorin des Jugendbuchs „Tigermilch“ war am Mittwoch, 11. November 2015, im Rahmen des Käpt’n Book Festivals zu Gast bei uns und las vor drei Mädchen-Klassen der Stufe 9.

„Das Klima ist schon anders, wenn auch Jungen dabei sind, denn ‚Tigermilch’ ist vor allem ein Buch für Mädchen“, erklärte de Velasco zu Beginn ihrer Lesung. Allerdings gingen die Hauptfiguren des Romans nicht auf eine erzbischöfliche Schule und ob sie an Gott glauben, wüsste sie auch nicht, „aber das sind trotzdem ganz nette Mädchen“.

Der Berliner Autorin, die in Bonn aufgewachsen ist, liegt es am Herzen, die Welt dieser Mädchen auch denen zu vermitteln, denen das multikulturelle Berlin so weit entfernt scheint. Sie selbst sei sehr berührt gewesen, als sie aus der Provinz kommend in der Hauptstadt erlebt habe, welche Probleme Jugendliche haben. Einige davon tauchen in der Welt der 14-jährigen Figuren wieder auf, z.B. der Umgang mit Alkohol, eine drohende Abschiebung, das Verhalten gegenüber Jungs oder ein Ehrenmord.

Lesung de Valesco 2

Die Schülerinnen wollten mehr aus dem Roman hören, als Stefanie de Velasco den zweiten Teil der Veranstaltung, die Fragestunde, beginnen wollte. Sie waren fasziniert von der poetischen Sprache de Valescos und von den Ideen der Heldinnen. So spielen Jameelah und Nini ein Spiel mit Wörtern, die ganz normal klingen, die aber niemand sagen dürfe, wie das Wort „Ufo“ – wer das verwende, würde für verrückt gehalten. Andererseits seien daran glauben und etwas sagen doch zwei unterschiedliche Dinge. „Ufo ist so wie Gott. Gott gibt es nur, weil Leute daran glauben“ – war einer von vielen Denkanstößen aus dem Buch für die Schülerinnen.

Lesung de Valesco 3

Für ein kurzes Gespräch mit der 37-jährigen Autorin war trotz längeren Vorlesens noch Zeit. Petra Goeb, Leiterin des Medienzentrums am St. Joseph-Gymnasium, freut sich über die positiven Reaktionen der Schülerinnen. Seit vier Jahren arbeitet sie mit den Organisatoren des Lesefestivals Käpt’n Book zusammen und hatte diese Veranstaltung vorbereitet.

Der Abenteuerroman über die zwei unzertrennlichen Freundinnen, die schnell erwachsen werden wollen, ist im Medienzentrum ausleihbar. Petra Goeb schildert ihre Lese-Erfahrung: „ Dieser Jugendroman über eine außergewöhnliche Freundschaft, über die Liebe und den Tod, über Verlust und Sehnsucht, sowohl schonungslos als auch zart erzählt, hat mich sehr berührt. Die Freundinnen Nina und Jameelah probieren in Berlin das Erwachsensein und geraten dabei in einen eskalierenden Familienkonflikt. Dem Leser wird vermittelt, dass nicht ein gewisses Alter, sondern nur die Erfahrungen, die uns zustoßen, uns erwachsen machen.“