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Besinnungstage Jgst. 13

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Auf den Spuren der Jakobspilger

Drei Tage unterwegs mit Bibel und Rucksack in der Eifel

Elf Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 13 nutzten die drei Besinnungstage vor Karneval, um „mit den Füßen zu meditieren“: Was ist wirklich wichtig für mich und meine Zukunft? Woran möchte ich mein Leben orientieren? waren Fragen, die sie auf den ersten drei Etappen der Jakobspilger von Rheinbach über Bad Münstereifel und Blankenheim nach Kronenburg nachgingen.

Der mittelalterliche Weg der europäischen Pilger nach Santiago de Compostella in Nordspanien ist erst vor kurzem im Rheinland ausgeschildert worden. Die Schülerinnen und Schüler machten kurz vor ihrem Abitur den Test: Finden wir die alten Spuren im Zeichen der Jakobsmuschel? Gefunden wurde er, aber es stellte sich als beschwerlicher heraus, als zuvor erwartet. Denn wenn auch das Wetter besser als erwartet mitspielte, wog die Last auf den Rücken schwer. Bis zu 15 Kilogramm Gepäck waren für die eine oder andere dann doch zu viel, zumal wenn der Rucksack sich als nicht Trekking-geeignet herausstellte und Dinge mitgeschleppt wurden, die nicht unbedingt lebensnotwendig waren.

So dezimierte sich die Pilgergruppe schon nach der ersten Nacht in der Jugendherberge Bad Münstereifel – und den übrig Gebliebenen war klar, dass die vom Wanderführer für den zweiten Tag veranschlagten 25 Kilometer nicht zu schaffen waren. Man entschied sich für den direkten Weg nach Nettersheim, kam wesentlich schneller zum anvisierten Etappenziel und hatte dadurch wesentlich mehr Kraft und Muße, am Abend im Jugendgästehaus der Eifelgemeinde den Fragen nachzugehen: Wo komme ich her? Wo stehe ich im Augenblick? Wo will ich in meinem Leben hin?

Auch das dritte Tagespensum wurde individuell an die verbliebenen Kräfte der jungen Pilger angepasst. Die kamen aber trotzdem langsam auf den Geschmack: „Ich könnte so immer weiter laufen,“ hieß es unterwegs auf einmal - trotz der ein oder anderen Blase unter den Füßen. Hatte sich da doch die mystisch-meditative Verzückung eingestellt, von der die mittelalterlichen Pilger damals berichteten?  Oder war die Begeisterung durch das früh vor Augen liegende Ziel, die Kronenburg, ausgelöst und mehr ein Zeichen von Erleichterung?

Alle Verbliebenen sanken nach den letzten Kilometern durch schwierige Schnee- und Eisverhältnisse im Kronenburger Café selig auf die Plätze und warteten auf die freundlichen Kollegen, die den Heimtransport sicher stellten.

Im kommenden Schuljahr soll der Pilgerweg von Kroneburg aus über Prüm in Richtung Luxemburg mit den nächsten Abiturientinnen und Abiturienten weiter begangen werden. (Michael Weyer)

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“Klosterleben aktiv"

Zweieinhalb  außergewöhnliche - und vor allem schöne !- Besinnungstage bei den Salvatorianerinnen

Natürlich hatten wir Schülerinnen ( Miriam J., Anna, Melanie, Miriam W.,Marianne, Nadine, Inga, Isabel, Anja, Annalena, Svenja und ich) uns auf die Besinnungstage gefreut und uns vorher ausgemalt, wie das Klosterleben wohl sein würde... doch dass wir eine so schöne Zeit mit herzlichen, offenen und - wie die meisten mit Erstaunen feststellten - "modernen" Ordensschwestern verbringen würden, hätten wir nicht gedacht!

Nachdem wir mit einigem Trubel ( die Gruppe war erst ab Bonn Hbf komplett!) etwas verspätet in Horrem angekommen waren und das Kloster gefunden hatten, wurden wir (dank einiger lärmenden Kofferrollen, die unsere Ankunft ankündigten) von Schwester Margret in Empfang genommen, die uns auf unsere Zimmer im "Haus der Begegnung" brachte und uns kurze Zeit später das Gelände mit den Tagungshäusern und dem Archiv zeigte. In letzterem hatten wir einen Einblick in sehr alte Dokumente, die sofort unser Interesse weckten. Dabei war unsere Begleitung, Frau Kübler, nicht minder begeistert und stellte direkt viele Fragen, zu denen wir selbst aber noch genug Gelegenheit haben sollten.

Vor dem Mittagessen nahmen wir am Mittagsgebet teil. Mir haben alle Gottesdienste bei den Salvatorianerinnen sehr gut gefallen, vor allem wegen des Gesangs mit unterschiedlicher instrumentaler Begleitung und der inneren Ruhe, die ich danach verspürte (sodass es gar nicht mal so schlimm war, für das Morgengebet um 6 Uhr in der Frühe aufzustehen!). Am schönsten jedoch waren die persönlichen Gespräche mit den Schwestern während der gemeinsamen Mahlzeiten im Refektorium: Ob nun über das eigene Alltagsleben, Berufswünsche oder -erfahrungen, Hobbys oder Ereignisse wie Karneval (es haben, wie mir Schwester Alfonsa überzeugend erklärte, wohl doch nicht alle Westfalen eine Abneigung gegenüber diesem Fest!) - da wir sofort integriert schienen und es keine feste Sitzordnung gab, ließen sich immer Gesprächsthemen finden, so entstand eine angenehme Atmosphäre und es wurde nicht selten gelacht.

Zu dem aktiven Klosterleben gehörten jedoch nicht nur Gottesdienste und Gespräche, sondern auch das Arbeiten. Wir waren entweder in den Tagungshäusern mit den Zimmern, in der Wäscherei oder handwerklich beschäftigt (d.h. mit Tapeten oder einem rostigen Gitter). Zwar war gegen das Arbeiten an sich nichts einzuwenden, doch am ersten Tag fühlten sich alle ziemlich geschafft und wir fanden es schade, dass wir beim Arbeiten so wenig mit den Schwestern zusammenkamen. Dafür gab es aber auch noch andere Einheiten, wie z.B. einen Gesprächskreis, in dem uns Schwester Brigitta und Schwester Margret viel über das Ordensleben, die Lebensregeln, den Gründer der Salvatorianerinnen und die Projekte in der ganzen Welt erzählten. Besonders beeindruckend war aber auch die "ganzheitliche Bibelerfahrung", bei der wir die Perspektive der gebeugten Frau einnahmen, die von Jesus geheilt wird: Nachdem wir ungefähr nachempfunden hatte, wie man sich fühlt, wenn man in einer solchen Haltung gehen muss, sammelten wir unsere Gedanken über das, was uns niederdrückt und das, was uns wieder aufrichtet und schrieben schließlich in mehreren Kleingruppen verschiedene Schlussversionen für diese Bibelgeschichte.

Durch dieses interessante Programm und weil wir uns einfach so wohl fühlten, waren die 2 ½ Tage leider viel zu schnell vorbei (und ich glaube, so ging es nicht nur uns...!). Vielen Dank für die schöne Zeit und die positive Erfahrung, die wir bei Ihnen machen durften! Wir werden es nicht vergessen und freuen uns auf ein Wiedersehen. (Anne-Marie Drerup)