Kunstprojekt Bilderstraße

Schülerinnen des Sankt-Joseph-Gymnasiums beschäftigen sich im Rahmen des Schuljubiläums in diesem Jahr gestalterisch mit der Stadt Rheinbach. Dabei entstehen gemeinschaftliche Arbeiten, die historische oder aktuelle Bilder der Stadt als Motivgrundlage verwenden und diese mit verschiedenen künstlerischen Mitteln bearbeiten.

Die Fachschaft Kunst unserer Schule hat hierzu gezielt Geschäfte in der Rheinbacher Innenstadt angesprochen, vor allem an der Hauptstraße, Vor dem Dreeser Tor sowie Vor dem Voigtstor. Für die Zeit von Mitte Oktober bis zum 6. November 2011 wird in den Schaufenstern der Geschäfte, die sich hierzu bereit gefunden haben, eine Open-Air-Galerie entstehen.

Einen weiteren Ausstellungsort bietet die Katholische Pfarrbücherei St. Martin. Bürgermeister Stefan Raetz sowie der Rheinbacher Gewerbeverein unterstützen das Projekt.

Exemplarisch möchte ich die Projektarbeit eines Grundkurses Kunst der Jahrgangsstufe 10 vorstellen. Mit dem Gesamtvorhaben konfrontiert, entwickelten die Schülerinnen die Idee, von den historischen Fotos ausgehend, jeweils einen Ort in Rheinbach auszuwählen und dessen Veränderungen fotografisch zu erkunden. Den Schülerinnen stellte sich die Frage, wie die alten und neuen Bildwelten miteinander zu einer neuen Gestaltung verknüpft werden könnten. Hier konnte ein zweistündiger Workshop mit der in Bonn und der Eifel lebenden Künstlerin Corinne Schneider (s.u.) wichtige Anregungen geben. Die Künstlerin, deren Arbeiten im Frühjahr 2011 in der Katholischen Familienbildungsstätte Meckenheim ausgestellt waren, beschäftigt sich in ihrem Werk seit Jahren mit Motiven aus der Natur. Sie konfrontiert in ihren Collagen und Malereien beispielsweise Muschel- oder Fischabbildungen aus Biologiebüchern älteren Datums mit Landschaftsansichtskarten oder schafft Objekte aus Versteinerungen. Corinne Schneider stellte den Schülerinnen einige ihrer Werke vor und leitete sie dazu an, das für das Stadtprojekt gefundene Bildmaterial einem „collagehaften Sehen und Denken“ zu unterziehen. Zunächst fiel es den Schülerinnen nicht leicht, das Bildmaterial in einer nicht der Wirklichkeit entsprechenden Weise, was beispielsweise die Größenverhältnisse angeht, zu verknüpfen. Obwohl in dieser Hinsicht „alles erlaubt“ war, war es wichtig, zu einer gestalterisch homogenen Gesamtlösung zu gelangen.

Den Schülerinnen gelangen in der Folgezeit phantasievolle Serien von teilweise übermalten Collagen zu ihrem Thema „Rheinbach früher und heute“, für die beispielsweise der Rheinbacher Bahnhof, das Rathaus, der Hexenturm und die Justizvollzugsanstalt Motivgrundlage waren.

In anderen Lerngruppen entstehen je nach Altersstufe völlig andere Gestaltungen, so dass man auf die Gesamtausstellung gespannt sein darf.

für den Fachbereich Kunst

Renate Neffgen

 


[i] Wir danken der Katholischen Familienbildungsstätte Meckenheim unter der Leitung von Anne Schmidt-Keusgen, die uns diesen Workshop ermöglichte.

alle Bilder in der Fotogalerie zum Kunstprojekt

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