Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten – Erfahrungen aus dem Frühstudium

marvinFrühstudium – was ist das und viel wichtiger: Was bringt es mir? Zunächst scheint es ja nur Nachteile zu haben. Es belastet mit mehr Arbeit. Man muss regelmäßig beschwerlich mit der Bahn nach Bonn fahren und im Studium selber sind dann alle älter und erfahrener als man selbst.

Dies sind die Fragen und Gedanken, die man sich beim Begriff „Frühstudium“ stellen kann. Ich habe im Sommersemester 2016 (von April bis Anfang Juli) am Frühstudium an der Uni Bonn im Fach Chemie teilgenommen. Dort belegte ich ein Modul (ca. 1/3 der Arbeitslast eines normalen Studenten) und bestand am Ende auch die Klausur. Wie kommt man überhaupt darauf, an einem Frühstudium teilzunehmen. In meinem Fall war es so, dass ich mich im Chemieunterricht nicht ausgelastet fühlte und weitergehendes Interesse an diesem Fach hatte. Als ein anderer Lehrer dann die Möglichkeit eines Frühstudiums erwähnte, war meine Neugier geweckt. Ich informierte mich im Internet über die Möglichkeiten; nach kurzer Recherche stieß ich auf das FFF-Projekt (Fördern, Fordern, Forschen) der Uni Bonn. Dies ermöglicht ein Frühstudium in einem Fächerspektrum, welches von Philosophie über Politik bis zur Mathematik und den Naturwissenschaften reicht. Die Anmeldung für das Projekt war dann relativ einfach. Es reichte das Ausfüllen eines Formulars und ich war in der Lage am normalen Uni-Betrieb mit den Privilegien eines normalen Studenten, allerdings ohne dessen Kosten, teilzunehmen.

Als ich das erste Mal den Hörsaal betrat, war ich natürlich etwas nervös. Doch dies legte sich schnell. So fand ich nach ein, zwei Vorlesungen bald heraus, dass diese, obwohl etwas herausfordernder als die Schule, mit etwas Zeit durchaus verständlich sind. Der Rest des Uni-Lebens wurde nach kurzer Zeit dann auch Routine. Von anderen Studenten wird man wie ein normaler weiterer Student behandelt (und sie sind zum Teil genauso ahnungslos wie man selbst in manchen Belangen).

Die Klausur am Ende des Semesters war dann die nächste Herausforderung. Doch mit etwas Vorbereitung und Lernen war auch diese machbar. Dies ist ein Vorteil des Frühstudiums: Wenn man die Klausur am Ende des Moduls besteht, kann man sie sich anrechnen lassen und das Modul, wenn man wirklich studiert, überspringen.

Abschließend kann ich sagen, dass das FFF-Projekt mir sehr viel gebracht hat und dies nicht nur in der Chemie. So habe ich zwar auch sehr viel im Fachbereich Chemie gelernt, doch viel wichtiger ist, dass ich gelernt habe, wie man an der Uni lernt und wie man dies eigenständig koordiniert. Somit habe ich an Eigenständigkeit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gewonnen. Deshalb wiegen meiner Meinung nach die positiven die negativen Seiten des Frühstudiums um ein Vieles aus. Ich empfehle jedem Interessierten zumindest für ein Semester einmal am Frühstudium teilzunehmen.

Marvin Alberts

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