Gottesdienst und Festakt zum Jubiläum

Mit einem feierlichen Gottesdienst und dem anschließenden Festakt erreichten die Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum des St. Joseph-Gymnasiums ihren vorläufigen Höhepunkt. Domkapitular Prälat Gerd Bachner zelebrierte  in Konzelebration mit Schulseelsorger Heinz-Willi Rivert (SAC) den Festgottesdienst in der Schulkapelle, der von einem Projektchor aus Schülerinnen, Eltern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Kollegen des Vinzenz-Pallotti-Kollegs unter der Leitung von Musiklehrer Herbert Vennemann musikalisch gestaltet wurde. Beim anschließenden Festakt in der historischen Aula des Mädchengymnasiums ging Alois Bardenheuer, Leiter der Abteilung freie Schulen in kirchlicher Trägerschaft im Erzbistum Köln, auf die 100-jährige Geschichte der ehemaligen Ordensschule ein. 12 Schwestern der Kongretation der Schwestern unserer Lieben Frau waren zugegen, von denen fünf noch am Stadtpark  als Lehrerinnen oder Internatsbetreuerinnen gewirkt hatten, bevor das Gymnasium 1999 in die Trägerschaft des Erzbistums Köln übergegangen war.
Fast alle Gratulanten nahmen eine persönliche Verbindung mit der Schule zum Anlass, auf deren Geschichte zurück zu schauen. Die Festrede von Dr. Brigitte Klimek, Lehrerin am St. Joseph-Gymnasium, stand unter dem Titel „Mädchenbildung zwischen Traditionsbindung und Reformanspruch.“ Neben dem Klavier-Quintett aus ehemaligen und aktuellen Lehrern begeisterten die Schülerinnen und Schüler des vokal- und instrumentalpraktischen Kurses der Jahrgangsstufe 12 mit ihren Darbietungen von Tango über Abba bis zu Cindy Laupers „Girls just wanna have fun“.

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Gegründet im Jahre 1911 in einer Zeit, wo höhere Mädchenbildung in der Gesellschaft eher noch kritisch gesehen wurde und nicht wenige Universitäten sich noch weigerten, Studentinnen aufzunehmen, stellte die Schulgründung durch die Schwestern Unserer Lieben Frau einen mutigen Schritt dar. Der Orden hat die Schule 88 Jahre lang getragen und entwickelt.
Dabei hat sich das Gesicht der Schule immer wieder verändert. Sie wurde zunächst als Lyzeum konzipiert, in dem neben den wissenschaftlichen Fächern auch hauswirtschaftliche und praktisch-pädagogische Unterrichtseinheiten auf dem Plan standen.

Das rasche Wachsen und Gedeihen der Schule wurde in der Zeit des Nationalsozialismus zunächst empfindlich gestört, dann unmöglich gemacht. Wurde 1933 noch mit der Begründung einer Frauenoberschule neben der weiter bestehenden Studienanstalt das Lehrangebot beträchtlich erweitert und strukturiert, so erschwerten die vielen Restriktionen, denen christliche Schulen verstärkt seit 1938 ausgesetzt waren, die Arbeit der Schwestern zunehmend. Ab 1940 durften keine Schülerinnen mehr aufgenommen werden, 1941 mussten die Schülerinnen und die Schwestern das Haus verlassen und zogen in ein Gebäude in der Kriegerstraße um. Die Abiturzeitung des Kriegsjahrgangs 1942 trägt den bezeichnenden Titel “Die letzte Staffel“.
Ab 1948 firmierte St. Joseph unter dem Titel Realgymnasium und Gymnasium für Frauenbildung. Diese Ära endete erst 1976 mit der Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe. Zwischenzeitlich war die Schule so gewachsen, dass ein Schulneubau (1966) notwendig geworden war. Über all diese Jahre war der Schule ein Internat angegliedert. Beim Übergang der Trägerschaft auf das Erzbistum Köln im Jahre 1999 wurde das Internat geschlossen. Heute ist das Erzb. St.-Joseph-Gymnasium eine moderne vierzügige Schule für Mädchen, die in der gymnasialen Oberstufe eng mit dem Vinzenz-Pallotti-Kolleg zusammenarbeitet. Der wunderschöne Altbau, einst konzipiert als Schule, Internat und Kloster, ist behutsam in eine rein schulische Nutzung hinein entwickelt worden mit einem Ziel, das eigentlich unter verschiedenen Vorzeichen das gleiche geblieben ist: Den Schülerinnen eine Lernumgebung und eine Lernatmosphäre zu schaffen, in der Lernen gelingt.

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