Politiker auf dem Podium

Der Leistungskurs Sozialwissenschaften der Q1 von Martin Stoffel veranstaltete am Montag, 12. Juni eine Podiumsdiskussion mit den Politikern Bettina Bähr-Losse (SPD), Michael Droste (Die Linke), Martin Metz (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. Norbert Röttgen (CDU). Lea Hoffmeister und Felix Schmitz moderierten die Veranstaltung, an der die gesamte EF und Q1 teilnahmen.

Im Vordergrund standen Fragen der Bildungspolitik – zum Beispiel, ob eine einheitliche Regelung der Schulzeit bis zum Abitur nicht sinnvoll wäre. Während Michael Droste klar für G9 plädierte, sprach sich Martin Metz für eine Flexibilität der Schulen aus. Bettina Bähr-Losse betonte, wie wichtig es sei, Ruhe in die Diskussion zu bringen. Norbert Röttgen unterstützte ihr Anliegen, innerhalb des Föderalismus dennoch eine Schulmobilität zu gewährleisten, schließlich zögen etliche Familien um, was mit einem Schulwechsel einhergehe. Wichtiger sei allerdings, dass mehr Geld für Bildung ausgegeben werde. Martin Metz kritisierte in diesem Zusammenhang, dass zu wenig Geld vom Bund an die Länder für die Bildungspolitik gezahlt werde. Norbert Röttgen wies auf das Engagement der Bundesregierung für Forschung und Wissenschaft hin.

Weitere Diskussionspunkte waren unter anderem die Gleichberechtigung von Frauen und Männern im Berufsleben – dafür wollen sich alle eingeladenen Politiker einsetzen –, die Flüchtlingspolitik und die Zukunft der Europäischen Union. Droste machte auf die Asylgesetze der Bundesregierung aufmerksam und monierte, dass Flüchtlinge immer wieder mit Kriminalität in Verbindung gebracht würden. Röttgen hingegen stellte das Handeln Deutschlands als Vorbild für Europa dar; dabei bezog er sich auf die Willkommenskultur. Allerdings stünden wir mit der Integrationsfrage vor einer der „größten gesellschaftlichen Herausforderungen“. Parallelgesellschaften seien zu verhindern. Bettina Bähr-Losse sieht die Ursachen für Flucht im Vordergrund der Politik und mahnte an, die Entwicklungspolitik sei gescheitert. „Die Probleme waren ganz weit weg, ganz plötzlich sind sie vor unserer Haustür“, so die SPD-Politikerin. Martin Metz rief dazu auf, unseren Wohlstand, den wir auf Kosten anderer Menschen erlangt hätten, zu teilen.

Die Stärkung der Europäischen Union lag den Politikern der CDU, SPD und der Grünen am Herzen. Der Blick müsse dabei ausgeweitet werden auf die Stellung Europas in der Welt, so Röttgen. Droste hingegen erklärte, die EU müsse überdacht werden.

Zum Schluss stellten die Moderatoren den Politikern die Frage, wie sie junge Menschen für Politik begeistern wollten. „Mischt euch ein“, forderte Bettina Bähr-Losse das Publikum auf. „Folgt niemandem, der euch einfache Antworten verspricht!“. Röttgen ermunterte die Schülerinnen und Schüler, ihr „Herz zuöffnen für das, was an Ungerechtigkeit und Leid in dieser Welt ist.“ Michael Droste rief dazu auf, sich zu bilden. „Hinterfragt, was ihr lernt, denkt nach!“ Und Martin Metz gab den Zuhörern mit auf den Weg, selbst zu handeln: „Es gibt keinen, der für euch alles regelt.“ Nach Ansicht Norbert Röttgens leben wir in der wahrscheinlich politischsten Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg, wie er zu Beginn der Diskussion anmerkte – das Engagement der jungen Generation wünschen sich dabei alle Parteienvertreter, wie in der eineinhalbstündigen Veranstaltung deutlich wurde. Im Anschluss durften die Schülerinnen und Schüler einen der vier Kandidaten wählen; dabei ging Martin Metz mit 34,4 Prozent als Sieger vor Norbert Röttgen mit 30,3 Prozent hervor.

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