Kategorie-Archiv: Religion

Auf den Spuren der Jakobspilger

IMG_0471_kleinBlasen an den Füßen, vom Rucksackgewicht verspannte Schultern, kalte Hände und schwere Beine: Drei Tage bewegten sich Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12 auf den Spuren der Jakobspilger im Rheinland. Erschwerte Bedingungen bot das Wetter, das regnerisch und kalt war und zudem tiefen, matschigen Schnee lieferte, der die über 22 Kilometer langen Etappen noch länger erscheinen ließ.

IMG_0473_kleinBeginnend an der Steele der Jakobusbruderschaft an St. Martin in Rheinbach pilgerten die angehenden Abiturientinnen mit ihren Lehrern Stefanie Jansen und Michael Weyer zunächst an der eigenen Schule vorbei durch den Wald bis nach Bad Münstereifel und am nächsten Tag bis nach Blankenheim. Die geplante dritte Etappe nach Jünkerath musste wegen der Schneemassen abgekürzt werden.

IMG_0475_kleinDie Wanderung fand im Rahmen der Besinnungstage am St. Joseph-Gymnasium statt, zu denen die Schülerinnen der Jahrgangsstufe 12 kurz vor der den letzten Klausuren eingeladen werden. Sie dienen der persönlichen Besinnung wie der Auseinandersetzung mit spirituellen Erlebnissen.  So erfuhren die Teilnehmerinnen der Pilgerreise einiges über die Historie der Jakobspilger und bedachten in den abendlichen Gesprächsrunden gleichzeitig ihren eigenen persönlichen Weg durch das Leben sowie ihre Zukunftspläne.

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Besuch beim Weihbischof

P1000186Im Rahmen des Projektes „Kirchenzeitung in der Schule“ hatte die Klasse 6c  zusammen mit ihren Klassenlehrerinnen Stephanie Jansen und Karin  Schlinkmann sowie Schulleiter Hans Rieck die Gelegenheit, den neuen Weihbischof Ansgar Puff zu einem Interview in Köln zu treffen.

Dabei standen Fragen zum Thema „Leben als Weihbischof“ im Vordergrund, es gab aber auch Antworten auf sehr persönliche Fragen, wie zum Beispiel: „Was ist für Sie das Wichtigste am Christsein?“

In einer entspannten Atmosphäre beantwortete der Weihbischof die Fragen der Mädchen sehr offen. Die Schülerinnen erfuhren etwas über die Ernennung zum Weihbischof, den Arbeitsalltag, aber auch etwas über Vorbilder, Hobbies und die Problematik, heute noch Kinder und Jugendliche für Kirche und Glauben zu begeistern.

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In einer zweiten Fragerunde stellte der Weihbischof dann seinerseits den Schülerinnen Fragen zu vielfältigen Themen, etwa zur Mitarbeit in den Gemeinden, Umgang mit Handys und anders mehr.

Immer wieder zeigte sich der Weihbischof erstaunt über die Offenheit der Schülerinnen.

Die Klasse erlebte einen interessanten und kurzweiligen Vormittag im Kölner Maternushaus, überreichte dem Weihbischof eine Jubiläumsfestschrift und lud ihn zu einem Gegenbesuch in Rheinbach ein, der dann im Juni stattfand.

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Das Interview

Das Leben als Weihbischof

Wie lebt es sich mit dem Nachnamen Puff? Ist das nicht manchmal lästig?

Nein, es ist nicht lästig, sondern eher lustig. Vor allem, wenn man sieht, was Gesprächspartner alles tun, um den Namen nicht aussprechen zu müssen.

Wie wird man Weihbischof?

Man wird vom Papst zum Weihbischof ernannt. Ich wurde ins Büro von Kardinal Meisner gebeten; mir wurde dann zu meiner Überraschung eröffnet, dass ich von Papst Franziskus zum Weihbischof berufen werde.

Wenn man Weihbischof geworden ist, muss man dann nochmal eine besondere Schulung mitmachen, zum Beispiel eine besondere Gesangsausbildung?

Nein, eine besondere Gesangsausbildung erhält man nicht; man muss ja schon als Priester einigermaßen singen können. Aber es gibt eine sogenannte Werkwoche in Rom, bei der man als Weihbischof in seine Aufgaben eingeführt wird.

Wie sieht ein „normaler“ Arbeitstag eines Weihbischofs aus?

Jeder Tag ist anders, beginnt aber immer mit einem Gottesdienst. Manchmal ist ein Tag angefüllt mit Gesprächen, Terminen, Sitzungen. Dann gibt es auch Tage, an denen Gemeindebesuche, sogenannte Visitationen vorgesehen sind; hier erlebt man dann Begegnungen mit verschiedenen Gruppen in den Gemeinden, junge Christen werden gefirmt, es gibt Treffen mit Jugendlichen.
Das ist alles sehr abwechslungsreich.

Gibt es „Lieblingsaufgaben“, die Sie als Weihbischof zu erfüllen haben? Gibt es Dinge, die Sie gar nicht gerne tun?

Sitzungen gehören nicht unbedingt zu meinen Lieblingstätigkeiten – müssen aber sein; Begegnungen mit Menschen liebe ich; Interviews – so wie dieses hier – , Treffen mit Jugendlichen bei Firmungen, das gefällt mir schon sehr gut.

Wie groß ist der Gestaltungsspielraum bei Ihren Aufgaben?

Der ist sehr groß. Was ich wann tue, kann ich weitgehend selbst entscheiden.
Ich habe sehr viel Freiraum bei der Planung meiner Termine. Diese werden entweder von meiner Sekretärin oder von mir selbst abgesprochen.

Wie viel Einfluss haben Sie als Weihbischof im Bistum Köln?

Meine Aufgabe ist es, dem Erzbischof bei bestimmten Dingen zu helfen, z.B. durch Visitationen in den Gemeinden oder Firmungen. Eigentlich ist Weihbischof auch nicht die korrekte Bezeichnung, Hilfsbischof wäre besser. Die Entscheidungen trifft aber der Erzbischof .

Wo und wie wohnt ein Weihbischof?

Ich habe eine ganz normale Wohnung direkt hier in einem Gebäude neben dem Maternushaus.

Wie sieht Ihre „Dienstkleidung“ aus? Was trägt man als Weihbischof nach „Dienstschluss“?

Meine Dienstkleidung besteht aus einer Soutane, also einem langen Gewand, einer kleinen Kopfbedeckung und natürlich einem Kreuz, das an einer langen Kette um den Hals getragen wird. Das Besondere an meinem Gewand, das im Alltag schwarz, beim Gottesdienst magentafarben ist, sind die 33 Knöpfe. Jeder Knopf steht für ein Lebensjahr Jesu. Zum Glück muss ich die Knöpfe nicht alle einzeln schließen, es gibt da einen praktischen Reißverschluss. Nach Dienstschluss trage ich einen einfachen schwarzen Anzug.

Wer ist zuständig für Terminabsprachen?

s.o.

Was tun Sie, um bei ihrer anstrengenden Arbeit körperlich fit zu bleiben?

Ich achte darauf, dass ich ausreichend schlafe, fahre mit dem Rad am Rhein entlang und achte auf meine Ernährung. Zur Entspannung lese ich gerne, aber keine theologischen Bücher, sondern eher Krimis. Ich versuche, zwei bis drei Wochen im Jahr am Stück frei zu haben und halte mich dann gerne in Dänemark in einem Kloster auf.

Haben Sie noch Zeit für Hobbys? Wenn ja, welche?

s.o.

Gibt es regelmäßige Freizeit/Urlaub? Falls ja, was machen Sie dann in dieser Zeit?

s.o.

Gibt es Momente, in denen Sie denken „Wäre ich doch nie Weihbischof geworden?“

Nein! Ich bin mit meiner Arbeit sehr zufrieden.

Allgemeine Fragen zur Kirche

Sind Sie schon einmal mit Papst Franziskus zusammengetroffen?

Ja, bei einer großen Audienz. Er hat eine große Ausstrahlung, Leider hatte ich keinen persönlichen Kontakt, es waren zu viele Menschen anwesend. Ich hatte gehofft, er würde mich persönlich begrüßen, aber dazu kam es leider nicht.

Wenn Sie bei Papst Franziskus drei Wünsche frei hätten bezüglich Veränderungen in der Kirche. Welche Wünsche wären das?

Ja, ich habe Wünsche, aber Papst Franziskus hat mir diese, ohne es zu wissen, schon erfüllt. Er hat die Bedeutung der Mission besonders hervorgehoben.; nicht irgendwo in anderen Ländern, sondern hier bei uns. Ein zweiter Wunsch ist, dass die Armen mehr in unseren Blick geraten. Auch das hat Papst Franziskus schon gefordert. Außerdem müssen wir mehr über Jesus Christus sprechen; überhaupt ist die richtige Kommunikation unter den Gläubigen ganz wichtig.

Frauen und Mädchen in kirchlichen Aufgaben. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Es gibt viele wichtige Aufgaben für Frauen und Mädchen in den Gemeinden. Ihr seid sehr wichtig, das solltet ihr nie vergessen.

Wie kann man Ihrer Meinung nach heutzutage noch Kinder und Jugendliche für die Kirche bzw. für den Glauben begeistern?

Das geht meiner Meinung nach nur dadurch, dass man Menschen erlebt, die selbst von ihrem Glauben begeistert sind und die mich mit ihrer Begeisterung anstecken und zwar so, dass ich in mir dann den unbedingten Wunsche habe, diesen Glauben genauso zu erfahren wie der andere. Mit Gewalt oder Zwang geht das gar nicht, es geht nur durch das Beispiel anderer Menschen.

Sollte man Handy oder Internet zur Glaubensvermittlung nutzen?

Unbedingt! Es gibt ja schon Apps für Bibeltexte, Stundengebete u.a.m.

Was ist für Sie das Wichtigste am Christsein?

Für mich ist das Wichtigste am Christsein die Person Jesus Christus und die unbedingte Freundschaft, die er mir schenkt. Er hält immer zu mir, egal was ich tue. Er ist für mich am Kreuz gestorben und auferstanden. Am besten lässt sich das mit dem Wort „Barmherzigkeit“ beschreiben. Wie der barmherzige Samariter oder der barmherzige Vater im Gleichnis vom
verlorenen Sohn sagt Jesus immer „Ja“ zu mir, egal, was passiert.

 Persönliche Fragen

Welche Erinnerung haben Sie an Ihre eigene Schulzeit?

Das war – vor allem im Rückblick – eine schöne Zeit. In manchen Fächern war ich gut, in anderen nicht wirklich. Physik und Latein waren nicht unbedingt meine Lieblingsfächer. Ich habe alte Sprachen, also Latein und Griechisch, gelernt. Ich glaube in der 8. oder 9 Klasse waren meine Freunde und ich schon ganz schön schwierig. Das ist dann nachher erst wieder besser geworden.

Wie und mit wem feiern Sie Feste, wie z. B. Weihnachten und Ostern? Haben Sie frei oder müssen Sie arbeiten?

Ich feiere Gottesdienste, habe aber auch Gelegenheit mich mit meiner Familie, also mit meiner Mutter, meinen Geschwistern, Nichten und Neffen zu treffen. Das tun wir meist an den „zweiten“ Feiertagen, also am zweiten Weihnachtstag und Ostermontag.

Wie feiern Sie Karneval?

Es gibt im Maternushaus am Weiberdonnerstag eine Feier. Wer da nicht teilnimmt, muss arbeiten, also…

Fasten Sie in der Fastenzeit? Falls ja, auf was verzichten Sie?

Ich stehe etwas früher auf, obwohl ich eigentlich gerne lange schlafe. Die Zeit am Morgen nutze ich dann fürs Gebet.

Welches war Ihr Traumberuf als Kind bzw. als Jugendlicher?

Ich wollte als kleiner Junge natürlich Lokomotivführer werden. In meiner Jugend war es dann eher etwas Soziales. Ich habe dann ja auch einige Jahre als Sozialarbeiter gearbeitet.

Besuchen Sie manchmal auch evangelische Gottesdienste?

Ja, aber eher selten.

Haben Sie Vorbilder? Wenn ja, welche?

Ja, da möchte ich drei nennen. Zum einen Papst Johannes Paul II. , der mich sehr beeindruckt hat; dann Charles de Foucauld, ein französischer Ordensmann, der sich ganz besonders den Armen zugewandt hat. Die dritte Person ist eine Frau aus einer meiner früheren Gemeinden, die drogenabhängigen Jugendlichen hilft, zu Christus zu finden. Das hat mich sehr beeindruckt.

Haben Sie eine Lieblingskirche, in der Sie besonders gerne Gottesdienst feiern?

Nein! Das Gebäude an sich ist mir nicht so wichtig; ich feiere natürlich gerne Gottesdienste im Kölner Dom, auch die Kirche in meiner früheren Gemeinde hat mir sehr gut gefallen. Aber wichtiger als das Gebäude ist die Gemeinde oder Gemeinschaft, mit der man feiert.

Haben Sie ein Lieblings (Kirchen-)Lied?

Ja, ich mag besonders gerne Gospelgesang.

 

 

 

Schritte auf Weihnachten zu

Im traditionellen Adventgottesdienst – diesmal aus besonderem Anlass einen Tag vor dem letzten Schultag – verabschiedete Prälat Gerd Bachner, Leiter der Abteilung Schule/Hochschule des Erzbistums Köln, Schulseelsorger Heinz Willi Rivert SAC, der nach drei Jahren Einsatz in den Dienst der katholischen Pfarrgemeinde Rheinbach wechselt. Weiterlesen

Den Papst besucht

Durch Vermittlung und in Begleitung von Schulseelsorger P. Heinz-Willi Rivert SAC konnten 15 Schülerinnen und Schüler beim Besuch des Papstes in Erfurt auf dem Domplatz dem Gottesdienst mit dem Heiligen Vater in erster Reihe beiwohnen. Gemeinsam mit Pater Rivert und Schulleiter Hans Rieck hatten sie sich tags zuvor von Rheinbach aus auf den Weg und in Weimar und am KZ Buchenwald Station gemacht.

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Beim Papstbesuch in Erfurt in erster Reihe: Schülerinnen und Schüler mit Schulseelsorger Heinz-Willi Rivert SAC und Schulleiter Hans Rieck

 

Bericht zweier Schülerinnen vom Papstbesuch:

„Am Freitagmorgen um 09:00 Uhr trafen wir uns am Parkplatz des VPK’s. Von dort aus starteten wir unseren Ausflug nach Erfurt. Nach einer knapp Fünfstündigen Fahrt, erreichten wir unser Hotel, indem auch mehrere Spezialeinheiten der Polizei wohnten. Nach einer Stunde Aufenthalt trafen wir uns wieder vor dem Hotel um zum Konzentrationslager Buchenwald zu fahren. Dort nahmen wir an einer Führung teil, die uns nahe legte, was die Menschen damals erleiden mussten, auf engstem Raum zusammengepfercht und ohne jegliche Möglichkeiten sich zu waschen oder eine Toilette aufzusuchen.  Unmittelbar daneben die extravaganten Anlagen der Aufseher. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis, was uns alle nachdenklich machte. Dementsprechend war auch die Stimmung auf der Fahrt in die Innenstadt Weimars relativ bedrückt. In Weimar angekommen gönnten wir uns erstmal eine Original Thüringer Bratwurst. Die Führung war sehr interessant und brachte uns die Stadt und ihre Geschichte ein bisschen näher. Zum Beispiel erfuhren wir viel Wissenswertes über das Leben Goethes und Schillers sowie über das Leben im 18. Jahrhundert und während des zweiten Weltkriegs. Außerdem sahen wir Goethes Gartenhaus und erfuhren, dass nach dem Brand der Anna- Amalia Bibliothek im Jahre 2007 der ganze „Platz der Demokratie “ untergraben worden war, um dort eine unterirdische Bibliothek zu errichten. Nach der Führung kehrten wir in eine kleine Pizzeria ein und wärmten uns wieder auf. Zurück im Hotel ließen wir den Tag in unseren Zimmern ausklingen und gingen relativ früh schlafen (frühestens elf Uhr), da für uns der nächste Morgen um vier Uhr beginnen sollte.

Als wir uns bei einem leckeren Frühstück gestärkt hatten, fuhren wir um 04:45 Uhr zu einem Vorort von Erfurt und von dort aus mit der Straßenbahn weiter in die Innenstadt. Am Marktplatz angekommen machten wir uns auf den Weg zum Domplatz, wo wir durch mehrere Sicherheitsschleusen gehen und unseren Rucksackinhalt überprüfen lassen mussten. Außerdem bekamen wir unsere Platzkarten ausgehändigt. Da alles gut verlief, waren wir bereits um 05:30 Uhr auf dem Domplatz und nahmen am dort laufenden Vorprogramm teil. Wir hatten einen ziemlich guten Platz weit vorne bekommen, von dem aus wir sehr viel sehen konnten (Unter anderem wenig später auch den Papst in seinem Papamobil). Zum Vorprogramm gehörten die Auftritte mehrerer Chöre und Interviews mit kirchlich engagierten Menschen, die sich zum Thema des Papstbesuches äußerten. Dann, um 8:30 Uhr, war es endlich soweit: Der Papst machte sich mit dem Papamobil auf den Weg durch die Menge zum Altar. Nachdem er am Altar angekommen war, wurde er durch Weihbischof Reinhard Hauke begrüßt. Besonders berührt hat uns, dass sie Lesung von einem blinden Mann vorgetragen und dass die komplette Messe auch in Gebärdensprache übersetzt wurde, denn so wurden auch die körperlich benachteiligten Menschen integriert. Die darauf folgende Predigt des Papstes bezog sowohl die evangelischen Gläubigen als auch die Rolle des Glaubens der Kirche zu Zeiten der DDR mit ein und machte den Anwesenden Mut zum offenen Glauben. Alles in allem war die Messe wunderschön gestaltet und vorbereitet. Auch die Atmosphäre – das miteinander Beten und Singen zum Beispiel – war unglaublich und es stellte ein Erlebnis dar, welches man nicht so schnell vergessen wird!

Nach einem kurzen Zwischenstopp im Burger King ging es dann mit der S- Bahn zurück zu unseren Autos und somit auch nach Hause. Die Rückfahrt verbrachten die meisten schlafend, sodass die Zeit relativ schnell verging. Um halb sechs erreichten wir nach viereinhalb Stunden Autofahrt mit einigen Stopps wieder den Parkplatz, wo unsere Eltern auf uns warteten.

 Katrin Kuhlmann und Franziska Glesius, Jgst. 11