„Überhaupt nicht depressiv!“: Studienfahrt nach London

William Blakes „London“ ist 1794 eine Stadt des Unglücks, des Leidens, der Depression, der sozialen Ungerechtigkeiten. 223 Jahre später erscheint die britische Metropole den Besuchern – trotz oder wegen des beschlossenen und in Kürze vollzogenen Brexits? – als eine multi-kulturelle, vielseitige, dynamische, optimistische,  effizient funktionierende Großstadt. Lea Hölz und Marco Klein (Jahrgangsstufe 10) fanden die Menschen hilfsbereit, freundlich und nett und die öffentlichen Verkehrsmittel perfekt: „Wir mögen die U-Bahn und das DLR-System. In kürzester Zeit kann man überall hinkommen.“ Elza Shala (Jgst. 10) betont die kulinarischen Vorteile: „In London kann man eine Vielzahl von Gerichten probieren, die man in Deutschland nicht unbedingt vorfinden kann.“ Und Martin Ehrhard (Jgst. 10) ist beeindruckt von den vielen historisch bedeutsamen Sehenswürdigkeiten und der hohen Museumsdichte.

Während ihrer Studienfahrt nach London war dementsprechend die „Must-Do“-Liste für die Schülerinnen und Schüler des Rheinbacher St. Joseph-Gymnasiums mit den Führungen durch den „Tower of London“ – inklusive der Inspektion der englischen Kronjuwelen – sowie durch die „Houses of Parliament“ als auch mit der Projektarbeit in diversen Museen – „The Museum of London“, „Tate Modern“ „National Portrait Gallery“ und „Kensington Palace“ – anspruchsvoll gefüllt.

Marlene Genn und Bernhard Vogt, beide Englischlehrkräfte am Rheinbacher St. Joseph-Gymnasium, gaben den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, über die schulfreie Karnevalszeit die Metropole des Vereinigten Königreiches zu erkunden. Dabei sind für die Mitreisenden neben den bekannten klassischen Sehenswürdigkeiten und Institutionen neuere und exotischere Attraktionen Londons im Angebot, zum Beispiel der „Sky Garden“, der höchste Park Londons, auf den drei obersten Stockwerken (35 bis 37) des wegen seiner Form als „Walkie Talkie“ bezeichneten Wolkenkratzers in der Fenchurch Street mit einem wunderbaren Überblick über die britische Hauptstadt.

Oder „The Crystal“ in den Docklands, einem interaktiven Museum, das die nachhaltigsten Techniken für Häuser präsentiert und selbst nutzt. Nach eingehenden Informationen über die Probleme, die das Stadtleben in der Zukunft mit sich bringen wird, z. B. Bevölkerungswachstum, Energieversorgung, massentaugliche Transportsysteme, Sicherheitsansprüche, konnten die Schülerinnen und Schüler in einer Computersimulation versuchen, eine Stadt für 40 Jahre ökologisch, ökonomisch, kulturell und sozial aufrecht zu erhalten.

Die frei gestaltbaren Stunden nutzten die SJG-Reisenden, um individuellen Interessen zu nachzugehen. Die „Oxford Street“ und „Camden Town“ sind dabei die Anlaufstellen für jene, die glauben, Powershoppen sei eine unverzichtbare touristische Disziplin, während Sportinteressierte dem berühmten Wembley-Stadion oder dem zu den Olympischen Spielen 2012 erbauten „Queen Elizabeth Olympia Park“ einen Besuch abstatten. Zur Regeneration oder bei dem seltenen Fehlen von eigenen Plänen ist das Hostel ein ruhiger Ort zum Entspannen und zum Aufladen neuer Energie für die Stadt.

„In meinen Augen ist London eine hyperaktive, stressige Stadt. Jeder scheint in Hektik zu sein, es ist laut. voll und wuselig, ich ziehe die Kleinstadt vor“, denkt Nicolas Kaufmann über die Studienfahrttage hinaus. Die wenigen anderen kritischen Stimmen wegen gefühlt langer Fußwege ohne standesgemäße Sitzpausen fallen bei der allgemeinen Anerkennung für das effiziente und funktionierende U-Bahn- und Bussystem Londons kaum ins Gewicht. Die Schülerinnen und Schüler waren auf jeden Fall begeistert von dem Besuch an der Themse: „London ist eine atemberaubende Stadt mit tollen Sehenswürdigkeiten, die auf jeden Fall einen zweiten Besuch wert sind“, fasst Alexander Olzem (Jgst. 11) die Tour zusammen. „Fantastisches Programm,  Glück mit dem Wetter, kein Regen“, lobt Luca Leone (Jgst. 10). „Wir haben viel über London erfahren“, schätzt Tim Melsbach (Jgst. 10) den Mehrwert einer Studienfahrt, „selbst wenn man glaubte, durch das Lehrbuch schon informiert zu sein, durch die Experteninformation vor Ort gab es immer noch etwas dazu zu lernen.“

Nicolas Kaufmann, Yannik Eßer (Jgst. 11 – 2016/17)

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