„Sailing on the sea of knowledge“ oder: Nager im Parlament

03 Canary WharfMan kann vieles von dieser Studienfahrt nach London behaupten, nur eines nicht: dass die Schülerinnen und Schüler gefaulenzt haben: Jeden Morgen früh aufstehen, jeden Tag gefühlt unendliche Kilometer laufen, jeden Tag jede Menge Arbeitsaufträge, Übungen und Programmpunkte – Langeweile fühlt sich anders an. Kein Wunder: Es warteten neben den Klassikern – wie der Tower Bridge, dem Tower of London und Big Ben auch die „Hidden Hotspots“, die die Lehrer Marlene Genn und Bernhard Vogt ihren Studienfahrerinnen und Studienfahrern empfehlen konnten. Zum absoluten Highlight wurde dabei „The Crystal“, ein sich selbstversorgendes Glashaus von Siemens, das als Museum Lösungsstrategien für die globalen Probleme wie Klimawandel, Urbanisierung und demografischen Wandel vorstellt. Durch interaktive Spiele und Ausstellungsstücke und eine begeisternde Seminarleiterin wird dieser Arbeitsbesuch vielen Schülerinnen und Schülern im Gedächtnis bleiben.


Der Besuch des britischen Parlaments im Palace of Westminster am Themseufer, wo die Mitglieder von Ober- und Unterhaus über die Zukunft des Vereinigten Königreichs debattieren, führte in die Einzelheiten der britischen Demokratie ein. „Wir haben in diesen ehrwürdigen Gemäuern nicht nur MPs und Lords, sondern auch Mäuse, und nicht nur die machen Ärger“, wusste Sarah Reynolds, Blue Badge Guide für London, darüber hinaus amüsant auch ungewöhnliche Details zu vermitteln. Ebenso eindrucksvoll war die British Library: Sophie Dave, Art Educator für die British Library, führte durch das eindrucksvolle Gebäude, das mehr als 25 Millionen Bücher enthält, erläuterte die Geschichte der englischen Sprache sowie die Bedeutung des Buches im heutigen digitalen Zeitalter und analysierte mit den deutschen Besuchern Originalmanuskripte z. B. von Oscar Wilde, dem großen englischen Literaten des späten 19. Jahrhunderts, und Liedtextversuche von Paul McCartney und John Lennon von den Beatles. Wegen der Schiffsform des Bibliotheksgebäudes fühlte sich Sophie Dave zu dem motivierenden Hinweis an die deutsche Delegation inspiriert: „In der British Library und auf eurer Studienfahrt könnt ihr wunderbar auf dem Meer des Wissens segeln.“

„Die Zeit in London war eine gute Chance, um viele Eindrücke von der Stadt zu bekommen und dabei viel Abiturrelevantes zu lernen“, stimmt Jennifer Kuhl (Jgst. 10) zu. Wenn dann alle Programmpunkte abgearbeitet, alle Übungen vorgetragen und alle Arbeitsblätter ausgefüllt waren, ergaben sich vielfältige Möglichkeiten: mal mit mehreren Leuten durch London bummeln, mal schick essen gehen, mal beim Supermarkt oder in der Pizzabude um die Ecke Fast-Food holen, mal mit der U-Bahn ans andere Ende der Stadt fahren, mal einfach im Hostel bei freiem W-LAN chillen. So lässt sich nach dieser anstrengenden, aber auch interessanten und unterhaltsamen Woche sagen: London ist eine Stadt mit vielen Gesichtern und ständig im Wandel; vor allem kann man dort aber viel sehen und vor allem viel Spaß haben.

Johannes Bruns (10) sieht das ähnlich: “London is a very attractive place for tourists and students like us and you can learn a lot. To stay for a few days is pretty nice.” Jan Hüffel (10) hat für sich eine andere Entscheidung getroffen: “I don’t want to live in such a big city, everybody seems really stressed.” Nico Doetsch (10) hebt die logistischen Vorzüge Londons hervor: „I really like public transport in London, you virtually cannot miss a train or a bus, there is always another one coming up already.” Einen ebenso positiven, eher emotionalen Zugang wählen Benjamin Faust (10) „London is very beautiful, you will love the place and don‘t want to leave”, Kristina Ebert (10) “I’ve fallen in love with this city and would like to come back again” und Sarah Ruf (10) “Being in England felt very good. For me London has already become a second home. I will miss the place.” Und Evmarie Althausen fasst für alle zusammen: “Die Zeit in England hat mir sehr gut gefallen, da ich London besser kennengelernt habe. Ich kann die Studienfahrt nur jedem empfehlen.“

Kieran Didi (Jgst. 10)

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