Schulgeschichte (Stand 2011)

Rheinbach ist mit Recht stolz auf die Vielfalt und Qualität seiner vielen Schulen. Die Schulen in kirchlicher Trägerschaft haben dabei seit vielen Jahren eine sehr gute Rolle gespielt. Aus dem erzbischöflichen Konvikt für Jungen im Jahre 1890, das 1935 von den Pallottinerpatres übernommen wurde, entwickelte sich das Vinzenz-Pallotti-Kolleg, das in diesem Jahre auf eine 50-jährige Geschichte als Gymnasium für Jungen zurückblicken kann.

Auf eine hundertjährige Schulgeschichte kann in diesem Jahr das Erzb. St.-Joseph-Gymnasium zurück blicken. Gegründet im Jahre 1911 in einer Zeit, wo höhere Mädchenbildung in der Gesellschaft eher noch kritisch gesehen wurde und nicht wenige Universitäten sich noch weigerten, Studentinnen aufzunehmen, stellte die Schulgründung durch die Schwestern Unserer Lieben Frau einen mutigen Schritt dar. Der Orden hat die Schule 88 Jahre lang getragen und entwickelt. Dabei hat sich das Gesicht der Schule immer wieder verändert. Sie wurde zunächst als Lyzeum konzipiert, in dem neben den wissenschaftlichen Fächern auch hauswirtschaftliche und praktisch-pädagogische Unterrichtseinheiten auf dem Plan standen.


“Party 1928”

Das rasche Wachsen und Gedeihen der Schule wurde in der Zeit des Nationalsozialismus zunächst empfindlich gestört, dann unmöglich gemacht. Wurde 1933 noch mit der Begründung einer Frauenoberschule neben der weiter bestehenden Studienanstalt das Lehrangebot beträchtlich erweitert und strukturiert, so erschwerten die vielen Restriktionen, denen christliche Schulen verstärkt seit 1938 ausgesetzt waren, die Arbeit der Schwestern zunehmend. Ab 1940 durften keine Schülerinnen mehr aufgenommen werden, 1941 mussten die Schülerinnen und die Schwestern das Haus verlassen und zogen in ein Gebäude in der Kriegerstraße um. Die Abiturzeitung des Kriegsjahrgangs 1942 trägt den bezeichnenden Titel “Die letzte Staffel“.

Aber schon im Juni 1945 begannen die ersten Schwestern wieder mit dem Aufbau des schwer beschädigten Gebäudes. Schon 1947 konnten die ersten 20 Abiturientinnen ihre Zeugnisse entgegennehmen, ab 1948 firmierte St. Joseph unter dem Titel Realgymnasium und Gymnasium für Frauenbildung. Diese Ära endete erst 1976 mit der Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe. Zwischenzeitlich war die Schule so gewachsen, dass ein Schulneubau (1966) notwendig geworden war. Über all diese Jahre war der Schule ein Internat angegliedert. Beim Übergang der Trägerschaft auf das Erzbistum Köln im Jahre 1999 wurde das Internat geschlossen.

Heute ist das Erzb. St.-Joseph-Gymnasium eine moderne vierzügige Schule für Mädchen, die in der gymnasialen Oberstufe eng mit dem Vinzenz-Pallotti-Kolleg zusammenarbeitet. Der wunderschöne Altbau, einst konzipiert als Schule, Internat und Kloster, ist behutsam in eine rein schulische Nutzung hinein entwickelt worden mit einem Ziel, das eigentlich unter verschiedenen Vorzeichen das gleiche geblieben ist: Den Schülerinnen eine Lernumgebung und eine Lernatmosphäre zu schaffen, in der Lernen gelingt. Im Jubiläumsjahr wollen wir die ganze Schule in den Blick nehmen, als Schulgemeinde zusammen feiern, den Blick zurück und nach vorne wenden, ehemaligen Schülerinnen begegnen und Erfahrungen und Geschichten austauschen und letztlich alle Facetten, die unser Schulleben ausmachen, in den verschiedenen Veranstaltungen aufleben lassen.