Achtung: Diese Seite ist nicht mehr aktuell!
Besuchen Sie unsere neue Homepage unter
www.sjg-rheinbach.de.

Richter-Fenster (2)

Stadtpark 31, 53359 Rheinbach, Telefon 02226 - 9224-0

von: Michelle Friedrichs-Oberscheven, Jgst. 11

Kirchenfenster im Dom

Um das neue Fenster des Kölner Doms ist ein Streit entbrannt. Erzbischof Kardinal Meisner hätte statt des abstrakten Kunstwerks von Gerhard Richter lieber Heiligenbilder gesehen. Das bunte Mosaik passe besser in ein islamisches Gotteshaus als in eine Kirche, findet er. Kardinal Meisner vertritt die Meinung, dass dies ein beliebiges Bild sei und keinen Bezug zur Kirche hat. Diese Meinung vertritt Gerhard Richter, der dieses Fenster gestaltet hat, nicht. Er hält Figuren für nicht notwendig. In seinem Kunstwerk befinden sich 72 Farben, die alle gleich sind, das heißt, keine ist heller oder dunkler als eine andere. Beide sind gleich transparent. Diese Farbenvielfalt soll auch für die Vielfalt und Individualität der Menschen stehen. Außerdem wurde bei den Mosaiken auf Trennlinien verzichtet, dies soll für die Zusammengehörigkeit und Gemeinschaft stehen, es entsteht keine Ausgrenzung. Zudem kommen die Farben die in diesem Fenster verwendet werden auch in anderen Kirchenfenstern vor. Sie haben die Funktion den Kircheninnenraum zu erhellen, da das neue Fenster eine leuchtende und bunte Atmosphäre schafft, so eine Kunsthistorikerin. Neben der Atmosphäre die entsteht, steckt hinter alle dem, so die Kunsthistorikerin, ein theologischer Hintergrund, die Mosaike leuchten wie Edelsteine, die in der Bibel an den Toren zum himmlischen Jerusalem beschrieben werden. Sie stehen für die Herrlichkeit Gottes. Gott ist somit durch das hindurch fallende Licht anwesend. Licht spielte auch in der Einweihungsrede von Domkapitular Prälat Josef Sauerborn eine große Rolle. Er verweißt auf den 19. Psalm, auf das große Lied auf die Sonne: „Sie tritt aus ihrem Gemach hervor wie ein Bräutigam, sie frohlockt wie ein Held und läuft ihre Bahn. Am einen Ende des Himmels geht sie auf und läuft bis ans andere Ende: nichts kann sich vor ihrer Glut verbergen.“ Die Kirche deutet das als großes Zeichen für Jesus Christus und sagt: Jesus Christus ist das Licht. Er hatte die Nacht durchschritten und in seiner Auferstehung das Schöpfungswort vollendet: Es werde Licht. In seiner Rede sagt er aus, dass dieses Spiel der Farben eine Signatur des Schöpfungswortes zu sein scheint:

Es werde Licht.

Nachdem man diese Verschiedenen Meinungen miteinbezogen hat, wird deutlich, dass das neue Kirchenfenster doch sehr viel mehr mit Kirche zutun hat, als Kardinal Meisner äußerte. Ich finde auch, dass das Kirchenfenster gut in den Dom passt, es ist etwas ganz Neues und Anderes als die vorherigen Fensterbilder. Das Bild steht nicht für ein einzelnes Ereignis, sondern für die Gemeinschaft und die Präsenz Gottes im Licht. 

zurück