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Jakobsweg 2007

Stadtpark 31, 53359 Rheinbach, Telefon 02226 - 9224-0

Besinnungstage der Jahrgangsstufe 13

 Pilgern auf dem Jakobsweg 2007 von Waxweiler nach Echternach oder

„Why does it always rain on me??”

Wie bereits in den vergangenen Jahren standen auch in diesem Jahr vor den Karnevalstagen die Besinnungstage auf unserem Programm. Kurz vor dem Abitur noch einmal 3 Tage raus aus unserem Schulalltag, Zeit zum Nachdenken haben und sich auch ein wenig erholen.

Nachdem in den beiden vorherigen Jahren bereits Gruppen den Jakobsweg von Rheinbach nach Waxweiler zu Fuß zurückgelegt hatten, machten wir uns in diesem Jahr mit 17 Schülerinnen, einer Lehrerin und einem Lehrer auf den Weg von Waxweiler über Neuerburg nach Bollendorf bis nach Echternach (das liegt in Luxemburg!), um unserem spanischen Ziel Santiago de Compostela langsam näher zu kommen.

Als wir uns am Montag Morgen in Rheinbach zu einem Gruppenfoto an der Jakobspilgersäule vor der Rheinbacher Kirche versammelten und alle noch fröhlich lachten, gespannt auf das Pilgern durch die Eifel, zeigte sich das Wetter bereits von seiner „besten“ Seite: es begann zu regnen als wir in den Bus stiegen und dieser Regen sollte fortan unser treuester Begleiter werden.

                                                 Beim Start an der Pilgerstele in Rheinbach (zur Bildergalerie)

Das Gepäck wurde in das Eifelvereinshaus in Neuerburg verladen und dann ging es hin zu unserem Ausgangspunkt nach Waxweiler, von wo aus wir dann 3 Tage den Spuren des heiligen Jakobus folgten. Immer wieder begegneten wir auch dem heiligen Willibrord, einst Bischof von Trier.

Stets sollten wir nun dem Zeichen der Jakobspilger, der Muschel, d.h. einer Muschel auf Stickern, folgen. Das erwies sich allerdings nicht immer als erfolgreich. Bereits nach wenigen 100 Metern verliefen wir uns in den dichten Wäldern der Eifel. Doch diese „Begegnung mit der Umkehr“ machte uns nur noch stärker und der Wille, unser Ziel zu erreichen war groß. Dass der Weg anstrengend und beschwerlich werden sollte, ließen tolle Ausblicke auf Berge und Täler vermuten. Teilweise legten wir in Kürze 200 Höhenmeter zurück, was von einigen alle Kräfte abverlangte und bald die ersten Blasenopfer forderte.

Da in den Tiefen der Eifel moderne Technologien (wie z.B. Handy auf Grund mangelnder Handynetze) versagten, waren einige verzweifelt, ihre Liebsten nicht erreichen zu können, andere waren nach den 3 Tagen um einige Euros ärmer (denn ausländische Handynetze sind eben teurer). Trotz alledem wussten wir uns auch ohne Hilfe und Verbindung zur Zivilisation zu helfen.

Nach einigen Kilometern Wanderung, stets mit der Sonne im Herzen, begann es dann ununterbrochen zu regnen. Und damit nicht genug: auf einem freien, ungeschützten Feldweg überkam uns eine Hagelschauer. Fortan wollte der Regen nicht mehr von uns weichen. Da halfen auch hervorragende Ausstattungen mit Regenjacken, Regencapes und Skihosen bei den meisten nicht viel; in Windeseile (um den Wind nicht zu vergessen!) war alles nass. Nachdem wir nach 15 Kilometern das lang ersehnte Ortsschild Neuerburgs freudig passierten, glaubten wir uns am Ziel, doch wurden wir eines besseren belehrt: bis zu unserer Unterkunft waren es noch 3 lange, unerwartete Kilometer. Ein Lidl auf dem Weg versüßte uns aber unseren Heimweg. (Ja, einen Lidl gibt es selbst in der tiefsten Eifel.) Wir deckten uns mit allem ein, was am nächsten Tag von Nöten sein würde, so z.B. Müllbeutel: nicht wie für gewöhnlich für Müll, sondern um weitere nasse Strümpfe und Hosen am nächsten Tag zu vermeiden.

Unsere erste Nacht verbrachten wir zu 18 Leuten in einer großen Luxussuite: geschlafen wurde auf dem Boden einer Wanderhütte mit Isomatte und Schlafsack und die voll ausgestatteten Bäder ohne Dusche etc. boten alles, was man sich nach einer 5-stündigen Wanderung durch den Regen wünscht. Doch, ob man es glaubt oder nicht, uns störte das wirklich nicht. Ganz im Gegenteil: nach einer Gesprächsrunde, bei der wir von unseren Eindrücken während der Wanderung berichteten (überwiegend wurde das Wetter angesprochen), nahmen wir unser Abendessen in einer Pizzeria ein und ließen dann den Abend gemütlich ausklingen...

Nach einem 6-Sterne-Frühstück (mindestens!!), zubereitet von unseren Lehrern, ging es am nächsten Morgen wie gewohnt im Regen weiter. Viele von uns spürten Muskeln und Sehnen, von deren Existenz wir vorher nicht einmal wussten. Daher trennte sich nach 4 Kilometern die Gruppe; von einst 17 machten sich nur noch 6 Schülerinnen auf und folgten weiter den Spuren Jakobs, wohingegen die übrigen bequem in die Jugendherberge transportiert wurden und dort einen schönen Nachmittag im Trockenen (!!) verbrachten.

Unterdessen erreichten die übrig gebliebenen Pilgerinnen mit Herrn Weyer ein Schild mit der Aufschrift: 2100 Kilometer bis Santiago de Compostela -> unser großes Ziel. Auch wenn wir bereits nach dem ersten Tag gefühlte 2100 Kilometer zurückgelegt hatten, wussten wir, dass es nun nicht mehr weit war.                                                                                                                        

Nach weiteren Stunden im Regen, aber auch ab und zu im Sonnenschein, kamen wir dann an unser Ziel, der Jugendherberge in Bollendorf. Nach Duschen und Stärken (leckeres Essen) versammelten wir uns am Abend zum Gespräch; wir dachten über uns nach, über unsere Wünsche, unsere Vorstellungen und über das Pilgern.

Am nächsten Morgen stand dann unsere letzte Etappe nach Echternach in Luxemburg auf dem Programm. Der Weg sollte uns eigentlich entlang der Sauer führen, doch da es nicht nur in den 3 Tagen unseres Aufenthalts in der (trostlosen) Eifel geregnet hatte, sondern auch schon lange zuvor, war der Wanderweg leider nicht begehbar, sondern regelrecht überflutet. Stattdessen wichen wir kurzer Hand auf die Straße aus. Nach 8 Kilometern Fußmarsch erreichten wir den Echternacher Dom. Dort besuchten wir das Grab des heiligen Willibrord. Es folgten Stärkung und Einkauf in Luxemburg, bevor es gegen Mittag mit dem Bus zurück in die Heimat ging.

 

Insgesamt waren die 3 Tage ein voller Erfolg und besonders diejenigen, die Regen, Schmerzen usw. trotzten, sind stolz, diese Erfahrung gemacht zu haben, alle anderen aber auch. Die Eine oder Andere äußerte bereits ihr großes Ziel für die Zukunft: Santiago de Compostela. Dann aber hoffentlich mit weniger Regen und mehr Sonne. Ohne Sonne am Himmel, aber stets mit der Sonne im Herzen hatten wir eine Menge Spaß, wenn sich für viele das Bild der etwas trostlosen Eifel auf ein Neues bestätigte.

                                                                                                                                                         Von Katarina Brock, Sabine Kämper und Verena Strang