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Latein

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„Der entstandene Zeitverlust hieß Lateinstunde.“
(aus Sten Nadolny, Die Entdeckung der Langsamkeit)

Wir, das sind 13 Mädchen der Jahrgangsstufe 12 aus dem Grundkurs Latein bei Frau Kübler, beschäftigten uns mit Briefen des römischen Philosophen Seneca (ca. 4 v. 0. bis 65 n.0, römischer Schriftsteller und Philosoph) und stießen dabei auf die stoische Philosophie. Diese Philosophie tauchte um das Jahr 300 v. Chr. in Athen auf.

In seinem ersten Brief konzentriert sich Seneca auf die Zeit und ruft die Menschen auf, die Zeit sinnvoll zu nutzen sowie zu lernen, bedachter mit ihr umzugehen. Die Briefe Senecas, welcher einer der bekanntesten Stoiker war, verdeutlichen, dass die Natur das Grundprinzip aller Dinge und das Schicksal der Menschen darstellt. Daher bestimmt die Natur den Lebenslauf eines jeden Menschen, denn für einen Stoiker geschieht alles mit Notwendigkeit und wird vom Schicksal gelenkt. So gibt es, der stoischen Philosophie nach, keinen Zufall. Stoiker sind in ihrer Denkhaltung der Vernunft (lat. „ratio“) untergeordnet und versuchen, sich nicht von Gefühlen (lat. „emotio“) beeinflussen zu lassen.

Diese Philosophie findet man auch in dem Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“ von Sten Nadolny wieder, in dem es um das Leben des John Franklin geht, welcher anfangs noch durch seine Langsamkeit behindert scheint. Später jedoch entpuppt sich diese Langsamkeit sogar als eine Art Kunst. Schon in seiner frühen Kindheit zeigen sich bei John Franklin einige „Schwächen“ bezüglich seines langsamen Verhaltens. Er spricht und denkt langsamer als andere Kinder, reagiert langsamer und entwickelt somit für sich seinen eigenen Zeitrhythmus. Auch wenn seine Zukunft zu Anfang ziemlich ausweglos erscheint, erfährt der Leser, Seite für Seite, mehr über die Vorteile dieser Langsamkeit. John Franklin schafft es sogar bis zum angesehenen Kapitän und führt seine Mannschaft tapfer durch einige Höhen und Tiefen. John ist offener für Details als andere, kann sich Dinge viel besser merken und wird auch als guter Zuhörer dargestellt. Er verliert fast nie den Glauben an sich und behält beinahe kontinuierlich seine innere Ruhe bei. Auch die Stoiker lehrten das Prinzip, Problemen frei von Gefühlen und mit dieser stoischen Ruhe gegenüberzutreten. Ferner ruft uns der Roman auf, uns Zeit zu nehmen, um mögliche Fehler zu vermeiden (Zitat Franklin: „ Ich nehme mir Zeit, bevor ich einen Fehler mache.“). John Franklin stellt sich tapfer seinem Schicksal und macht das Beste aus seiner gegebenen Situation (Parallelen zur Stoa werden hierdurch offensichtlich).

Uns hat dieser Unterrichtsabschnitt sehr gut gefallen, da wir mal etwas anderes gemacht haben, als das typische Übersetzen. Es war eine interessante Erfahrung zu erkennen, dass Latein weit über den Unterricht hinausgeht und der „Heute-Bezug“ tatsächlich existiert. Wir haben von diesem Roman und aus dem Senecabrief gelernt, dass wir uns manchmal ruhiger gewissen Sachen widmen sollten, um sie zu erfassen und um das Leben nicht an sich vorbeilaufen zu lassen. Wir empfehlen Euch, dieses Buch auch zu lesen .Vielleicht könnt Ihr Euren Lateinlehrern mal vorschlagen diesen Roman auch zu nutzen, um einen tieferen Einblick in die stoische Philosophie zu bekommen. Es lohnt sich!

 

Euer 12er Lateinkurs    

 

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