Kategorie-Archiv: Naturwissenschaften

Wie ein Medikament entsteht

Den Weg von einer Idee bis zum zugelassenen Medikament konnten die beiden BioChemie-Differenzierungskurse der Jahrgangsstufe 9 anhand eines Vortrags von Dr. Eva-Maria Krüdewagen nachvollziehen. Die Leiterin einer Forschungsgruppe Medikamentenentwicklung der Abteilung für die Entwicklung von Tiermedikamenten bei Bayer, Leverkusen war auf Einladung von Biologielehrerin Andrea Schulte am 8. Mai 2017 zu Gast und erklärte den Schülerinnen und Schülern die einzelnen Stufen.

Zwischen zehn und zwölf Jahre vergingen, bis ein Medikament entwickelt sei und alle Tests durchlaufen habe, so dass es vermarktet werden könne. „Von zigtausend Präparaten im Screening kommt nur eins durch“, erläuterte die studierte Tierärztin. Die durchschnittlichen Entwicklungskosten für ein Tiermedikament betrügen 45 bis 60 Millionen Euro. Eine einzige Zecke koste im Einkauf 6,50 Euro, ein Floh 25 Cent – und davon würden sehr viele benötigt.

Wie die Entwicklung konkret aussieht, machte Dr. Eva-Maris Krüdewagen anhand eines Medikaments gegen Zecken und Flöhe klar – die Tiere hatte sie genauso wie Bandwürmer zur Anschauung dabei. Weitere Themen ihres 90-minütigen Vortags waren Tierversuche in der Human- und Tiermedizin sowie ethische Grundsätze für die medizinische Forschung am Tier. Außerdem stellte sie den Schülerinnen und Schülern Adoptionsprogramme für Versuchstiere vor. Auch über die vielfältigen Berufe in der Pharmaindustrie erfuhren sie viel Wissenswertes. Ihre Reaktion auf die Veranstaltung: „interessant – aber merkwürdig, dass man so distanziert und sachlich über Tierversuche sprechen kann“. Dr. Krüdewagen verdeutlichte, dass auf 199 Tiere, die für die Ernährung der Menschen geschlachtet würden, nur eins komme, das für Versuche genutzt würde – gejagte Tiere, Fischfang und Schädlingsbekämpfung seien dabei noch nicht eingerechnet.

Momos Auftritt vor der Presse

momo-gaDie Redakteure vom General-Anzeiger waren von Momo ganz begeistert. In der Ausgabe vom 13. Januar 2017 ist ein langer Bericht über unseren Schulhund erschienen. Redakteur Mario Quadt besuchte die Klasse 6b in einer Hundestunde und stellt in seinem Artikel das Schulhund-Konzept vor. Als die Online-Redaktion von dem geplanten Artikel erfuhr, eroberte Momo auch dort die Herzen der Mitarbeiter. So ist zusätzlich ein Film von Simon Bartsch, Sebastian Meltz und Karsten Lettau entstanden.

Genetischer Fingerabdruck aus der Mundschleimhaut

Labor2Ein Tag im Labor und dennoch in der Schule – das konnten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 erleben. Dr. Ina Siebenkotten und Dr. Dagmar Assadsolimani waren zum wiederholten Mal mit ihrem mobilen Labor „Science to Class“ zu Gast und leiteten die insgesamt fast 70 Nachwuchsbiologen der drei Biologie-Leistungskurse und einiger Grundkurse dabei an, ihren genetischen Fingerabdruck herzustellen.

 

Dieses Projekt fand am Freitag, 22.4., Montag, 25.4. und Dienstag, 26.4.2016 statt. Neben den Versuchsanweisungen erhielten die Schülergruppen vielfältige Einblicke in die Laborarbeit, außerdem informierten die beiden Biologinnen über mögliche Berufsbilder für die zukünftigen Naturwissenschaftler. Bei ihrem Experiment isolierten die Schülerinnen und Schüler DNA aus Zellen ihrer eigenen Mundschleimhaut, vermehrten sie in einem Thermocycler mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und analysierten sie mittels Gelelektrophorese, einem Verfahren, mit dem man Moleküle zur Identifikation voneinander trennen kann. Außerdem beschäftigten sie sich mit der Frage, wo der genetische Fingerabdruck zum Einsatz kommt.

Labor3

„Was wir mit den Schülergruppen analysieren, sagt nichts über mögliche Krankheiten oder Charaktereigenschaften aus“, betonte Dr. Ina Siebenkotten. „Wir nehmen uns nur einen Genort vor; für einen Vaterschaftstest beispielsweise sind acht Orte nötig.“ Vielmehr gehe es darum, exemplarisch die Vorgehensweise kennen zu lernen und auf diese Weise an wissenschaftliches Arbeiten heranzuführen. Sie freute sich über die rege Mitarbeit der Elftklässler; die wiederum fanden die Zeit im Labor eindrucksvoll und erklärten: „So etwas kann man wiederholen!“

Finanziert wurden die Labortage durch die Landesinitiative „Zukunft durch Innovation“ (ZdI).

Weitere Infos: http://www.science-to-class.de/

Wir sind MINT

MINTDie Schulgemeinschaft weiß schon lange, dass sich das SJG für naturwissenschaftliche Fächer in besonderer Weise einsetzt; jetzt ist dies sogar besiegelt: Wir dürfen mit der Plakette „„MINT-freundliche Schule“ werben. Unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz erhielt die Schule auf der Bildungsmesse „Didacta“ in Köln in der vergangenen Woche die Urkunde.

MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Eine Schule, die das Siegel erhält, muss einen umfangreichen Kriterienkatalog abdecken – das hat das SJG mit seinem schulinternen Lehrplan, den naturwissenschaftlichen AGs, der erfolgreichen Teilnahme an diversen Wettbewerben, Projekten und Kooperationen mit der Wirtschaft unter Beweis gestellt.

Als ausgezeichnete „MINT-freundliche Schule“ profitiert das SJG nun von einem aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Schulen bestehenden Netzwerk. Auf diese Weise werden die Schülerinnen und Schüler schon früh an potenzielle Arbeitsplätze herangeführt und kommen mit naturwissenschaftlichen Forschern in Kontakt.

MINT-SJG

Dr. Helmut Gaßmann (2. v.l.) und Cornelia Otremba nehmen als Vertreter des St. Joseph-Gymnasiums die MINT-Auszeichnung an. Der Schule wird als Partner die Dienstleistungsgesellschaft für Informatik mbH, Bonn zur Seite gestellt, hier vertreten durch Thomas Michel (2.v.r.). Thomas Sattelberger, Vorsitzender „MINT Zukunft schaffen“ (l.) und Stefan Ginthum, LEGO Education (r.) gratulierten.