Lebendige Festschrift

Das Jubiläumsjahrbuch ist erschienen. Rechtzeitig zum Schuljahresbeginn und kurz vor dem großen Ehemaligentreffen (17.9.) stellten Schulleitung, Redaktion und Verlag die Festschrift „100 Jahre St. Joseph-Gymnasium“ der Öffentlichkeit vor. „Es sollte vor allem eine lebendige Darstellung und keine langweilige Chronik werden“, erklärt Schulleiter Hans Rieck. Neben der attraktiven Gestaltung (400 Seiten mit 550 Fotos) besticht das Buch mit der Fülle an Zeitzeugenberichten aus einem ganzen Jahrhundert Schulgeschichte.

Das Gründungsjahr 1911 fällt noch in die Zeit der Monarchie. Frauen spielten weder in öffentlichen Ämtern, noch in Politik, Wissenschaft oder Wirtschaft eine Rolle. Heute, 100 Jahre nach der Gründung des St. Joseph-Gymnasiums, hat sich die Rolle der Frau grundlegend verändert. Das im Jubiläumsjahr erscheinende Jahrbuch des heute erzbischöflichen Mädchen-Gymnasiums belegt, welchen gewaltigen Entwicklungen die Schule in ihrer Geschichte ausgesetzt war. „Dieses Jubiläumsjahrbuch will keine vollständige Chronik von 100 Jahren Schulleben liefern, sondern einen Blick öffnen für die Charakteristika von St. Joseph, die von vielen Wandlungen in der Schulform und den Bildungsinhalten unberührt geblieben sind“, erläutert  Hans Rieck. Eines der Charakteristika sei die Geborgenheit, so der Schulleiter in seinem Vorwort zu der 400-seitigen vierfarbigen Prachtausgabe.

Vorstellung der Jubiläumsfestschrift "100 Jahre St. Joseph-Gymnasium"

Stellten das Jubiläumsjahrbuch des St. Joseph-Gymnasiums vor (v. l.: Hans Peter Schlinkmann (Koordinator Redaktion), Winrich C.-W. Clasen (cmz-Verlag), Kerstin CLasen (Bildredaktion, Heidi Kaiser (stv. Schulleiterin), Hans Rieck (Schulleiter)

 

Dafür ist umfangreiches historisches Material aufgearbeitet worden. Der erste Teil des Bandes beschäftigt sich mit der Zeit von der Gründung der Schule im Jahre 1911 bis zum Zweiten Weltkrieg. Hier haben Stadtarchivar Dietmar Pertz und Gert Wirtz, ehemaliger Geschichts- und Englischlehrer, mitgewirkt. Für die Darstellung der Zeit von der Schließung der Schule während der Nazizeit bis zu den 1950er-Jahren konnte Jahrbuch-Redakteur Hans Peter Schlinkmann, Lehrer am St. Joseph-Gymnasium, mit etlichen ehemaligen Schülerinnen sprechen, von denen die ältesten 1941 und 1942 in Rheinbach Abitur gemacht haben.

„Wir wollten keine trockene Chronik schreiben“, betont Hans Rieck. Besonders interessant lesen sich vor allem die Berichte Ehemaliger aus dem Internatsleben der Kriegs- und Nachkriegszeit. Für diesen Teil wurden viele historische Originaldokumente gesammelt und ebenfalls Zeitzeuginnen interviewt, in denen es zum Beispiel um die Martinsfreuden 1943, das Nikolausfest 1945 oder die Abiturprüfungen 1946 geht, aber natürlich auch über die Zeit der allgemeinen Knappheit in den Nachkriegsjahren.

Episoden und Berichte aus dem Leben im Pensionat nehmen einen Teil des Bandes ein, der von den vielen Bildern und Photos aus alter und neuer Zeit lebt und auch einfach nur zum Durchblättern einlädt.

Weitere Zeitzeugenberichte aus den 1960er- und 1970er Jahren, dabei auch von einigen Schwestern des Ordens Unserer Lieben Frau, die die Schule bis 1999 leiteten, und etlichen ehemaligen Lehrerinnen und Lehrern lassen die damalige Schulzeit lebendig werden und gleichzeitig immer wieder hinter die Kulissen der Ordensschule blicken.

Musik, Theater, Kunst und Sport stehen im Mittelpunkt vieler Beiträge aus den 1980er und 1990er-Jahren – und natürlich fehlt auch nicht ein Artikel über „Die großen Jungs vom kleinen Brückchen“, in dem es um das Aufeinandertreffen der beiden – weiblichen und männlichen – Welten am St. Joseph-Gymnasium und am Vinzenz-Pallotti-Kolleg in dieser Zeit geht.

Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Wechsel der Trägerschaft des St. Joseph-Gymnasiums 1999 zu einer erzbischöflichen Schule, wie ihn Schulleiter Hans Rieck im entsprechenden Kapitel  beschreibt, das mit Impressionen vom Abschied der Schwestern im Jahre 2007 schließt.

Beiträge zu den musischen Aktivitäten nehmen einen weiteren Abschnitt ein, bevor die aktuellen Kolleginnen und Kollegen der Schule über ihre Fächer, deren Wandel im Lauf der Jahre und aktuelle pädagogische Tendenzen ausführlich berichten. Weitere Aktivitäten wie die Dritte-Welt-Arbeit, die Tätigkeit der ehemaligen Schulleiterin Schwester Bernarde in Uganda oder die vielfältigen Umbauarbeiten an der Schule werden ausführlich dokumentiert.

Im Kapitel „Menschen am St. Joseph-Gymnasium“ werden unter anderen die Schwestern  Romana (ehem. Direktorin), Aloyisia und Liboria portraitiert. Es melden sich aber auch zwei Familien mit Beiträgen zu Wort, von denen gleich drei Generationen als Schülerin an St. Joseph verbracht haben. Und die ehemalige Realschulrektorin Hedwig Schmitt-Wojcik bekennt: „St. Joseph – ein Leben lang“.

Das Jubiläumsjahrbuch schließt wie die üblichen jährlichen Ausgaben mit den Bildern aller Klassen, der Abiturientinnen des aktuellen Jahrgangs 2011 und des  Lehrerkollegiums.

So ist ein Buch entstanden, in dem man gerne blättert, in das man sich aber auch zur Lektüre vertiefen kann. Unter der Koordination von Hans Peter Schlinkmann hat es 14 Monate bis  zur Fertigstellung gedauert. Form und Gestaltung sind Winrich C.-W. Clasen (cmz-Verlag Rheinbach ) und Frank Münschke (Klartext Medienwerkstatt Essen) zu verdanken.

Schulleiter Hans Rieck freut sich, dass der Jubiläumsband noch vor dem Ehemaligentreffen am Samstag, 17. September (14 bis 19 Uhr), erscheint. Er kann dort erworben werden, ist aber auch zum Preis von 24,95 Euro im Buchhandel und beim cmz-Verlag (www.cmz.de) zu beziehen oder im Sekretariat der Schule erhältlich.

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