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Warum ist die Milch weiß?

P1030400„Rund um die Milch“ war der Titel des Projektes, das wir für Grundschüler am Mittwoch, 13. April, angeboten hatten. Voller Neugier und Wissensdurst besuchten etwa 50 junge Forscherinnen und Forscher der Grundschule St. Martin, Rheinbach und der Katholischen Grundschule Merzbach das Gymnasium, um im Rahmen der landesweiten Initiative „Zukunft durch Innovation“ (ZdI) an dem Projekt zu arbeiten.

Während in einer Gruppe unter der Leitung von Tina Kressel und Dr. Helmut Gaßmann die Inhaltsstoffe der Milch erforscht wurden, lag der Fokus der zweiten Gruppe auf den Milchprodukten. Hier wurde unter Anleitung von Andrea Schulte und Cornelia Otremba mit verbundenen Augen verkostet, geschmeckt, bewertet und erraten. Ein besonderer Spaß war das Einüben des Melkvorgangs mittels wassergefüllter Einweghandschuhe, deren gelöcherte Fingerspitzen die Zitzen des Euters repräsentierten. „Das spritzt in alle Richtungen!“, amüsierte sich eine Schülerin bei dem Versuch, das Gemolkene in die Melkschüssel laufen zu lassen.

Schließlich ging es an den Nachvollzug der Herstellung einzelner Milchprodukte. Eng und liebevoll betreut wurden die Grundschüler durch Gymnasiasten, die für das Gelingen und für das Verständnis der fachlichen Grundlage der einzelnen Versuche sorgten. Mittels einer Sprühflasche wurde der fette Rahm in feinsten Tröpfchen mit der Magermilch dauerhaft vermischt, also homogenisiert. Schließlich stellten die Grundschüler Quark her und butterten in Handarbeit wie in alten Zeiten. Natürlich wurden alle Produkte auch probiert. Begeistert äußerte ein Schüler: „Wir kaufen jetzt zu Hause keine Butter mehr! Die mache ich ab sofort immer selber.“

Die Jungforscher der anderen Gruppe zeigten als angehende Wissenschaftler großes Interesse an vielen Fragen rund um die Milch: „Warum ist Milch weiß? Was bedeutet 3,5 % Fettgehalt? Warum schmeckt die Milch ein wenig süß? Ist Lactose-freie Milch Lactose-frei? Wie bekomme ich Fett und Wasser getrennt?“ In zweieinhalb Stunden waren die meisten Fragen geklärt, aber mindestens genauso viele neue Fragen aufgetaucht – ganz im Sinne von wissenschaftlichem Arbeiten. Zu guter Letzt marschierte die Klasse im Gänsemarsch höchst umweltschonend zu Fuß von Rheinbach zurück nach Merzbach.

Diese ZdI-Projekttage, die im Rahmen der Förderung des Interesses an den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zweimal im Jahr durchgeführt werden, dienen der Kooperation zwischen den verschiedenen Schulen und Schultypen. „Die Projekte motivieren Schülerinnen und Schüler, sich für Naturwissenschaften zu interessieren“, erklärt Andrea Schulte. Helmut Gaßmann ergänzt: „Es macht Freude zu sehen, wie viel Engagement und Freude unsere jungen Gäste mitbringen.“ Das St. Joseph-Gymnasium, seit Februar dieses Jahres mit dem offiziellen Siegel „MINT-freundliche Schule“ ausgezeichnet, wird sich natürlich auch in Zukunft an den Projekten beteiligen.

(Andrea Schulte, Helmut Gaßmann)

Führungsqualitäten von Leila: Hundestunde in Klasse 5

IMG_7663Wie wird ein Hund zum Blindenführhund? Dieser Frage gingen zwei fünfte Klassen am Freitag, 30. Oktober nach – aber nicht anhand eines Lehrbuchs oder eines Films, sondern aus nächster Nähe und ganz praktisch: In einer Doppelstunde war Hündin Leila zu Gast am SJG. Biologielehrerin Cornelia Otremba bereitet den einjährigen braunen Labrador Retriever ehrenamtlich auf die Ausbildung zum Blindenführhund vor. Die Blindenführhundschulen arbeiten mit Paten zusammen, die die Sozialisierung und Ausbildung des Welpen im ersten Lebensjahr übernehmen.

Im Rahmen der Blindenführhundausbildung lernt ein solcher Hund rund 40 Kommandos, von denen Junghund Leila bereits zehn sicher beherrscht. So konnten noch nicht alle Kommandos des Blindenführhundes vorgeführt werden, aber dass neben „Sitz!“ und „Platz!“ auch Anweisungen wie „Such Zebra!“ (Such den Zebrastreifen!) von Bedeutung sein können, wurde der Schülergruppe schnell klar. Schließlich solle der Hund die Augen des Blinden ersetzen, so C. Otremba. „Im Straßenverkehr genauso wie im Berufsleben.“

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Zum einen erfuhren die Mädchen und Jungen, wie der Hund einzelne Kommandos erlernt, zum anderen wurde ihnen bewusst gemacht, wie sie sich einem Blindenführhund gegenüber im Alltag verhalten sollen. „Blindenführhunde besitzen ein Geschirr mit Haltebügel und Leine; tragen sie dieses, haben sie ‚Arbeitszeit’ und dürfen nicht von fremden Personen angefasst oder gestört werden, da sie sich auf ihre Arbeit konzentrieren müssen. Es dürfen ihnen keine Fehler unterlaufen, da das sonst ein großes Unfallrisiko für den Blinden darstellt“, erklärte C. Otremba den aufmerksamen Fünftklässlern. Auch weitere Einsatzgebiete des Labradors wie die Jagd, Begleitung von Behinderten sowie als Therapie- oder Schulhund waren Thema der Hundestunde.IMG_7597

Leila eroberte schnell die Herzen der Mädchen und Jungen, wünschen sich doch viele von ihnen solch einen Familienhund. In der Hundestunde lernten sie unter anderem, wie man einen Hund begrüßen oder streicheln sollte, und welche Merkmale ihm als Fleischfresser mit Raubtiergebiss zuzuordnen sind. In einem Experiment untersuchten die Schülerinnen und Schüler das Fressverhalten und die bevorzugte Nahrung des Hundes. Frisst ein Fleischfresser wirklich nur Fleisch? (siehe dazu den Kurzfilm)

Nur ungern ließen die beiden Klassen Leila wieder gehen – in der Hoffnung, dass sie nach ihrer Ausbildung ein Seelenfreund eines blinden Menschen werde.

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