Wissenschaftsmesse unter den Augen von Beethoven

04_ff21c00f6cExkursion des SJG zum Wissenschaftszelt „Wasserwelten” auf dem Bonner Münsterplatz

Unter der Leitung von Dr. Helmut Gaßmann verlegte der Bio/Geo/Chemie-Kurs der Jahrgangsstufe 8 des SJG den Unterricht in das auf dem Bonner Münsterplatz aufgebaute Wissenschaftszelt “Wasserwelten”. Da der Kurs das Thema Wasser bearbeitete, war die Exkursion eine willkommene Ergänzung zu den Unterrichtsinhalten. Ökologisch korrekt ging es mit dem Zug nach Bonn, um im Wissenschaftszelt an ausgewählten Stationen mit dem Schwerpunkt Wasser zu arbeiten. Wissenschaftler der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg und anderer Organisationen demonstrierten spannende Versuche, bei denen die Schülerinnen und Schüler auch selbst mitwirken durften. Vorab konnten sich die Schüler mit frischem Wasser, welches es gratis an einem zum Wissenschaftszelt gehörenden Wasserstand gab, versorgen.

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Die Hochschule Bonn Rhein-Sieg präsentierte die Möglichkeit der Wassersäuberung durch Ozon. Unter Strom gesetzte Kapseln, die in einen mit Wasser gefüllten Glasbecher getaucht werden, produzieren Ozon. Das Ozon zersetzt zunächst die Schadstoffe aus dem Wasser und dann sich selbst. Je nach Masse und Grad der Verschmutzung, dauert der Vorgang unterschiedlich lange. Diese Art der Wasserreinigung könnte z. B. bei Expeditionen im Urwald und anderen unzugänglichen Gegenden genutzt werden. „Die Desinfektion des Wassers durch Ozon ist besser als durch Chlor, doch wird für jede Desinfektion eine Stromquelle benötigt,“ zeigte Biologe Roman Grimming Vor- und Nachteile der Methode auf.

Dass die Informationstechnologie nicht nur zur Nutzung von Notebooks und Smartphones dient, zeigte das Fraunhofer-Institut für intelligente Analyse- und Informationssysteme. Hierbei wurden Roboter-Anwendungen zur Reparatur von Kanalsystemen, welche in Deutschland eine beachtliche Länge von etwa 500 000 km erreichen, sowie Informationstechnologie für die Binnenschifffahrt vorgestellt. Mit Computer unterstützten Berechnungsmodellen können Frachtladungen der Schiffe an die zu erwartenden Pegelstände der Flüsse und die Durchfahrtshöhen der Brücken angepasst werden.

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Einer der Höhepunkte der Wissenschaftsschau war eine Anlage der Deutschen Luft und Raumfahrt Gesellschaft (DLR) zur Aufzucht von Tomaten in einer künftigen Marsstation. Der besondere Clou dieser Anlage ist das Recycling menschlichen Urins zur Düngung von Tomatenpflanzen. Mit dem hier vorgestellten, sehr einfachen Verfahren soll es den Wissenschaftlern zukünftiger Marsmissionen ermöglicht werden, sich weitgehend selbst zu ernähren. Dabei wird der Urin über spezielle Filter geleitet, der Harnstoff und der hierin enthaltene Stickstoffanteil als Düngemittel abgetrennt und zusammen mit dem übrig bleibenden Wasser durch Pumpen den Pflanzen zugeführt. Licht- und Wärmequellen sorgen für die notwendige Energie zum Wachstum der Nahrungsmittel. Ein erster Test im Weltraum soll laut den Angaben der Mitarbeiter der DLR im nächsten Sommer stattfinden.

Der Ausflug und die Führung durch das Wissenschaftszelt waren sehr informativ und eine Bereicherung für den Unterricht. “Ich fand es gut, dass wir so viel ausprobieren konnten”, so Leon Fix (8d). Obwohl es sehr laut und unruhig im gesamten Zelt zuging, da die einzelnen Stationen nicht richtig von einander abgetrennt waren, wurden alle Themen gut und anschaulich erklärt.

Helmut Gaßmann würde diese Art der Unterrichtsergänzung jederzeit wiederholen: “Es wurde vieles gezeigt, was man so im Unterricht nicht mit einem Versuch erklären könnte. Außerdem hat mir gefallen, dass alle Schülerinnen und Schüler interessiert bei der Sache waren.”

Konrad Hering, Mauritz Mügge (8d)

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