Kategorie-Archiv: Exkursionen

Lord Uxbridge und sein Holzbein: Leistungskurse Deutsch 2 und Englisch 3 in Brüssel und Waterloo

05a Fun with flagsEinmal mitten in der Woche im Plenarsaal in Brüssel auf den Plätzen des diplomatischen Korps zu sitzen und das originale Holzbein von Lord Uxbridge betrachten zu können, hätten Schülerinnen und Schüler des Sankt-Joseph-Gymnasiums und des Vinzenz-Pallotti-Kollegs in Rheinbach nicht in ihren kühnsten Träumen gedacht. Am Mittwoch, dem 11. November 2015, wurden diese Träume wahr. Die Q1-Deutsch- und Englisch-Leistungskurse unter der Leitung von Bernhard Vogt und Johannes Wagner verbrachten einen Unterrichtstag in Brüssel, um das EU-Parlament und in Waterloo das Wellington-Museum über die Schlacht von 1815 zu besuchen.

01a Vor dem EU Parlament

 

 

 

 

 

 

 

Die Präsentation von Christoph John, Referent des deutschsprachigen Besucherdienstes im EU-Parlament, bestätigte die bereits im Unterricht erarbeiteten Ergebnisse über den Aufbau des EU-Parlaments und die Funktion der EU-Institutionen. Die EU hat 28 Mitgliedsstaaten, aus denen insgesamt 751 Abgeordnete aus 196 Parteien im Parlament sitzen. Aus Deutschland sind das 96 Abgeordnete aus 15 Parteien, was bedeutet, dass jeder Abgeordnete 830.000 deutsche Bürger vertritt. Auf ihnen liegt also eine immense Verantwortung.

04 Im Plenarsaal

 

 

 

 

 

 

 

Die Abgeordneten haben ein Mandat für 5 Jahre, in dieser Zeit können sie keinem anderen Parlament angehören. Die Abgeordneten verbringen meist 2 Wochen eines Monats in Brüssel und eine Woche in Straßburg, wo sie an Plenarsitzungen teilnehmen. Den restlichen Monat verbringen sie in ihrem Wahlkreis, um den Kontakt zu ihren Wählern aufrecht zu erhalten. Die Abgeordneten, die hier während einer Sitzung sprechen wollen, haben lediglich 1 bis 2 Minuten Redezeit, währenddessen wird das Gesprochene in die 23 Amtssprachen übersetzt.

03 Seminar

 

 

 

 

 

 

 

Im „Musée Wellington“ zur Schlacht der europäischen Allianz von u. a. Großbritannien, Russland und Preußen gegen Napoleon bei Waterloo am 18. Juni 1815 wurde den Kursen von dem Museumsexperten viel Hintergrundwissen weitergegeben, was zu einer ziemlich abwechslungsreichen Unterrichtsstunde führte. Er erzählte von der Niederlage Napoleons und dem Sieg des, wie er meinte, politisch viel kompetenteren und humaneren Herzog von Wellington, der zwar General war, aber sich auch um die Absurdität kriegerischer Auseinandersetzungen seine Gedanken machte: „A victory is the greatest tragedy in the world, except a defeat“.

12 Wellington Museum

 

 

 

 

 

 

 

Am Ende der Führung im Wellington-Museum prägte der Vortragende mit seinem unnachahmlich sympathischen Englisch-Akzent des Franzosen noch einmal den Schülerinnen und Schülern des Englisch-LK ein: „English is the most important language in the world!“, was deren Lehrer sichtlich erfreute.

14 Wellington Museum

 

 

 

 

 

 

 

Das Protokoll von Felicia Stahlhut (Lk E3) vermerkt zu dem eingangs erwähnten Lord Uxbridge: “He was wounded in the battle and he did not cry during the amputation. Afterwards he had three false legs made, one for walking, one for horseback riding, one for dancing” und schließt den Unterrichtstag in Brüssel ab unter „Any other business“: „Mr. Vogt thanked the class for their patience during the talks, he was not pleased about our lack of participation during the seminar in the European Parliament, though.“ Und Cara Semroch (Lk D2) fasst zusammen: „Um 15:00 Uhr fuhren alle Anwesenden um vieles gebildeter mit dem Bus nach Rheinbach. Sie kamen dort um 17:45 Uhr an und fanden, dass es ein gelungener, sehr lehrreicher Arbeitstag war.“

Hannah Grüne (Jgst. 11 – LK D2)

Artikel als pdf-Datei: LK E _ Lk D_ Brüssel 2015

„… never a dull moment“ – Besuch in London

01 Queensway - Simon Meyer, Nicole Metzler, Lea BaurWährend des Besuchs einer Delegation des Vinzenz-Pallotti-Kollegs und des St.-Joseph-Gymnasiums in London standen – unter der Leitung der Lehrer Marlene Genn und Bernhard Vogt – zahlreiche Arbeitsbesuche in der „Bank of England“, dem „Museum of London“ oder auch der „Tate Modern“ auf dem Programm.

Besonders die Art, wie dem Besucher die Objekte und Inhalte präsentiert werden, unterscheidet sich stark von den deutschen Museen. Vieles ist digital und interaktiv aufbereitet, so dass Schülerin Mona Schappert schwärmt: “One of the most interesting destination was “The Crystal”, an interactive museum about urbanization and sustainable energy development.  It is located in the east of London in the Royal Victoria Docks. Run and owned by German electronics company Siemens, the building offers high-tech interior equipment. This goes from toilets able to flush themselves to interactive learning games operated by huge touch screens.02 Bank
In addition to that, cards with an individual identifying code are given out to visitors, enabling them to unlock special content and features as well as showing them which places they still have not visited. Even more notable than the displays on modern technology is the fact that the building draws almost all of the energy it needs to operate heating, light and sanitary services from renewable energy sources, most prominently from plants producing energy from wind power as well as solar energy from helio-electric appliances located at the top of the building’s roof. After exploring all different corners of the museum, we proceeded to take the “Emirates Air Line”, a cable car connection spanning the river Thames between Greenwich Peninsula and the Royal Docks, the slow flight offering breathtaking, spectacular sights of London all around.”
09 Tower of London group2Ein Moment, der ebenso in Erinnerung bleiben wird, ist die „Ceremony of the Keys“. Dieses aufwendig und eindrucksvoll zelebrierte Verschließen der Tore des Tower of London findet unter vollkommen dunklem Nachthimmel und in den spektakulär beleuchteten Mauern der alten Festung statt und belegt den englischen Sinn für Traditionen.
Wenn auch Lukas Voos (Jahrgangsstufe 11) durchaus aus Ungeduld und Gereiztheit der Hauptstadtbewohner im Umgang mit Fremden konstatieren musste, attestieren Lioba Lehmann und Simon Meyer (beide Jgst. 10) den Menschen, denen sie in London begegnet sind, „Offenheit Freundlichkeit, Rücksichtnahme, Respekt, Höflichkeit und Hilfsbereitschaft“.

18 Crystal - DLR„London ist vollkommen anders, eine sehr ordentliche Stadt, kaum Müll, viel Überwachung und Sicherheit“, fand Jonas Mecke (11) nicht nur das gesamte Ambiente, sondern auch das Einkaufen spannender als in Deutschland: „Überall eingespartes Personal, überall Kassen ohne Kassierer.“ „Die Stadt ist der perfekte Mix aus Moderne und Geschichte“, halten Lisa Lugauer (10) und Max Metternich (10) London für eine atemberaubende, abenteuerliche Großstadt. „Ein Muss für jeden. Wir haben längst noch nicht alles gesehen. Paddington Bear hat recht: One of the nicest things about London it that there is never a dull moment”.

Mona Schappert, Jonas Wiede (Jahrgangsstufe 10)

05 MoL

Spaciger Ausflug: Weltraum – Fantasie, Wirklichkeit, Ausblick

02 7D vor Bundeskunsthalle Weltraumspaziergang der 7d in der Bundeskunsthalle

Seit Jahrhunderten fasziniert der Weltraum die Menschheit. Viele Fragen über Sternentstehung, Lebewesen im All etc. konnten bereits durch Forschungen und menschliche Anwesenheit im Weltall beantwortet werden, doch gab und gibt es noch sehr viel Unerklärliches und Ungeklärtes. Mit den vielfältigen Aspekten der Weltraumforschung und den menschlichen Vorstellungen über das All beschäftigten sich die Ausstellung „Outer Space – Faszination Weltraum“ in der Bundeskunsthalle in Bonn und die Klasse 7d des Sankt-Joseph-Gymnasiums aus Rheinbach unter Leitung von Klassen-, Englisch- und Kunstlehrerin Elizabeth Weckes und Deutschlehrer Bernhard Vogt.

01 7D vor Bundeskunsthalle

 

Bereits die 32 cm große Masterkopie der 3600 Jahre alten „Himmelsscheibe von Nebra“, einer Darstellung der Himmelsvorstellung der damaligen Menschen zur Bestimmung von Zyklen des bäuerlichen Jahres, und ein Originalstück des 4,6 Milliarden Jahre alten „Donnersteins“ von Ensisheim zeugen vom vorwissenschaftlichen Umgang mit dem All. Der Meteorit, der 1492 aus dem All auf der Erde einschlug, wurde von den Menschen als eine Gottesstrafe und böses Omen gewertet, in Ketten gelegt und in einer Kirche aufgehängt.

07 7D Abreise

Der Aufbruch des Menschen in das Weltall, das Wettrennen zwischen der Sowjetunion und den USA, um durch ihre technische Überlegenheit die Vormachtstellung ihrer jeweiligen politischen Systeme zu belegen, wurde eindrucksvoll und lautstark dokumentiert durch einen Raketenstart auf Großleinwand, dessen Schluss-Countdown die Besucher alle 20 Minuten genüsslich mitzählen konnten.

Weitere Exponate, die Raumanzüge von Juri Gagarin, dem ersten Menschen im Weltall 1961, oder von Neil Armstrong, dem ersten Menschen auf dem Mond 1969, sowie der Nachbau der internationalen Raumstation ISS bezeugen die fortschreitende Eroberung des Weltraumes durch den Menschen.

05 7D arbeitswillige SchülerWeitere Überlegungen zu den Umständen und zum Leben im All und auf anderen Sonnensystemen stellen Künstler auf Bildern, in Romanen und in Filmen an. So bevölkern konsequenterweise der zurückgelassene und von Heimweh geplagte Außerirdische „ET“ – the Extra Terrestrial von 1982 –, der abfalleimergroße „Star Wars“-Roboter R2D2 (1977)  mit dem menschenähnlichen 3-CPO, der R2D2s Pfeiftöne übersetzen kann, ein Monster aus dem Film „Alien“ (1979) und das Modell der „Enterprise“  aus der Science Fiction-Serie „Star Trek“ (2009) einen Ausstellungsraum.

20 Haase Oliver Himmelsscheibe von Nebra „Eine Animation zeigt auf, wie gefährlich vermüllt der erdnahe Weltraum bereits durch unkontrollierte Raketen- und Satellitenteile ist“, sieht Ben Schluckebier kritische Aspekte der Weltraumeroberung. Die „Sonnenuhr“ des Künstlers Gianni Motti vermittelte Oliver Haase und Florian Heinrich ein mulmiges Gefühl. „Sie zählt die ca. 5 Milliarden Jahre, die der Menschheit verbleiben, bevor die Sonne die Erde einsaugen und verbrennen wird, rückwärts und ruft dem Besucher die Vergänglichkeit unseres Sonnensystems und somit das Ende allen Lebens ins Bewusstsein.“

06 7D NachbereitungDie Sternenkugel des japanischen Künstlers Hiroyuki Masuyama – aus Kirschbaumholz und edel poliert – hatte es nicht nur wegen ihrer Begehbarkeit und nicht nur Justus Potten und Jonathan Flatten angetan: „In das Holz sind viele kleine Löcher gebohrt, die genau der Position der Sterne am Himmel entsprechen. Ist die Kugel geschlossen, haben die Insassen den Eindruck, den Sternenhimmel zu sehen, selbst Astronaut zu sein und ein bisschen Schwerelosigkeit zu erleben“.

24 Muegge Mauritz RaumschiffDie Zeit nach der Führung durch Kunsthistorikerin Julia Lemke nutzten die Schüler, ihre Lieblingsstücke noch einmal anzuschauen und gemäß der Aufgabenstellung ihrer Kunstlehrerin abzuzeichnen.

22 Zahn Leo Raumschiff21 NN R2D2„Die Zeichnungen  bilden den Einstieg in das neue Thema „Weltall“ des Kunstunterricht und im Fach Deutsch wird der Ausflug als Grundlage dienen, sich im Berichte-Schreiben zu üben“, stellte Mauritz Mügge wieder die Verbindung zwischen einem etwas anderen, dafür aber umso spannenderen und abwechslungsreicheren Unterrichtstag und der schulischen Routine her.

 

Autorenkollektiv der 7D / Bernhard Vogt