Kategorie-Archiv: Literatur

Ein Satz wird zu einer Geschichte: Lesung von Anne Freytag

Beim Einkaufen fiel Anne Freytag, als sie neben dem Kühlregal stand, ein Satz ein, der sie nicht mehr los ließ: „Ich suche einen Freund zum Sterben.“ Aus ihm machte die Jugendbuchautorin ihren Roman „Mein bester letzter Sommer“, aus dem sie am 23. Juni 2017 vor Schülerinnen und Schülern der Klassen 8 und 9 las. Auch ihr neues Buch „Den Mund voll ungesagter Dinge“ stellte sie ihnen vor. Der Kontakt zur Autorin entstand durch die Buchhandlung Kayser, die sich auch an den Kosten beteiligte.

„Ich bin 17 Jahre alt und werde nie 18 werden“ – mit dieser Situation der Hauptfigur aus „Mein bester letzter Sommer“ sahen sich die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer konfrontiert. Tessa ist mit einem schweren Herzfehler zur Welt gekommen und hat das Gefühl, zu wenig gelebt zu haben. Sie möchte noch so viel wie möglich erleben, wünscht sich „Momente , in denen die Zeit still steht“ – und lernt Oskar kennen, dem sie davon erzählt, dass ihr nur noch wenige Wochen bleiben. Vom Verhalten ihrer Mutter ist sie enttäuscht: „Ich sterbe und die stärkt Servietten“.

Im Roman „Den Mund voll ungesagter Dinge“ geht es um die 17-jährige Sophie aus Hamburg, die mit ihrem Vater und dessen Lebensgefährtin nach München zieht und sich dort in die gleichaltrige Alex verliebt. Auch daraus las Anne Freytag Passagen den Jugendlichen vor und erzählte, wie einige in ihrem Verlag anfangs Probleme mit der Handlung hatten. Für sie hätten die Charaktere ihrer Bücher jedoch ihr Eigenleben – und so habe sich auch diese Geschichte weiter entwickelt, so dass Alex kein Junge, wie ursprünglich geplant, sondern ein Mädchen sei. „Eine Figur macht mit der Zeit, was sie will“, erklärte die Autorin. „Wir haben dann auch manchmal Streit.“

Die Schülerinnen und Schüler wollten wissen, wie lange Freytag an einem Roman arbeite. Beim ersten seien das nach der Leseprobe dreieinhalb Monate gewesen. Und woher sie ihre Inspiration nehme? „Das Leben als solches liefert mir meine Ideen. Außerdem soziale Medien und Nachrichten. Aber am wichtigsten ist der erste Satz, der mir einfällt, um den sich eine Geschichte spinnt.“ Ihr Konzept geht auf, jedenfalls erhielt Anne Freytag für ihre vorgestellten Geschichten die volle Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler.

Ehrung bei „HERZKLOPFEN on stage“

Insgesamt 23 junge Preisträger des Rheinbacher Lyrik-Wettbewerbs „Herzklopfen“ präsentierten am Freitag, 9. Juni vor 180 Besuchern im Stadttheater ihre Gedichte und wurden feierlich geehrt. Unsere Schülerinnen Lara Arsenovic, Amy Briesemann, Angelina Namislo und Sofia Olbrich freuten sich über ihre Preise.

Poetry-Slammer Julius Esser moderierte die Gedichte-Gala zusammen mit SGR-Schülersprecherin Mara Kurrat, Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz, Schirmherr des Herzklopfen-Projekts, überreichte den Preisträgern Buch- und Einkaufsgutscheine. Er erinnerte an die drei Wochen, in denen die weit über 200 Gedichte von Schülerinnen und Schülern bis 22 Jahre in rund 140 Schaufenstern von Geschäften und Institutionen der Innenstadt ausgestellt waren: „Als Bürgermeister bin ich stolz auf Euch und froh, auf ganz spezielle Art zu erfahren, was euch beschäftigt.“

Lara Arsenovic erhielt einen dritten Platz der Publikumswertung in der Altersgruppe I für ihr Gedicht „Eragon“. Amy Briesemann erreichte die ersten drei Plätze in der Publikumswertung in ihrer Altersklasse II. Sie beginnt beispielsweise einen Text mit dem Satz: „Und wenn du nicht mehr schwimmen kannst, dann schwimm ich für uns beide …“ Sophia Olbrich nahm von Buchhändler Christoph Ahrweiler den Sonderpreis der Buchhandlung Kayser entgegen mit einem eindrucksvoll gesprochenen Text über ihre Liebe zu Büchern und der Buchhandlung: „Ich werde kommen und euch lesen, Buch für Buch.“

Weitere Informationen zum Wettbewerb und den Preisträgern finden Sie hier auf der Internetseite von „Rheinbach liest“.

Rheinbach liest und SJG

„Ob Theater Wissen schafft?“ – Theaterwissenschaftlerin im Leistungskurs Deutsch

07-lk-d2-12Nikola Schellmann M.A., Lehrbeauftragte und Studienberaterin an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, erläuterte im Deutsch-Leistungskurs der 12.2 von Bernhard Vogt das Studienfach „Theaterwissenschaft“. Sie ging auf  Aspekte der Inszenierungsanalyse entsprechend den Vorgaben zum NRW-Abitur 2017 im Fach Deutsch ein, die im Inhaltsfeld „Medien“ die Fokussierung auf die „Bühneninszenierung eines dramatischen Textes“ vorsehen. Schellmann stellte zunächst verschiedene Definitionen von Theater vor, ging näher auf die Studienbereiche und Arbeitsfelder des Faches „Theaterwissenschaft“ ein und wies schließlich auf mögliche Berufsfelder eines Theaterwissenschaftlers hin.

06-vortrag-nikola-schellmann
Ausgehend von der grundsätzlichen Differenz von narrativen Texten, in denen eine Erzählerinstanz die Informationsübermittlung leistet, zu dramatischen Texten, „die sich von episch-narrativen dadurch unterscheiden, dass sie durchgehend im Modus der Darstellung stehen, dass nirgends der Dichter selbst spricht“ (Manfred Pfister: „Das Drama“), entwickelte Nikola Schellmann ein theaterwissenschaftliches Konzept, das sich mit der Geschichte, der Theorie und der Ästhetik von Theater sowie mit theaterverwandten und theaterähnlichen Phänomenen auseinandersetzt.

Lesen Sie hierden gesamten Bericht: . Bericht über Theaterwissenschaft

01-theaterwissenschaft

Theateraufführung „Hotel zu den zwei Welten“

LiterturPlakattextDer Literaturkurs der Jahrgangsstufe 11 inszeniert unter der Leitung von Birgit Beier ein Stück nach Éric-Emanuel Schmitt aus dem Jahre 1999. In „Hotel zu den zwei Welten“ geht es um eine Zwischenwelt, in der über Leben und Tod entschieden wird. Es treffen verschiedene Charaktere aufeinander und es spielen sich die verrücktesten Szenen ab, die teilweise selber vom Kurs dazugeschrieben wurden, wie auch die wichtigen Rollen Éléonore und Daria.

Weiterlesen