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Besinnungstage2010Horrem

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Besinnen – Entspannen – Tagen – Erholen - Nachspüren

Besinnungstage der 13er im Kloster der Salvatorianerinnen
 
 „Siehst Du, Momo", sagte Beppo, „es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man.“ Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort: „Und dann fängt man an, sich zu eilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen.“

Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter: „Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss immer nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten." Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte: „Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein." Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort: „Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste." Er nickte vor sich hin und sagte abschließend: „Das ist wichtig."1
 

Neue Kraft schöpfen, besinnen, entspannen, tagen, erholen und nachspüren. Für drei Tage wurde die Zeit angehalten. So schien es jedenfalls. Drei Tage im Kloster Horrem: Drei Tage Zeit für sich, Zeit zum Nachdenken, aber auch Zeit für die Anderen. Keine grauen Herren, die wie in Michael Endes „Momo“ uns im Alltag manchmal die Zeit zu stehlen scheinen.

Die Zeit ist im Kloster vergleichsweise nebensächlich – der Tag wird zwar durch die drei Gebetszeiten strukturiert, durch diese Aus-Zeiten der Besinnung und des Gebets erlangt die Zeit jedoch einen gänzlich andere Bedeutung: Zeit für sich und Gott, Zeit zur Besinnung, zum Nachdenken. Gebetszeiten bedeuten nicht Stress, sondern vielmehr Ruhe.

Aus-Zeiten mitten am Tag. Umso mehr Kraft hat man scheinbar für die Zeit dazwischen, die mit Meditations- und Reflektionseinheiten, Arbeitseinsatz und den gemeinsamen Mahlzeiten gefüllt wurde. Aber auch „Frei-Zeit“. Arbeitseinsatz hieß, dass jeweils zwei bis drei Schülerinnen mit einer Schwester am Nachmittag kleineren „Arbeiten“ wie beispielsweise Holzfische auszusägen, die Bücher der Bibliothek zu sortieren, Kerzen zu gestalten, einen Spendenbrief zu übersetzen und auszuformulieren, Kuchen/Kekse zu backen oder für Karneval zu dekorieren nachgingen. Angeregte Gespräche und Spaß an der jeweiligen Arbeit haben meist dazu geführt, dass diese zwei bis drei Stunden sehr schnell vorbei gingen.

Aber nicht nur bei der gemeinsamen Arbeit, sondern auch beim gemeinsamen Gebet in der Kapelle, Gesprächen, den Meditations- und Bibeleinheiten: Immer sind uns die Schwestern mit großer Offenheit, Neugier und Herzlichkeit begegnet, sodass die Zeit bei den Salvatorianerinnen eine in vielerlei Hinsicht erfahrungsreiche, schöne Zeit war.