Vortrag über Albanien

„Es gibt immer einen Weg“ – mit dieser Überzeugung, dass sich die Hoffnung lohnt, beeindruckte Schwester Christina unsere Neuntklässler, als sie von ihrer Arbeit in Albanien erzählte. Sie lebt seit 14 Jahren im Norden des Landes in der Nähe von Shkodêt und gehört dem Orden Spirituelle Weggemeinschaft in der Schweiz an. Ihr Vortrag am 12. Mai 2017 war Bestandteil der diesjährigen Pfingstaktion von Renovabis, die Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa. In diesem Jahr steht sie unter dem Thema „Bleiben oder gehen? Menschen im Osten Europas brauchen Perspektiven!“

Elena Stötzel, Diözesanvorsitzende des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Köln, moderierte die Veranstaltung, bei der die Jugendlichen vieles über Albanien, aber auch über den Lebensweg von Schwester Christina wissen wollten. Sie erfuhren von der Ambulanz, die im Kloster eingerichtet ist, da das Gesundheitssystem nicht funktioniere. „Die einzige Struktur, die funktioniert, ist die Korruption. Gewalt als Strafe ist auch in der Schule üblich. In den ländlichen Regionen fehlt es an Lehrern und Ärzten, denn sie sind in die Städte gezogen – und so ziehen viele Menschen hinterher“, umreißt sie die Problematik Albaniens, wo rund 90 Prozent der Menschen arbeitslos seien. Die Angebote des Klosters für Jugendliche, die Hilfe für Kranke und auch der Einsatz bei politischen Fragen habe das Kloster daher zu einem Anziehungspunkt für viele Menschen in der Region gemacht.

Auch das Thema Blutrache kam zur Sprache – in Albanien eine übliche Form der Vergeltung. Die Schülerinnen und Schüler zollten Schwester Christina Respekt, als sie auf die Frage, ob sie nicht Angst habe, anwortete: „Ich bin schon etliche Male mit der Waffe bedroht, worden, aber ich lebe ja noch!“ Sie sei beeindruckt von jungen Menschen, die regelmäßig ins Kloster kämen und entschieden, nicht wie so viele andere als Erntehelfer im Drogenanbau zu arbeiten, oder die sich für Gerechtigkeit einsetzten. Trotz des Mülls, an den sie sich nie gewöhnen werde, und ständiger Stromausfälle habe sie ihren Traumjob gefunden. „Die Menschen lieben ihre Heimat und wollen gern bleiben – aber sie wünschen sich natürlich auch, dass sie gut leben können.“

Weitere Informationen über die Arbeit von Schwester Christina finden Sie hier.

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